IBA-Projekt 033

Zeche Helene

Objekt:
Zeche Helene, Essen
Adresse:
Twentmannstr. 125
Essen/Altenessen
Bauherr:
Essener Sportbund ESPO
Architekt:
Frank Ahlbrecht BDA + RAIV
Cäcilienstr. 6a
45130 Essen
Planung/Bauzeit:
1989-1998

Gebäudeansicht Twentmannstraße

 

Innenansicht Halle

Lageplan

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der Zeche Helene liegt am Rande der Grünanlage „Helenenpark“ an der Grenze zum Stadtteil Stoppenberg. Es wurde im Jahre 1927 für die Friedrich Krupp AG vom Architekten Edmund Körner (04.12.1875 - 14.02.1940) erbaut, der durch den Bau der Essener Synagoge bekannt wurde. Im Gegensatz zu Zechenneubauten , zum Beispiel der Schachtanlage Zollverein 12, in den Jahren 1928- 1932 von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer erbaut, bei denen die Vorstellungen eines „geordneten Bergwerks“ verwirklicht werden konnten, handelte es sich bei der Zeche Helene um eine „gewachsene Zechenanlage“. Ihre Tagesanlagen waren den betrieblichen Erfordernissen entsprechend angeordnet, erweitert und verändert worden. Dem Neubau von Edmund Körner kam daher auch die Aufgabe zu, der Schachtanlage zur Twentmannstraße einen repräsentativen Abschluß zu geben.
Die Veränderungen am Gebäude setzten sich nach der Schließung der Schachtanlage fort. Jahrelanger Leerstand, Zerstörungswut und unterlassene bauliche Unterhaltungsmaßnahmen führten dazu, daß sich das Gebäude heute in einem ruinösen Zustand befand.
Sportler aller Couleur werden künftig im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Zeche Helene anzutreffen sein, wenn die Pläne für ein Sport- und Freizeitzentrum in die Tat umgesetzt sind. Das 1983 unter Denkmalschutz gestellte Gebäude soll zu einem Bewegungszentrum ausgebaut werden, das Freizeit-, Breiten-, Gesundheits-, Behinderten- und Leistungssport gleichermaßen integriert. Ergänzend kommt noch ein Kindergarten, sowie eine Gastronomie hinzu.
Neben den traditionellen Sportvereinen und Verbänden sollen in das Vorhaben auch andere gemeinnützige Träger eingebunden werden, die neue Dienstleistungen im Sportbereich anbieten. Ziel ist es, möglichst viele Interessengruppen anzusprechen und generationsübergreifende Erlebnis-, Erfahrungs- und Begegnungsräume zu schaffen.
Das Konzept ist so angelegt, daß dauerhafte Subventionen für den Betrieb des Zentrums von Seiten der Kommune nicht erforderlich sind. Der Essener Sportbund hat hierzu einen Wirtschaftsplan erstellt. Ein Baugutachten zur Kostenabschätzung bei Neunutzung, das im Auftrag der Stadt Essen vom Hagener „Institut für Bautenschutz, Bausanierung und Denkmalpflege“ erstellt wurde, liegt vor.
Das Verwaltungsgebäude soll mit Mitteln des Ministeriums für Stadtentwicklung und Verkehr und des Kultusministeriums instandgesetzt werden. Die Arbeiten am Umbau sollen mit Umschulungs-, Qualifi-zierungs- und Beschäftigungs-maßnahmen des Arbeitsamtes Essen kombiniert werden.
Literatur:
(1)Verwaltungsgebäude der Zeche Helene
Rheinische Kunststätten
(2)Bergbauarchitektur
J. Bieker und W. Buschmann, Bochum 1986
(3)Der Bergbau im Ruhrgebiet - Überlegungen zur Erhaltung seiner Denkmäler
I.Matzanke, Münster 1986

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