IBA-Projekt 071

Von der Korte-Düppe in die Teutoburgia

Objekt:
Umzug der Korte-Düppe-Siedlung in die Siedlung Teutoburgia

Adresse:
44627 Herne
Siedlung Teutoburgia
Am Knie

Bauherr / Projektträger:
Mietergemeinschaft Korte-Düppe,
Stadt Herne, VEBA-Wohnen

Architekt:
Planungsbüro Schmitz, Aachen
VEBA-Wohnen

Groborientierung

 

 

Lageplan

Das mittlerweile realisierte Projekt „Von der Korte-Düppe-Siedlung in die Siedlung Teutoburgia“ hat eine besondere Geschichte. Die Mieterinnen und Mieter der 19 neuen Wohnungen in Teutoburgia sind die Siedlergemeinschaft der heute abgerissenen Arbeitersiedlung „Korte-Düppe“ in einem anderen Herner Stadtteil.
15 Familien schlossen sich 1986 zu einer Bürgerinitiative zusammen, um sich für den Erhalt ihrer alten Siedlung stark zu machen. Nach jahrelangem vergeblichen Einsatz haben sich die Bewohner schließlich in Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Wohnungsbauträger VEBA-Wohnen auf ein Experiment eingelassen: der geschlossene Umzug der Korte-Düppe-Siedler nach Teutoburgia.
Dort standen am Rande der historischen Gartenstadtsiedlung zwei Brachgrundstücke für eine Neubebauung zur Verfügung. Damit bot sich auch die Chance, den Anspruch einer frühzeitigen Mietermitwirkung und -beteiligung von Beginn an umzusetzen.
Die Korte-Düppe-Siedler waren in den gesamten Planungsprozeß eingebunden und konnten ihrer Vorstellungen von Wohnqualität konstruktiv einbringen, z.B. in bezug auf Zuschnitt und Verteilung der Wohnungen, Bildung neuer Hausgemeinschaften und Nachbarschaften, Grundrißqualität der Wohnungen und Ausstattungsdetails und bei der Gestaltung der Freianlagen.
Durch die intensive Zusammenarbeit zwischen Mietern, Wohnungsunternehmen und deren beauftragten Architekten konnten Qualitätsansprüche an Architektur, Städtebau und ökologisches Bauen gemeinsam diskutiert und für alle Beteiligten zufriedenstellend eingelöst werden. Die Mietergemeinschaft übernahm zum Teil die Rolle eines qualitätsbewußten Bauherren, der sich mit viel Sorgfalt und Liebe zum Detail auch um die „Kleinigkeiten“ des Wohnens kümmerte.
Nach dem Einzug Ende 1992 der Korte-Düppe-Siedler in ihre neue Wohnungen beteiligen sich die Mieter nun mit Selbsthilfe und Eigenleistungen an der Gestaltung der Freianlagen und dem Bau eines kleinen Gemeinschaftshauses.
Literatur:
Schmitz, Gerlach, Naumann, Stüdgens
"Neue Wege im Geschoßwohnungsbau"
IBA-Austellungskatalog 1993

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