IBA-Projekt 074

Ökologischer Wohnungsbau, Herten

Objekt:
Ökologischer Wohnungs- bau Backumer Tal, Herten
Adresse:

Herten-Paschenberg
Bauherr:
Stadt Herten, VEBA AG und VEBA Wohnen
Architekt:
dt8 Planungsgruppe, Köln Rheims+Partner, Krefeld
Planung:
1992-1996
Bauzeit:
z.Z. noch nicht im Bau


Übersichtsplan

 


Lageplan

Das Planungsgebiet liegt etwa 1 km nördlich der Hertener City am Rande des Stadtteils Herten-Paschenberg. Östlich des Planungsgebietes liegt die überregional bedeutende Freizeitanlage Backumer Tal.

Das Planungsgebiet ist Teil eines süd-ost-exponierten Hanges mit dem stärksten Gefälle von 4% im Norden und einem Höhenunterschied von 18 m.

Die landschaftlich genutzte Fläche soll für die Entwicklung einer Wohnsiedlung genutzt werden.Auf dieser Grundlage wurde ein städtebaulicher Ideen- und Realisierungswettbewerb, zu dem sechs Teams eingeladen wurden, von der Stadt Herten in Zusammenarbeit mit der VEBA AG und der IBA Emscher Park organisiert. Ziel des Wettbewerbs war auf einer 12 ha großen Fläche ein Wohnquartier zu konzipieren.
Der innovative Aspekt dieses Wettbewerbs war darin zu sehen, daß durch die konsequente Befolgung ökologischer Planungsanforderungen und Bauprinzipien, negative Eingriffe auf den Naturhaushalt minimiert bzw. in Teilbereichen sogar Verbesserungen des ökologischen Zustandes erzielt werden sollten.Um die zu erwartenden negativen Auswirkungen auf den Naturhaushalt am Standort selbst zu minimieren, wurde eine ökologische und landschaftsplanerische Untersuchung durchgeführt und den Wettbewerbsteilnehmern übergeben.
Mitte 1992 wurde der Wettbewerb zugunsten der Arbeitsgemeinschaft von
dt8 Planungsgruppe,Köln und Rheims und Partner, Krefeld entschieden.

Die Wohnparkanlage umfaßt 302 Wohneinheiten, ein Altenheim, ein Gemeindezentrum mit Pfarrhaus und eine Kindertagesstätte.Von den Wohneinheiten sind 146 Einheiten als Reihenhäuser mit abkoppelbaren Einliegerwohnungen geplant.Die übrigen 156 Wohneinheiten sollen als Geschoßwohnungsbauten ausgeführt werden, die sich für den öffentlich geförderten Mietwohnungsbau eignen.
Ausgehend von landwirtschaftlichen Vorgaben ist die Großstruktur in drei deutlich absetzbare Bereiche gegliedert. Der Entwurf ist geprägt von einer südexponierten, in der Mitte abgeknickten Reihenhausbebauung, die am westlichen Siedlungsrand durch Punktgeschoßbauten gefaßt wird. Als Klammer zwischen dem nördlichen und mittleren Abschnitt fungiert ein zentraler Platz, um den sich die Infrastruktureinrichtungen gruppieren. Neben den zentralen öffentlichen Bereich werden weiter wohnungsbezogene Freibereiche angeboten, so daß innerhalb der Siedlung ein System unterschiedlicher Räume entsteht.
Das Planungsgebiet zeichnet sich beim Freiraum und seiner Landschaftsentwicklung durch seine fingerartige Verknüpfung der Landschaft und der neuen Wohnbebauung aus. Private Gärten gehen über in freie und offene Gemeinschaftsgrünflächen, die ihrerseits als große zusammenhängende Landschaftsbereiche mit den angrenzenden Freiflächen verschmelzen.

Das interne Erschließungssystem beschränkt sich auf eine für die Ver- und Entsorgung und für Behinderte befahrbare Hauptachse,sowie eine nur in Notfällen befahrbare parallel geführte Nebenerschließung. Der motorisierte Individualverkehr wird in drei zentralen Stellplatzanlagen am Siedlungsrand untergebracht.
Der Umgang mit dem Regenwasser ist auf das bewußte Erleben ausgerichtet. Das gesamte Regenwasser im Planungsgebiet wird nicht verrohrt, sondern gezielt über Mulden und Rigolen verzögert abgeleitet und versickert. Die Zurückhaltungsflächen bieten Entwicklungspoteniale für Biotope. Überlaufmengen werden vom Mühlenteich und dem Backumer Mühlenbach als natürliche Gewässer aufgenommen.

Schwerpunktmäßige Nord-Süd-Ausrichtung der Baukörper ermöglichen hohe passive Solar gewinne. Energieeinsparung ist ein Baustein für das ökologische Bauen im Planungsgebiet. Weitere Bausteine sind der hohe Wärmestandard der Gebäude, sowie die Berücksichtigung von schadstoffarmen Baustoffen, besonders wegen ihrer Recyclingfähigkeit. Der Baustellenbetrieb ist ausgerichtet auf Reststoffvermeidung, -vermischung und -aufbereitung. Die Gebäude sind an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Der erste Bauabschnitt wird aus Holzhäusern bestehen. Weitere Bauabschnitte mit anderem Standard.

Literatur:
Dokumentation,Stadt Herten

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