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Wetterschacht 9

Bergwerk Hugo

Objekt:  
Bergwerk Hugo 
Wetterschacht 9, Gelsenkirchen 

Adresse: 
Theodor-Otte-Straße 
Stadtteil Beckhausen 

Architekt:  
Fritz Winkhaus und Günther Patschul 
Bauabteilung der Bergbau AG / Lippe 

Bauherr:  
Ruhrkohle AG / Bergbau AG Lippe 

Planung / Bauzeit: 
1978 

Quellenangaben: 
Das Ruhrgebiet, Architektur nach 1945 
(Text) Manfred Bourrée, (Fotos) Markus Wessels 
Klartext Verlag 1996 
 

  
Eingangsbereich Technik
 
Übergangsdetail 
 
 
Grob-Orientierung 

Wegbeschreibung: Autobahn 2, Ausfahrt Gelsenkirchen-Buer, Richtung Beckhausen, über die Kurt-Schumacher-Str. Richtung GE-Zentrum, links in die Rabenstr., links Theodor-Otte-Str. 
 
Anfahrtsszkizze 

Projektbeschreibung:  
Eine der Entwurfsbedingungen lautete, ein Bauwerk ohne „Industriecharakter“ zu schaffen - eine Auflage , die vom Bauherrn nochmals verschärft wurde, als es um die farbliche Gestaltung der im Außenbild sichtbaren Stahlteile ging. Dabei hatten sich die Architekten, Mitarbeiter und Nachfolger des legendären Büros von Fritz Schupp, bei ihrer Gesamtplanung mit einer kaum zu übertreffenden Sensibilität auf die umgebende Landschaft eingelassen und ihren Baukörpern ein Maß verliehen, das in keinen falschen Wettschreit mit dem angrenzenden  Bauernhof, den landschaftlich genutzten Flächen und der nahegelegenen Wohnbebauung treten sollte. 

Die Doppelfunktion der Schachtanlage - sie dient der Versorgung der Grubenfelder mit Frischluft und Energie und enthält eine elektrisch betriebene Befahrungsanlage 
( Korb) für Wartungsarbeiten - bestimmt sowohl die technische wie die gestalterische Konzeption. Das vom Bauherrn geforderte neutrale Gehäuse ist in Wirklichkeit sehr eigenwillig differenziert und in seinem funktionalen Zusammenhang entwickelt. 

Kreis,Rechteck und Quardrat, Zylinder und Kubus bilden die Grundelemente der Anlage. der Turm erhebt sich über der Schachtröhre von 7,50 Metern Durchmesser. Das innere Gerüst bildet eine Stahlkonstruktion, welche die Lasten aus dem Führungsgerüst und der Seilscheibenbühne aufnimmt. Die unsichtbare Form des Schachtes, der ja nichts weiter als einen Zylinder darstellt, bildet die ideelle Grundfigur: Sie wird in Gestalt zweier halbkreisförmiger Mauerschalen nach außen übertragen und damit aus der Anonymität gehoben.Die Schalen bestehen aus großformatigen, unbehandelten grauen Kalksandsteinen. Montagetore und Zuluftöffnungen, gegenüberliegend angeordnet, sind als Stahlleichtbauteile in die Mauerschalen als Verbindende Glieder eingesetzt. 
 
 

 
Südwest-Ansicht 

Der mit Trapezblechen verkleidete Stahl-Dachaubau über der Stahlbetondecke beherbergt den Montagezug. Technisch und gestalterisch bindet die rhythmisch gegliederte Dachkonstruktion den Turm an den zweigeschossigen Kubus des Tobinengebäudes, ebenfalls eine Stahlkonstruktion mit Außenwänden aus Kalksandstein. Das relativ niedrige, durch angeschüttetes Erdreich noch maßvoller wirkende Gebäude enthält die Anlagen zum Aufwickeln des Seils sowie die benötigten Schalt- und Nebenräume. 

Gegen die Einwände des Bauherrn, der die Tore, Türen, Fensterrahmen und Stahlbleche in grünem Anstrich wünschte, setzten sich die Architekten mit ihrem auf einem dunklen Blau basierenden Kontrastprogramm durch. Nicht zuletzt die Farbkontraste sind es, die dieser so präzise entwickelten, konstruktiv konsequenten und formal beispielhaften Anlage, die in der besten Tradition der klassischen Industriebauten im Ruhrgebiet steht, die überragende Qualität verleihen. 
 
 

 
 


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© Konzept 1994-1998 FH Bochum FB1 Architektur © Fotos: stud.arch. Markus Weßels