IBA-Projekt 076 | Umfeldgestaltung HbF Oberhausen | |
| Objekt: Haupbahnhof Oberhausen Adresse: Willy-Brandt-Platz Bauherr: Stadt Oberhausen Architekt: Kossel/Quick /Bäckmann/Quick Planung / Bauzeit: 1995 Quelle : Katalog zum Stand der Projekte Frühjahr 1993 | ![]() Hauptbahnhof von Oberhausen | |
| Stadtplan von Oberhausen
| Das Projekt Das Oberhausener Bahnhofsgebäude - ein herausragendes Beispiel funktional - sachlicher Architektursprache der späten 20er Jahre - und das gesamte Bahnhofsumfeld sollen attraktiver gestaltet werden. Die hohe städtebauliche Qualität der historischen Platzanlage mit der Ausrichtung auf zentrale denkmalgeschützte Gebäude wie das Hotel Ruhrland und die Post soll unter modernen Vorzeichen wieder herausgearbeitet und mit zeitgemäßen ÖPNV-Einrichtungen ergänzt werden. Der Hauptbahnhof Oberhausen ist ein Pilotprojekt der Köln - Mindener - Eisenbahn. Mit der Planung des Bahnhofsumfelds wurde das Berliner Planungsteam Kossel / Quick / Bäckmann / Quick als Gewinner eines Gestaltungswettbewerbs beauftragt. Gebrauchs - und nicht Schmuckplalz ist in den Augen der Preisträger der Willy-Brandt-Platz. Zwei Zonen sollen sich hier augenfällig unterscheiden: Die Haltestellen in einer Trägerkonstruktion aus Stahl und Glas mit den reinen Fahrzonen der Busse und die großzügigen Fußgängerbereiche. Die großen Bäume des Platzes werden auf der Nordseite durch die Weiterführung der Platanenallee ergänzt. Hier wird zur Zeit die Errichtung einer Straßenbahnhaltestelle geprüft. Der gesamte Vorplatz erhält eine einheitliche Pflasterung in hellem Granitmosaik. Das gesamte Bündel der Maßnahmen zur Erneuerung des Bereichs Hauptbahnhof Oberhausen. Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes, Einrichtung eines neuen Busterminals und einer überdachten Radabstellanlage; Umfassende Erneuerung des Empfangsgebäudes und des bestehenden Personentunnels, dazu gehört neben der Aufarbeitung der Fassade auch ein Konzept zur denkmalgerechten Wiederherstellung der Bahnhofshalle; | |
| Der neue Busterminal im Volksmund "Surfbrett" genannt
| Umnutzung des ehemaligen Wasserturms im Empfangsgebäude als Raum zum Wohnen, Arbeiten und Ausstellen
für Künstler; Einrichtung einer Fahrradstation/bike + ride nach holländischem Vorbild; Wohn- und Geschäftsbebauung auf der Nordseite des Bahnhofsvorplatzes; Gestaltung des Westausganges und Öffnung des Bahnhofstunnels nach Nordwesten als direkte Verbindung zum Rheinischen Industriemuseum und Bürgerzentrum in der ehemaligen Fabrik Altenberg. In diesem Zusammenhang wird auch eine Park + Ride - Anlage mit über 500 Stellplätzen und eine Bike + Ride Anlage gebaut; Durch die P + R Anlage führt vom Westausgang des Hauptbahnhofs eine großzügige fußläufige Verbindung zum Zentrum Altenberg. In dem gesamten Planungsbereich westlich des Hauptbahnhofs wird erstmals ein großflächiges Rigolen - System zur Versickerung des Niederschlagswassers angewendet. Generelles Anliegen bei allen Haltepunkte der Köln - Minderer - Eisenbahn: eine verbesserte Fahrgastinformation. Auf der Rückseite des Hauptbahnhofs liegt die Zentrale des Rheinischen Industriemuseums, das über den Fußgängerweg durch den Hauptbahnhof eine attraktive Verbindung erhält. Von Seiten der Deutschen Bundesbahn ist eine ökonomische Aufwertung des Einzelhandels und Dienstleistungstandorts Oberhausen Hauptbahnhof geplant. Zur Geschichte Die Erfindung des 19. Jahrhunderts, die Eisenbahn, wurde euphorisch gefeiert und als maschinenbetriebenes, wetterunabhängiges Massentransportmittel zum Symbol der neuen Produktions- und Lebensmöglichkeiten schlechthin erhoben. Dieser Siegeszug der Technik verlangte aber auch nach einer angemessenen Architektur - aus Bahnhöfen wurden eindrucksvolle Repräsentationsbauten. Entsprechend der Endsilbe ..hof sollte die Eisenbahn hier Hof halten - aber auch den Menschen Zugang und Schutz gewähren. Die Entwicklungsgeschichte der Oberhausener Bahnhofsanlage geht einen kleinen Umweg. Angefangen hat alles mit der Installation der frühen zentrale Verkehrsader in der Emscher Region, der Köln - Mindener Eisenbahn Mitte des letzten Jahrhunderts. Nach einem schlichten Empfangsgebäude des Umschlagebahnhofs von 1846 und einem Vorzeigebau von 1885 im repräsentativen Stil der toskanischen Hochrenaissance fand erst 1930 der Oberhausener Architekt, Bauleiter Schwingels, eine Formensprache, die dem Bahnhofsgebäude einen endgültigen, herausragenden Platz wies: Als kubisch - kühle Schönheit im Sinne funktionaler Architektur der Moderne im öffentlichen Raum. Ungefähr zeitgleich und ebenfalls im Sinne einer einfachen und schlichten Architektur erbaut, entstand am Willy- Brandt-Platz das Hotel Ruhrland. Mit dem imposanten Gebäude der Post, das nach seiner Zerstörung im 2. Weltkrieg in schlichter Form wieder aufgebaut wurde, verfügt die Stadt Oberhausen über eine städtebauliche Gesamtanlage, deren Einheit jetzt wieder bewußt herausgestellt werden soll. Fußgängertunnel im Hauptbahnhof
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