IBA - Projekt 072 | Erneuerung der Siedlung Teutoburgia | |
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Zahlen und Datum zur Siedlung heute: Fläche: 21,6 ha | ![]() | |
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Groborientierung
| Diese Siedlung lieben sie alle: Architekten sind von ihr genauso begeistert wie die Kollegen aus dem Verkehrsressort,
Denkmalschützer schwärmen in ähnlichen Tönen wie die Fans vom Wohnen im Grünen. Der Besitzer - die VEBA Wohnen -
und die gut 1400 Bewohner der alten Zechenkolonie sowieso." Die Siedlung Teutoburgia zeigt in schönster Weise alle
Gestaltungselemente einer typischen Gartenstadt" , komplimentieren die Autoren eines dokumentarischen Handbuchs, das
die Stadt Herne im Jahre 1987 herausgab.Und: "Mit zunehmender Unabhängigkeit von der Zeche hat sie sich zu einem
Musterbild humanen sozialen Wohnens entwickelt, sie ist dem Idealbild von (Gartenstadt-Erfinder) Ebenzer Howard näher
gekommen."Gegenwärtig erlebt das kleine Dorf im Herner Osten seinen zweiten Frühling. Die 1988 begonnene
denkmalgerechte Modernisierung läuft auf vollen Touren.Der unvoreingenommene Besucher, eingestimmt durch die
jubilierende Broschüre, erleidet zunächst einmal einen mittelprächtigen Schock. Von der nahegelegenen A 42
abgefahren,links in die Schadeburgstrasse eingebogen und nach wenigen Metern rechts von dem vielversprechenden
Strassennamen "Teutoburgiahof" angelockt, stösst er auf weissen Klinker und schwarzen Schiefer an den Fassaden,glatte,
pflegeleichte Fensterflächen und ein überbreites, baumloses Strassenprofil.Das sollen Baudenkmäler sein?
Unmöglich.Tatsächlich ist der Visiteur prompt im einzigen (wörtlich zu nehmenden) Schönheitsfleck der Siedlung gelandet,
dem schon vor Jahren privatisierten Nordabschnitt.Und der signalisiert augenfällig, wie man es besser nicht machen
sollte.Eine Fussminute weiter folgt allerdings die Versöhnung.Der eigentliche "Teutohof", wie ihn die Bewohner
nennen,offenbart sich als geschlossene Wohnanlage, die sich aus dem gartenstätischen Muster heraushebt:
Zweieinhalbgeschossige, vereinfachte Bauten umringen fast lückenlos einen atriumhaften, privat anmutenden
Innenplatz.Zehn mächtige Plantanen markieren seine seitlichen Grenzen.Hier kennt jeder so ziemlich jeden,und so ist es auch
kaum verwunderlich,dass gelegentlich noch die Haustürschlüssel aussen im Schloss stecken.Dieses Baudenkmal macht erst
recht Appetit zur Erkundung.Und was gibt es nicht alles zu entdecken: Auf vier Grundtypen aufbauend, hat der
wilhelminische Architekt Berndt insgesamt 21 verschiedene Hausentwürfe realisiert:" Jedes Gebäude wirkt wie ein Unikat,
obwohl es das nicht ist," zollt 80 Jahre später VEBA Bauleiter Johannes Gehling unverhüllt Respekt.Wichtige
Kommunikationsebene im halböffentlichen halbprivaten Raum zwischen Strasse und Hauswand sind die umfangreichen
Vorgärten.Einheitlich gepflegtes Grün ohne Zäune und Hecken signalisiert den Verzicht auf Besitzeranspruch, aber Offenheit
gegenüber dem Nachbarn und Fremden.Überdachte Eingangsloggien dienen als Spiel- und schattiger Sitzplatz im
Sommer,von wo aus den Bewohnern nichts entgeht.Diese und weitere Qualitäten von "Teutoburgia" veranlassen Wilhelm
Guttinger von der Herner Denkmalbehörde zu der Feststellung,es sei" neben der Essener Margarethenhöhe sicherlich die
interessanteste Siedlung im ganzen Ruhrgebiet".Fast 30 Millionen Mark aus öffentlichen Mitteln sollen nun bis 1995/96
eingesetzt werden,um diese Idylle zu erhalten, auf einen modernen Wohnstandard zu bringen und vereinzelte bauliche
Fehler zu korrigieren. Im Interessengeflecht von Bewohnern, Eigentümerin, Denkmalbehörde und IBA geht das freilich nicht
ohne Kompromisse ab.So bestanden die Denkmalschützer auf Tonziegel-Dächern und Holzsprossenfenstern,die
etatorientierte VEBA plädierte für Betonpfannen und Kunststoff-Isolierfenster.Erst ein ministerielles Machtwort entschied
pro Ton und ausserhalb des Teutoburgia Hofes pro Kunststoff.
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| Literatur:WeitereInformationen : IBA Emscher Park Tel.: 0209/1703-110 | ||
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