BO-Familientag 2011: Kinder in Aktion
Impressionen vom Familientag sind hier abrufbar.
Auf große Resonanz stieß der vierte Familientag der BO am 4. November. Zahlreiche Angehörige und Freunde der Beschäftigten nutzten die Gelegenheit, um der Hochschule einen Besuch abzustatten. Nicht zuletzt deshalb, weil sich das Familientags-Frühstück des Akademischen Förderungswerkes AkaFö in den letzten Jahren den Ruf eines Mehrsternehotels verdient hat. Aber nicht nur: Für Jung und Älter hatte Koordinatorin Brigitte Kriebel ein attraktives Angebot auf die Beine gestellt.
Besonders die Fahr-Simulatoren waren der Renner. Wer einmal im SMART-Fahrsimulator saß, wollte so schnell nicht wieder raus, egal wie oft – virtuell – die Leitplanke durchbrochen, Bäume gerammt, die Fahrbahn verfehlt oder Straßenschilder mitgenommen wurden. „Wo kommen die denn auf einmal her?“ wundert sich Fahrer Max, 12 Jahre. „Der Simulator ist ununterbrochen besetzt“, berichtet Nadja Kühl, studentische Hilfskraft aus dem SR-Labor. „Zehn Kinder waren innerhalb von zehn Minuten da drinnen“. Sie coacht die kleinen Rennfahrer mit Tipps wie „ein bisschen runter vom Gas“ oder „nicht so weit nach rechts!“. Nach dem zweiten Versuch ist Max dritter Sieger auf der Rennstrecke.
„Schlange stehen“ hieß die Devise auch beim MAG-Schweißen im Labor Werkstoff- und Fügetechnik. Smileys, ihre Initialen oder Sonnen-Symbole wollen viele Kinder auf quadratische Metallplatten schweißen. Der siebenjährige Sanjay steht völlig vermummt mit blauem Bo-Kittel, Gesichtsschutz und viel zu großen Handschuhen an der Werkbank. Labormitarbeiter Klaus Timmer führt die kleinen Hände, die die Schweißpistole halten, und gibt Anweisungen: „drücken - loslassen - drücken“. Funken stieben und nach wenigen Minuten nimmt der Fußball auf Sanjays Metallplatte Gestalt an. Die wartenden Kinder beobachten derweil das Geschehen gespannt hinter ihrem Gesichtsschutz. Sind die Schweißstücke abgekühlt, dürfen sie natürlich als Trophäe mit nach Hause genommen werden.
Neben den Schließfächern auf der Mensa-Empore sausen Roboter, so groß wie Spielzeugautos, über den Fußboden. Verfolgt von einem Mädchen und einem Jungen, die genau beobachten, ob „ihr“ animierter Roboter das tut, was sie ihm zuvor am Laptop beigebracht haben. Noch tut er das Gewünschte nicht. „Du musst dem Roboter sagen, dass er geradeausfahren soll und dann stoppen, wenn der Sensor ein Hindernis erkennt. Und dann soll er sich vielleicht dreimal drehen.“, erklärt Anleiterin Kathrin Witta. Mit der Computer-Maus in der Hand fügen die beiden am Bildschirm die Funktionen in die Programmierung ein, laden sie auf den Roboter runter. Amy legt sich einfach mal flach auf den Boden. So kann sie besser sehen, was passiert. Ja, jetzt klappt's: der Roboter fährt vor die Wand, stoppt und dreht sich.
„Wird ‚very‘ klein geschrieben?“, fragt die zehnjährige Johanna, „und ‚hungry‘ auch?“. Bei der Bastelaktion auf der Mensa-Empore will sie ein eigenes Buch zusammenstellen: „the very hungry caterpillar“, die englische Version der „kleinen Raupe Nimmersatt“. Und schon malt sie sorgfältig den Titel auf ihr selbstgefertigtes Mini-Buch, vorbereitet von der Sprachschule Helen Doron Early Englisch Learning-Centre.
Bastelfans konnten sich bei den Betreuerinnen Pia Schneider und Alissa Larkamp Anregungen holen: Mit Bügelperlen nach Vorlagen Bilder gestalten, Malen mit Buntstiften, wer sich schon etwas mehr zutraute, konnte ein weihnachtliches Teelicht basteln. „Wir hatten bis zu zehn Kinder gleichzeitig hier am Tisch“, berichtet Pia Schneider. „Am meisten erstaunt hat uns eine Sechsjährige, die eine Vorlage selbstständig vergrößerte und ein ganz individuelles Perlen-Bild kreiert hat.“
Tiere faszinieren alle Kinder. Der Naturschutzbund NABU lockte mit einer Ausstellung von präparierten Eulen aus der Region die Jüngsten an. Angesichts der lebensechten Greifvögel kamen die Fragen von ganz alleine. Wo leben die denn und was fressen sie? wollten die jungen Tierfreundinnen und -freunde wissen.
Wer die laufenden Angebote wahrnehmen wollte, konnte sich seine eigene Programmfolge zusammenstellen. Aber auch bei den Rundgängen stand der Nachwuchs im Mittelpunkt und war als erster gefragt, wenn es darum ging, etwas auszuprobieren. Etwa die „Gitarrenhelden“ im Elektroniklabor bei Andre Nieland. Sie lernten mithilfe einer Wii-Spielgitarre, wie sich Töne mathematisch berechnen und optisch darstellen lassen. Ein Kinderspiel war es dann für die musikalischen Mädchen im Publikum, das erfragte „Jingle Bells“ anhand der Notenwerte zu identifizieren und auf der Wii-Gitarre wiederzugeben.
„Ich möchte mich ganz herzlich bei allen bedanken, die etwas zum Programm beigetragen haben“, freute sich Brigitte Kriebel über das gelungene Angebot.


