IBA-Projekt 034 | VEW-Umspannwerk | ||
| Objekt: VEW-Umspannwerk Recklinghausen Adresse: Bochumer Straße, Recklinghausen-Süd Bauherr: VEW Architektur: VEW-Bauabteilung Projektträger: Vereinigte Elektrizitätswerke Westfalen (VEW) Planung / Bauzeit: bis 1993 |
Vorderansicht |
Fassadendetail |
Rückansicht |
Wegbeschreibung | Das denkmalgeschützte Umspannwerk der VEW liegt unmittelbar an der Stadtgrenze zu Herne und ist von dort kommend -
über Rhein - Herne - Kanal und Emscher - der markante Eingang zum Stadtteil Recklinghausen-Süd. Als
Stadterneuerungsgebiet ist dieser Stadtteil auch ein Projekt im Rahmen der IBA Emscher Park (vgl. Nr. 77). 1927/28 von den Vereinigten Elektrizitätswerken Westfalen erbaut, ist das Recklinghäuser Umspannwerk ein klassisches Beispiel der modernen 20er Jahre-Industriearchitektur, die im nördlichen Ruhrgebiet mit der Bauhaus-Zeche Zollverein XII von Schupp und Kremmer in Essen-Katernberg (vgl. Nr. 32) ihren Höhepunkt fand. In Anspielung auf die damals vielbeachtete AEG erhielt das Bauwerk den Spitznamen "AEG-Kirche". Heute ist das Bauwerk nicht nur Kulturdenkmal und städtebaulicher Blickfang, sondern vor allem ein Beweis dafür, wie modernste Technik und historisches Ambiente zusammengehen können. Unter dem Eindruck der Diskussionen über Baukultur im Rahmen der IBA Emscher Park hat die VEW ihren ursprünglichen Plan aufgegeben, das Umspannwerk abzureißen und durch eine Freiluftanlage für die neuen Transformatoren zu ersetzen. In eigener Initiative und in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege und der Stadt Recklinghausen entwickelten die VEW eine bauliche und technische Lösung mit der das historische Umspannwerk erhalten, restauriert werden und gleichzeitig die moderne Technik aufnehmen kann. Das Projekt ist für die Internationale Bauausstellung bedeutsam, weil eines der Technikdenkmäler aus den 20er Jahren in der Emscher-Region erhalten bleiben und in diesem Fall sogar die alte auch die neue Nutzung ist, in kreativer Zusammenarbeit zwischen Konstrukteuren und Architekten eine bauliche und technische Neukonzeption gefunden wurde, die den Einbau einer neuen Umspann-Technologie in die beengten Raumverhältnisse möglich machte, ein Unternehmen auf eigene Initiative ein Projekt im Sinne der IBA-Qualitätsanforderungen auf den Weg brachte und ohne Anspruch auf Förderung durch die öffentliche Hand die höheren Investitionen selbst finanzierte. Die Kooperation zwischen der VEW, der Stadt Recklinghausen und der IBA Emscher Park, die Dokumentation und die Präsentation des Projekts im Rahmen der IBA sowie die Qualitäten und Ziele der Erneuerung des Umspannwerks sind Inhalt einer Qualitätsvereinbarung, die im Januar 1993 von allen Beteiligten unterzeichnet wurde. Was die Qualitätsvereinbarung zudem beinhaltet: die Anlage soll interessierten Besuchern künftig nach Anmeldung als Projektmuseum zugänglich gemacht werden. Mit den Bauarbeiten wurde im Herbst 1991 begonnen. Die Fertigstellung des gesamten Umspannwerks ist auf Ende 1993 terminiert. Dank unternehmerischem Einsatz, modernster Technik und sensibler denkmalschützerischer Gestaltung ist bei diesem Projekt die alte Nutzung auch wieder die neue. Hier konnte ein Industriedenkmal in seiner alten Funktion, unter zeitgemäßen Vorzeichen, erhalten werden. Quelle: | ||
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