IBA-Projekt 032 | Zeche Zollverein Schacht XII in Essen | |
| Objekt: Zeche Zollverein Schacht XII, Bauhütte und
Beschäftigungsgesellschaft in Essen-Katernberg Adresse:.Essen- Katerberg Gelsenkirchnerstr. 181, 45309 Essen Bauherr: Bauhütte Zeche Zollverein Schacht XII Architekt: Büro Heinrich Böll und Hans Krabel, Essen; Foster Assiociates Ltd., London (ehemaliges Kesselhaus) Sonstige Planer: IBA Planung / Bauzeit: Seit 1995
| Die Schachtanlage Zollverein XII ist ein Bau- und Technikdenkmal von europäischem Rang. 1930 erbaut, faßt
Zollverein XII die Kohleförderung der im Essener Norden verteilten Zollverein Schächte zusammen. Es entstand die
damals größte und modernste Schachtanlage der Welt. Seit 1986 stehen die Förderräder auf Zollverein still. Zum Stillstand ist das Denkmal aber dennoch nicht gekommen, obwohl der Erhalt dieser Großanlage lange umstritten war. 1989 haben die Stadt Essen und die Landesentwicklungsgesellschaft NRW (LEG) die Bauhütte Zeche Zollverein Schacht XII gegründet, um mit dieser Einrichtung die Instandsetzung, Instandhaltung und Umnutzung der gesamten Schachtanlage zu sichern. Die Baumeister Fritz Schupp und Martin Kremmer schufen eine herausragende großindustrielle Anlage im Stil der Moderne. Die technischen Anlagen sind heute ein Zeugnis für Innovation durch Maßstabsvergrößerung. Mit dieser Schachtanlage stieg die Tagesförderung sprunghaft von 3.000 Tonnen auf 12.000 Tonnen an. Zollverein XII bleibt als Zeugnis der Industriekultur im 20. Jahrhundert erhalten und soll für kulturelle Aktivitäten genutzt werden. Als lebendiges Industrie-Museum, Diskussionsforum und Aktionsfeld für Kunst, Theater , Musik setzt Zollverein wieder neue Akzente im nördlichen Ruhrgebiet. Neben einem Sammlungs- und Forschungszentrum für Industriegeschichte und einem Museumspfad werden Räume für Künstler und wechselnde Kunstausstellungen eingerichtet. Das Theater der Stadt Essen erhält eine Probebühne, der Stadtteil ein örtliche Begegnungsstätte. Das Design-Zentrum NRW wird in das alte Kesselhaus einziehen, das der englische Architekt Sir Norman Foster umgestaltet, der Fachbereich Design der Universität Essen hat Interesse an der ehemaligen Kohlenwäsche signalisiert. Die umfangreichen Arbeiten zum Erhalt und zur Neunutzung der Schachtanlage werden zum Teil über Beschäftigungsmaßnahmen geleistet. Im Rahmen der Essener Arbeits- und Beschäftigungsgesellschaft (EABG) arbeiten rund 120 (Langzeit-) Arbeitslose an der Restaurierung der alten Zechengebäude mit und erhalten darüber ihre Qualifikation. Die EABG ist auf Zollverein in einer bereits restaurierten ehemaligen Werkshalle ansässig, die das Essener Büro Böll und Krabbel im Sinne einer Haus-im-Haus-Architektur extra für diese Zwecke umbaute. Tage der offenen Tür und verschiedenste kulturelle Versanstaltungen haben gezeigt, daß die Bewohner des Stadtteils und Besucher aus der Region an den industriegeschichtlichen Zeugnissen ebenso interessiert sind, wie an den zukunftweisenden Nutzungen. Unter Industrie-Touristen wird Zollverein auch überregional bereits als Geheimtip gehandelt. Das Bauprogramm wird 1995 realisiert sein, wobei die Erneuerung Schritt für Schritt erfolgt und damit zwischenzeitlich immer wieder einzelne Gebäude und Hallen für neue Nutzungen zur Verfügung stehen. Für Entwurf und Bauleitung zeichnet das Büro Heinrich Böll und Hans Krabel, Essen, verantwortlich. Die Finanzierung erfolgt über Mittel der EG, des Landes, des Bundes und der Kommune.
Bild 2 : Blick auf den Schacht | |
![]() Bild 1 : Blick auf den Förderturm | ||
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