AMM-Masterstudenten geben Impulse
Anika Verena Voigt
Der Zusammenhang zwischen dem Wert eines Gebäudes und seiner Wirkung auf die Gesellschaft war das zentrale Thema des diesjährigen AMM-Symposiums, das vom Masterstudiengang Architektur Media Management der Fachhochschule Bochum initiiert wurde. Rund 350 Besucher folgten an den drei Veranstaltungstagen den wie kleine Ausrufezeichen über der BlueBox Bochum schwebenden roten Ballons zu den „AMM-Impulsen“.
Mit der Frage nach Qualitätskriterien für gute Architektur eröffnete Walter Prigge die erste Veranstaltung mit dem Titel „Quality Architecture - Gütesiegel Architektur?“. Zwar konnte er den Referenten keine allgemeingültige Formel entlocken. Jedoch bestand Einigkeit darüber, dass gute Architektur auch vom Laien schnell von belangloser unterschieden werden kann. Gesellschaftliche Relevanz und die Nachhaltigkeit eines Gebäudes dürften als Zeichen für dessen Qualität gewertet werden. Eine „dauerhafte Erträglichkeit“ nannte der BDA-Vorsitzende Nordrhein-Westfalens, Martin Halfmann, etwas provokant als Grundvoraussetzung für gute Architektur. Die Vorsitzende des österreichischen Vorarlberger Architekturinstitutes, Marina Hämmerle, sieht insbesondere die Beachtung regionaler Bezüge als Qualität in der Alltags-Architektur. Felix Zwoch, Chefredakteur der Architekturfachzeitschrift „Bauwelt“, ließ sich nicht zu einer Aussage über konkrete Kriterien hinreißen. Keinesfalls wolle er die Zeitschrift als Katalog für gute Architektur verstanden wissen, vielmehr als eine Plattform der Kritik. Die Notwendigkeit für ein institutionalisiertes Gütesiegel sah er genauso wenig wie die anderen Referenten. Vielmehr müsse das Hauptziel die Aufklärung über Qualitäten und die Vermittlung von Architektur sein.
Eine eindeutige Antwort erhielten hingegen die Besucher der zweiten Diskussionsrunde auf die Frage von Prof. Jan R. Krause, Experte für Unternehmenskommunikation und Professor des Masterstudiengangs AMM: „Corporate Architecture - Geschäftserfolg durch Architektur?“.
Klaus Jürgen Maack, langjähriger Geschäftsführer von Erco-Leuchten, berichtete über Wert und Wirkung der Corporate Architecture des Unternehmens.
Mit wirtschaftlichen Fakten hinterlegte der CI-Experte Rayan Abdullah die Aussagen Maacks. Auch der seit Jahren für internationale Unternehmen wie Volkswagen tätige Architekt Prof. Dr. Gunter Henn aus München belegte mit anschaulichen Beispielen den Zusammenhang von Unternehmensarchitektur und Unternehmenserfolg.
Zum Ende der dreiteiligen Architekturdiskussion zeigten sich Thesen und Temperamente in der Veranstaltung „Deutsche Autos weltberühmt - Deutsche Architektur unbekannt?“ wieder ähnlich kontrovers wie bei der Auftaktveranstaltung.
Dr. Thomas Welter vom Netzwerk Architekturexport NAX hob zunächst die Vielfalt der nationalen Baukunst in Deutschland als besondere Qualität hervor. Damit, so Ingo Gebhardt, Markenberater der deutschen Automobilindustrie aus München, lasse sich jedoch keine Marke entwickeln. Deutsche Architektur zeichne sich im internationalen Vergleich eher durch Qualität in Prozess und Technologie als durch „brisante Themen“ aus. Schwachstellen, da waren Referenten und der Moderator Klaus Dieter Weiß am Ende des Abends einig, habe die deutsche Ausbildung. Ihr fehle es laut dem international tätigen Architekten Prof. Pablo Molestina an „kulturellen Monstern wie der ETH Zürich“.
12 Experten, 17 Masterstudenten, 350 Gäste. Drei überregional relevante Themen und eine Buchdokumentation. Auch hier war man einig: Durch die „AMM-Impulse“ hat die deutsche Ausbildung auf jeden Fall gewonnen.
AMM Verlosung
Der LTR Occasional Table von Charles & Ray Eames geht nach Düsseldorf an Anne Karine Rodrigues Kipe.
Der Eames Plastic Arm Chair von Charles & Ray Eames hat Daniel Paeben aus Bochum gewonnen.
Der Panton Chair für Kinder von Verner Panton geht nach Velbert an Cornelia Piecek
Wir gratulieren den Gewinnern.
Zur Orientierung: ein 3D-Modell der BlueBox in Google-Earth












