IBA-Projekt 030

Wohlfahrtsgebäude in Dortmund - Eving

Objekt:
Wohlfahrtsgebäude

Adresse:
Nollendorfplatz / Dortmund- Eving

Bauherr:
Stadt Dortmund

Architekten (für die Restaurierung):
Fuhrmann, Winkler und Partner

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Nebeneingang -----______________________----Erkerzimmer

Detail: Behindertenrampe

 

 

Lageplan

 

 

Das ehemalige Wohlfahrtsgebäude der Zeche Minister Stein in Dormund ist ein Denkmal von besonderer Bedeutung für diesen vom Bergbau geprägten Stadtteil. Mittlerweile ist es modernisiert und Standort für das Rundfunkbildungszentrum, eine Einrichtung des Deutschen Instituts für publizistische Bildungsarbeit und eine Begegnungsstätte für die Bürger von Eving.

Das Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz wurde 1906 als soziales Zentrum für die Bergarbeiter und ihre Angehörigen gebaut. Es war jahrzehntelang die Seele der „Alten Kolonie“, der ersten Bergarbeitersiedlung in Dortmund - Eving. Das Wohlfahrtsgebäude war nicht nur öffentliche Badeanstalt und Kinderverwahrschule, sondern auch das soziale Bindeglied zwischen Arbeits- und Privatleben.

Bei Schließung der Zeche 1987 hatte das Gebäude am Nollendorfplatz seine alte Bedeutung für den Stadtteil längst verloren. Die schrittweise Ausstattung der Siedlungshäuser mit Badezimmern hatte bereits seit den 60er Jahren die Funktion des Wohlfahrtsgebäudes als öffentliche Badeanstalt überflüssig gemacht. Der Bergbau hatte sich nach und nach aus anderen sozialen Aufgaben zurückgezogen.

Seit Mitte der 60er Jahre wurde das Wohlfahrtsgebäude durch eine Tagesbildungsstätte für geistig behinderte Kinder genutzt, später dann durch die Max - Wittmann - Schule (Nordrhein - Westfalens erste private Sonderschule für geistig behinderte Kinder), die bis 1988 am Nollendorfplatz blieb.

Im Juli 1989 erhielt das Dortmunder Büro Fuhrmann und Partner den Auftrag, das ehemalige Wohlfahrtsgebäude denkmalgerecht zu erneuern. Wichtige Bestandteile dabei waren:
- Erhalt von historischen Fliesenwänden / -böden und Wand - Holzvertäfelungen;
- Aufarbeitung alter Türen und Herstel lung neuer Türen und Holzsprossenfenstern
- nach historischem Vorbild;
- Benutzung alter Farbtöne, ermittelt durch entsprechende Gutachterverfahren;
- Ergänzung fehlender Fassadenteile;
- Neudeckung des Dachs mit Dachziegeln in historischer Anlehnung, ebenso die
- Gestaltung der Aussenanlagen;
- Insgesamt eine schonende und umweltverträgliche Restaurierung am Innen-
- und Aussenbau.

Im Januar 1992 wurde das fertiggestellte Gebäude offiziell eingeweiht.
Nach 85 Jahren bewegter Geschichte hat ein wesentlicher Gedanke des Wohlfahrtsgebäudes überdauert, denn ein lebendiges Zentrum in Eving.

wird es auch künftig sein: für die Menschen im Stadtteil, die neuen Nutzer und Besucher aus der Region.Das Projekt ist Baustein zur Erneuerung des gesamten Stadtteils und steht in historischem und städtebaulichem Zusammenhang mit den IBA - Projekten „Neue Evinger Mitte - Zeche Minister Stein“ und Bewohnergetragene Erneuerung der Siedlung Fürst Hardenberg in Dortmund - Eving“.
Literatur:
- IBA - Emscherpark - Stand der Projekte 1993
- IBA - Emscherpark - Stand der Projekte 1995
- DB - Deutsche Bauzeitung

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