PIN: 716

Hans-Sachs-Haus 

Objekt: 
Hans- Sachs- Haus 
Rathaus Gelsenkirchen 

Adresse
Ebertstraße 
Gelsenkirchen 

Bauherr: 
Stadt Gelsenkirchen 

Architekt: 
Alfred Fischer 

Sonstige Planer: 
Prof. Max Burchartz 
(Innengestaltung) 

Planung / Bauzeit:  
1921 
Literaturangaben: 
Informationsdienst HSH 
 
 

 
 
Abb.1: Hans-Sachs-Haus 

 
Abb.2: Treppenhaus 
 

  
Abb.3: Grob-Orientierung 


 
 

 

Abb.4: Stadt-Orientierung 


 
 
  

Abb.5: Zufahrts-Skizze   
  

Projektbeschreibung:  

Das Rathaus Hans-Sachs-Haus ist das Ergebnis eines öffentlichen Wettbewerbes, den die Stadt Gelsenkirchen 1921 ausgeschrieben hatte. 
Der sehr streng gegliederte Backsteinbau (mit 500qm Bürofläche) von sechs Geschossen, mit einem sich rückwärtig anschließenden zehngeschossigem Turm, war ursprünglich als Mehrzweck- gebäude geplant. 
Das Erdgeschoß ist mit Keramikplatten verkleidet. Das Ziegelmauerwerk der Obergeschosse ist durch horizontale Vor- und Rücksprünge strukturiert. Ziegelsimse an der Unter- und Oberseite der Fenster spannen sich wie Bänder um den abgerundeten Baukörper. Während der äußere Teil Backstein Expressionismus ausstrahlt, wurde im Inneren ein erstmals in Deutschland angewandtes Farbleit- system von einem Essener Professor Max Burchartz angewandt. 
Im Erdgeschoß und im 1. Obergeschoß gab es mehrere Verkaufsläden und ein großes Cafe. Der Nordtrakt mit Turm enthielt ein Hotel.Die Obergeschosse waren für eine Büronutzung konzipiert und nahmen erst später den größeren Teil der Stadtverwaltung auf.   In einem Teil des ehemaligen Hotels fand ein Restaurant Platz. 
Durch den Luftangriff auf Gelsenkirchen, am 19. März 1945, wurde das Hans-Sachs-Haus zum größten Teil zerstört. Bei dem Wiederaufbau 1950 wurden Teile der nicht zerstörten Fassaden mitverwandt. Ein Unterschied zwischen dem Original von 1924 und der Rekonstruktion ist kaum festzustellen. 
Das Hans-Sachs-Haus liegt im Viereck der Ebertstraße/ Munkelstraße/ Vattmannstraße/ Dreikronenstraße. Das Rathaus liegt sehr zentral im Mittelpunkt der Stadt. 
Zitat des Architekten zu seinem Bauwerk: 
"Das Dekorative hat abgewirtschaftet. Anstelle des Scheins tritt das Sein." Das Hans-Sach-Haus, einst als re-präsentatives Zeichen einer wachsenden Stadtkultur, steht heute unter Denkmalschutz. 
Das Rathaus gehört zu den prägnaten Beispielen des "Internationalen Stils", 
der alles in sich vereinte, was unter "Neuer Architektur" zu verstehen war. 
Die Einflüsse der russischen Kon-struktivisten, die Denkweise des Bau- 
hauses und die rigorose Zurückführ-ung der De-Stijl-Gruppe auf Primär-farben, klare Linien und rechte Winkel 
vereinigten sich als Merkmal in der "Neuen Sachlichkeit". 
 


DIGITALER HYPERMEDIALER ONLINE-ARCHITEKTURFÜHRER RUHRGEBIET 
© Konzept 1994-1998 FH Bochum FB1 Architektur © Text + Fotos: stud.arch. Nicole Ringler