IBA-Projekt 027

Landwehrbach

 

Objekt:
Landwehrbach Castrop-Rauxel
Projektträger:
Stadt Castrop-Rauxel,
Emschergenossenschaft
Arbeitskreis:
Landesentwicklungsgesellschaft NRW, Emschergenossenschaft, Regierungspräsident Münster, Staatliches Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft Herten, die Stadt und der Kreis Recklinghausen, die beteiligten Naturschutzverbände sowie die IBA Emscher Park
Planungsziel:
Optimale Städtebauliche Integration in Ökologischer, Stadtgestalterischer, architektonischer und infrastruktureller Sicht.

Systemplan Ist-ZustandSystemplan Soll-Zustand

LageplanDer Landwehrbach (Gewässer Nr. 2772342) entspringt im südöstlichen Stadtgebiet von Castrop-Rauxel. Die Gesammteinzugsgröße beträgt 12,82 km² . Der Landwehrbach ist ein technisch ausgebautes Gewässer, das über weite Strecken im Stadtgebiet von Castrop- Rauxel verrohrt ist. Ab dem nördlichen Eringelände ist er ein offener Schmutzwasserlauf. Gemeinsamm mit anderen Bächen entwässert er den südwestlichen Bereich von Castrop. Der Obercastroper Bach, der an der Stadtgrenze von Bochum als naturnaher Bachlauf beginnt, geht in seinem nördlichen Verlauf in den Landwehrbach über. Der in das Entwässerungssystem der Emscher eingebundene Landwehrbach soll im Stadtgebiet von Castrop-Rauxel entflochten und ab dem Gondelteich ausgebaut werden Die Maßnahme wird durch die Entstehung des Gewerbe- und Lanschaftsparks Erin und dessen gestalterische Konzeption zur Durchführung eines Gewässers über die Erin- Hauptachse veranlaßt. Eine großräumige Variantenuntersuchung ergibt als günstigste Lösung die Ableitung von 200 l/s über die Erin- Achse mit Einleitung in den Roßbach. Ein Ausbau des Roßbaches aus hydraulischen Gründen ist dadurch nicht gegeben.Die verbleibende Wassermenge von 9400 l/s wird über die vorhandene Trasse des Landwehrbaches bis zur endgültigen Entflechtung abgeführt. Im Teilabschnitt Gondelteich-Erin Gelände erfolgt die Wasserführung in einer Verrohrung DN 500, länge etwa 650 m. Die Leitung wird an das bestehende Überlaufwerk am Gondelteich angeschlossen.

Die naturnahe Umgestaltung dieses Systems ist ein Baustein innerhalb des Regionalen Grünzugs im geplanten Emscher Landschaftspark.
Dazu wird der Landwehrbach naturnah umgestaltet und sein Lauf über das Eringelände als gestalterisches und erlebbares Wasserelement geführt. Innerhalb der Erin-Achse wird ein naturnahes Fließgewässer als abgestuftes Wasserspiegellagensystem über eine breite von 3 m und mit einer mittleren Wassetiefe von 0,3 m über Sohlgleiten erzeugt. Die Querschnittausbildung erfolgt im östlichen Teilabschnitt starr, Natursteinmauerwerk, und wird nach Westen hin aufgelöst. Der städtebauliche Entwurf für den Gewerbepark sieht nämlich ein großes Achsenkreuz vor, dessen Hauptachse von Ost nach West als offener Reinwasserlauf angelegt ist. Parallel zum Gewässerausbau soll das im Gewerbepark anfallende Regenwasser-Stichwort „Binnenentwässerung“ - gesammelt und dem Landwehrbach als Reinwasser zusätzlich zugeführt werden. Nach durchquerung des Geländes nimmt der Landwehrbach dann am westlichen Rand des Erin - Geländes das Wasser des Roßbachs auf und fließt weiter zur Emscher, wo er mündet.
Die wasserwirtschaftlichen Daten für das Gesamtsystem sind ermittelt. Die Vorbereitung der Genehmigungsphase, die von einem interdisziplinär besetzten Arbeitskreis begleitet wurde, ist mittlerweile abgeschlossen.
Abgestimmt wurden folgende Inhalte:

  • Bau der Mittelachse auf dem Eringelände
  • „Binnenentwässerung“ im Gewerbepark
  • Gestaltung des Reinwasserlaufs
  • Bau des unterirdischen Abwasserkanals

Die Arbeiten für die Umgestaltung des Landwehrbach - Systems werden etwa bis zum Jahr 2007 dauern.

Quellen:
- IBA- Prospektmaterial,
- Unterlagen und Informationen der Emschergenossenschaft,
- IBA Katalog zum Stand der Projekte (Ausg. 1993, Seite 67)

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