IBA-Projekt 037 | Dienstleistungspark Krupp-Gelände Bochum | |
| Objekt: Dienstleistungspark Krupp-Gelände, Bochum Adresse: Bochum-Hamme Projektträger: Stadt Bochum, Landesentwicklungsgesellschaft NRW (LEG) Planung: Büro Prof. T. Sieverts, Stadt- und Regionalplaner, Bonn Planung / Bauzeit: 1994 - 1997 | Teilbereich des Krupp-Geländes
| |
Groborientierung
Lageplan | Das 70 Hektar große Krupp- Gelände - ehemals Betriebsfläche des Bochumer Vereins für Gußstahlfabrikation
AG - ist heute weitgehend eine Industriebrache. Weite Flächen des unebenen Geländes werden inzwischen von
Unkraut und wüstem Gestrüpp überwuchert. An anderer Stelle haben sich bizarre Ruinen erhalten. Beeindruckend,
auch in dieser neu entstandenen Umgebung, das sogenannte "Kolosseum", eine monumentale Stützmauer. An ihr
entlang kommt man zu einem Hallenkomplex, dessen Kern fast 90 Jahre Höhen und Tiefen des ehemaligen
Hochofen- und Stahlwerks überdauert hat und der ein Juwel unter den Denkmalen der Stadt ist - die Rede ist von
der sogenannten "Jahrhunderthalle". Hier, nahe der Bochumer Innenstadt, wo sich über 100 Jahre lang eine tätige
Industrielandschaft ausbreitete, entwickelt sich für die Zukunft ein Dienstleistungsstandort von besonderer lokaler
und regionaler Bedeutung. Das "Krupp- Gelände ist das zweitgrößte Projekt mit Dienstleistungszielsetzung innerhalb
der Emscher Park Bauausstellung. Mit diesem Projekt soll gezeigt werden, wie ein großes und kompliziertes altes Industriegelände schrittweise in die neue Stadtentwicklung eingebracht werden kann, wie ein Stück moderne Stadt am Rande der City mit einer ökologischen Perspektive weitergebaut wird. Die Bewahrung Umnutzung industriegeschichtlicher Zeitzeugen auf dem Gelände - z. B. die bereits erwähnte Jahrhunderthalle, ehemals Gaskraftzentrale - spielt in diesem Prozeß eine zentrale Rolle. Die Stadt Bochum hat mit dem Konzept Innenstadt-West eine tragfähige Grundlage für die weitere Planung geschaffen. In einem Entwurfsseminar haben 1989 bekannte Architekten Konzepte und Visionen aufgezeigt,1990 wurde das Gelände von Studenten der Bildenden Kunst und der Geisteswissenschaften erkundet, im Hinblick auf den Städtebaulichen Rahmenplan interpretiert und dargestellt. Die Grundlagenermittlungen liegen für die Bereiche Altlasten, Verkehr, Gebäudebestand, Ökologische Qualitäten und Nutzung der denkmalwerten Gebäude vor. Für die Entwicklung der Flächen gilt ein Stufenprogramm, das in drei zeitlich geordnete Teile geteilt ist. Das Projekt dauert voraussichtlich bis 1997. Die besonders eindrucksvolle Jahrhunderthalle, die im Inneren durch die schönen Proportionen ihrer Bogenbinder auffällt, wird bereits für kulturelle Veranstaltungen wie Konzerte und Ausstellungen genutzt. Ziele des Projektes sind u.a. die Sanierung des Kolosseums (massiven Fundamente des alten Stahlwerks), eine Rahmenplanung von neuen Wohnungen sowie Dienstleistungs- und Verwaltungsgebäuden sowie der Ausbau der Freiflächen und des Erschließungssystems. Die einzelnen Bauabschnitte werden auf der Grundlage des Städtebaulichen Rahmenplans und den Ergebnissen von Architekturwettbewerbern realisiert. | |
| Literatur: [1] Robeck,U., Technische Kulturdenkmale in Westfalen, Die Jahrhunderthalle in Bochum, Westfälischer Heimatbund, Münster/Westf., 1992 [2] Robeck, U., Technische-Kulturdenkmale, Die Jahrhunderthalle in Bochum, ,1992 [3] IBA Emscherpark Kongress-Dokumentation, Buchhändler-Vereinigung Gmbh, 1995 | ||
DIGITALER HYPERMEDIALER ONLINE-ARCHITEKTURFÜHRER IBA-EMSCHERPARK
© Konzept 1994-1996 FH Bochum FB Architektur © Vorlagen IBA-Emscherpark © Layout: stud.arch. Babette Topole