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Musiktheater Gelsenkirchen

Objekt:  
Musiktheater Gelsenkirchen  
Adresse:   
Kennedyplatz 1 
45881 Gelsenkirchen 
Tel.: 0209/4097-200 
Architekt:  
Werner Ruhnau 
Sonstige Baubeteiligte:  
O. Rave, Max v. Hausen, H. Deilmann 
Bauherr:  
Stadt Gelsenkirchen 
Baujahr:  
1954-1959 
Quellen:   
 Baukunst v. W. Ruhnau/Y.Klein 
FAZ v. 04.02.1998 
  
 
   

  
   
Anfahrt Ruhrgebiet 
   
  
 
 
 


  

  Anfahrt Gelsenkirchen 

Projektbeschreibung: 

Der Gelsenkirchener Theaterbau - Großes und Kleines Haus - gehört zu den herausragenden Werken deutscher Nachkriegsarchitektur. Die Idee für die vom Bauhaus. Insbesondere von Mies van der Rohe beflügelte Kons- truktion war, den Stadtraum in den architektonischen Raum einzubeziehen. Dies gelang mit der gewaltigen Wand aus Stahl und Glas aus fazinierende  Weise - die Fazination hat bis heute angehalten.  
Den Wettbewerb für ein neues Theater in Gelsenkirchen hatte 1954 das Münsteraner Architektenteam Deilmann, von Hausen, Rave und Ruhnau gewonnen. Im Theaterbau hatte es sich bereits mit dem Großen Haus der Städt- ischen Bühne Münster profiliert. Das Theater sollte aus einem Großen Haus mit etwa 1100 Plätzen , darin ein Bühnenhaus mit der üblichen Haupt- und Hinterbühne sowie zwei Seitenbühnen und eine kleine Probebühne. Diese entwickelte sich  im Laufe der Entwurfsplanung zu einem eigenständigen Theaterbau, dem  Kleinen Haus. Das Gesamtprogramm zielt auf einen Theaterbau mit traditioneller Trennung von Bühnen- und Zuschauerraum, Foyer und Außenbereich. Der Wettbewerbsentwurf  des Architektenteams Deimann basierte auf einem Konzept der "Öffnung und Integration".  
Bühne und Saal sollten eine Einheit bilden, um die Be- sucher mehr in das Bühnengeschehen einzubeziehen. Konsequent sind nicht nur die Wände , sondern auch die Decken beider Bereiche des Großen Hauses gleichmäßig schwarz gehalten.  
Spieler, Bühnenbild und Besucher befinden sich optisch im selben Raum und treten hervor. Voll verwirklicht ist die Grenzaufhebung  im Kleinen Haus. Die Außenwände umschließen einen Gesamtraum, in dem Foyer, Sitzplätze und Spielflächen ohne Trennung ineinander übergehen.  
Durch variable Bestuhlung, verschiebbare Podeste und entsprechend mobile Beleuchtungs- und Beschallungs- technik können beliebige Spielsituationen geschaffen werden. Die ´wandernde´ Bühne erlaubt Experimente und ermöglicht das Spielen inmitten der Zuschauer.  
Die Idee der Integration prägt jedoch nicht nur die innere Fassadekönnen beliebige Spielsituationen ge- schaffen werden. Die ´wandermde´ Bühne erlaubt Experimente und eröffnet die Möglichkeit des Spielens inmitten der Zuschauer, die Spielorte können von Stück  zu Stück verlagert werden.  
Die Idee der Intergration prägt  jedoch nicht nur die innere Struktur beider Häuser. Durch gläserne Fassaden öffnet sie sich zum städtischen Raum, angeregt durch den Entwurf Mies van der Rohe zum Nationaltheater Mann- heim. In Gelsenkirchen können die Besucher das Theater als eine Erweiterung der  Stadtlandschaft erfahren, entsprechend seiner Funktion als öffentlicher städtischer Raum.  
Durch die gläserne Hauptfassade scheint sich der Vor- platz in das weiträumige, von Treppenaufgängen um- spielte Foyer zu verlängern. Das Haus wird zum Schau- fenster, durch das Puplikum zu sehen ist - und sich zu- sehen läßt.  
Der Mann auf der Straße kann sich gleichsam selbst in gehobener Stimmung beobachten.  
 

 

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  © Konzept 1994-1998 FH Bochum FB1 Architektur © Text + Fotos: stud.arch. Ines Borutta