IBA-Projekt 023 | Kläranlage Bottrop | |
| Objekt:Kläranlage Bottrop Projektträger: Emschergenossenschaft Architektur: Projektgruppe Architektur und Städtebau Jourdan und Müller Frankfurt a.M., Landschaftsplanung: Projektbüro Stadtlandschaft von Reuß, Kassel. | ![]() | |
![]() Groborientierung
Lageplan
| An einer zentralen Stelle im Emscher Landschaftspark entsteht derzeit die Bottroper Kläranlage als erstes Bauprojekt im Rahmen der neuen Dezentralisierungsstrategie.Die Studie zur Dezentralisierung des Klärsystems hatte zum Ergebnis, daß sechs bis sieben dezentrale leistungsfähige Kläranlagen benötigt werden, um für die Emscher künftig eine Gewässergüte von II bis III zu erreichen. Neben der Kläranlage in Dortmund, die schon länger im Bau ist, wird nun an der neuen Kläranlage in Bottrop gearbeitet. Sie ist auf eine Kapazität von 1,34 Mio. sogenannte Einwohnergleichwerten ausgerichtet und nimmt die Abwässer der Städte Bottrop, Gladbeck, Bochum und Essen auf. Die Realisierung dieser Anlage - rund 570 Mio. DM Kosten, von denen allein 60% in die Entwicklung neuer Technologien investiert werden hat auch für die Landschaft ihrer Bedeutung. Hier, an seiner Schnittstelle der Ost -Westschiene des Emscher Landschaftsparks entlang Rhein -Herne -Kanal und Emscher und der Nord -Süd -Achse des Grünzugs C wird es darauf ankommen, landschaftsverträgliche Industrie- architektur zu schaffen, die eine Zäsur vermeidet. Die Kläranlage Bottrop wird im Stadtteil Bottrop - Welheim auf dem Gelände der früheren Emscherflußkläranlage unmittelbar neben der zentralen Schlammbehandlungsanlage der Emschergenossenschaft gebaut. Die Bauarbeiten haben 1991 begonnen und werden bis Ende 1996 abgeschlos- sen sein. Mit einem Baufeld von rund 187.000qm zählt die Kläranlage zugleich zu den größten Einzel- bauprojekten Nordrhein-Westfalens in den 90er Jahren. Von Anfang an wurde bei der Planung auf eine Einbindung des Klärwerks in eine großräumige Parklandschaft - den Grünzug C im Konzept der internationalen Bauausstellung IBA Emscherpark - geachtet. Die Abwässer werden über teilweise bereits im Bau befindliche unterirdische Kanäle bzw. über die genannten Wasserläufe in einen großen Doppelkanal parallel zur Emscher geleitet. Mit natürlichem Gefälle fließt das Wasser durch fünf Reinigungsstufen in die Emscher. Im Rechengebäude fließt das Abwasser durch drei hintereinander liegende Rechen, in denen grobe Stoffe wie z.B. Äste, Hygieneartikel und Plastikfolien hängenbleiben. Anschließend durchströmt da. Abwasser sechs Sandfangbecken mit einer Wasseroberfläche von insgesamt 1768qm. Die Vorklärung besteht aus sechs Becken mit insgesamt 4800qm Wasseroberfläche. Herzstück einer modernen Kläranlage ist die biologische Stufe, in drei Gruppen von Belebungsbecken mit insgesamt rund 27.700qm Oberfläche bauen Milliarden von Bakterien gelöste organische Schmutzstoffe, Phosphor und Stickstoff ab. In den drei Nachklärbecken wird das Gemisch aus Wasser und Bakterienschlamm getrennt.Nach einem Faulprozeß von 20 Tagen in Faulbehältern wird der ausgefaulte Schlamm in den Kammerfilterpressen soweit entwässert, daß sich der Feststoffanteil von 5% auf 40-45% erhöht. | |
| Literatur: [1] Robeck,U., Technische Kulturdenkmale in Westfalen, Die Jahrhunderthalle in Bochum, Westfälischer Heimatbund, Münster/Westf., 1992 [2] Robeck, U., Technische-Kulturdenkmale, Die Jahrhunderthalle in Bochum, ,1992 [3] IBA Emscherpark Kongress-Dokumentation, Buchhändler-Vereinigung Gmbh, 1995 | ||
DIGITALER HYPERMEDIALER ONLINE-ARCHITEKTURFÜHRER IBA-EMSCHERPARK
© Konzept 1994-1996 FH Bochum FB Architektur © Vorlagen IBA-Emscherpark © Layout: stud.arch. Gordana Primorac