CCC - Fachbereich Architektur

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Nachtschichten für Fantasieprojekte

Architekturstudenten der Hochschule Bochum arbeiten in der BlueBox oft noch bis spät in die Nacht an ihren Modellen. Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPoolFoto

Bochum. Ein besonderes Ausbildungskonzept: In der Blue Box können Architektur-Studierende durchaus 48 Stunden am Stück arbeiten. Hier hat jeder Student einen eigenen Arbeitsplatz - rund um die Uhr. Auch der Pizza-Service kennt sich hier schon aus.

Das Bild vom faulen Studenten ist nicht auszurotten. Aber wie kommt es, dass viele Fenster in den Hochschulen noch bis spät in die Nacht hinein beleuchtet sind? Zumindest bei der "Blue Box," dem neu renovierten Gebäude der Hochschule Bochum, ist dieses Geheimnis nun gelüftet: Architekturstudenten tüfteln dort auch nachts an ihren Entwürfen.

Schon mal eine 48-Stunden-Schicht

"Am Anfang waren es noch die üblichen acht Stunden am Tag", erinnert sich Stefan Rodewig (26), "jetzt gegen Ende machen wir auch schon mal eine 48-Stunden-Schicht". Seit drei Monaten arbeitet der Architektur-Student – ebenso wie seine Kommilitonen – an seiner Thesis, seiner praktischen Abschlussarbeit. Die Aufgaben sind unterschiedliche Projekte: ein Stadtarchiv für Wuppertal, Planung eines Stadtteils in Essen und die Erweiterung eines Museums in Köln. Der Lohn: Nach acht Semestern Regelstudienzeit und der Thesis bekommen die Studenten ihr Bachelor-Zeugnis.

Profitieren und Inspirieren

Zentraler Bestandteil dieser acht Semester ist die "Blue Box". Jeder Student hat dort Platz, seine Projekte auszuarbeiten, Modelle zu bauen, Zeichnungen anzufertigen, auf dem Papier oder am Computer. "Es ist schon etwas Besonderes, dass hier alle so zentral zusammen arbeiten", bestätigt Rodewig. Da könne man oft voneinander profitieren und sich inspirieren lassen. Im vorderen verglasten Gebäudeteil sitzen die unteren Semester, weiter hinten haben sich Rodewig und seine Kommilitonen für ihre Arbeiten eingenistet.

Fantasie-Projekte

Es riecht dort nach Klebstoff und Sprühlack, Holzklötze und Styropor-Blöcke liegen herum und mittendrin die Modelle. Rodewig arbeitet an der Museums-Erweiterung – "Meistens sind das Fantasie-Projekte", weiß er, "aber es gibt auch Studentenwettbewerbe". Bei ihm gibt es zum Glück nur noch Feinarbeit zu erledigen: Macken weg schleifen, Lack ausbessern und Modellbäume festkleben. Auch die anderen Studenten sind fast fertig, viele sehen übernächtigt aus. "Der Pizza-Bote kennt sich in der ‘Blue Box’ schon gut aus", witzelt Rodewig. Lange Nachtschichten fordern Tribut.

Unter Zeitdruck

Das Ganze gehört zum Ausbildungskonzept: "Das bereitet die Studenten optimal auf ihr Berufsleben vor", erklärt Detlef Bremkens, Pressesprecher der Hochschule Bochum. Auch dort sei es üblich unter Zeitdruck an Projekten zu arbeiten. Und die Lernsituation in der "Blue Box" unterstütze das Team-Denken, fügt er hinzu. "Ich finde das hier sehr praxisnah", urteilt Rodewig, der 26-jährige hat bereits ein Auslandssemester und Berufspraktika hinter sich. Für seinen Master will er eventuell nach Aachen wechseln.

Lutz Tomala

(Dieser Artikel auf den Icon externer Link Webseiten von "der Westen.de".)

Zusätzliche Information

Der nebenstehende Artikel erschien am 7.2.2012 im Bochumer Lokalteil der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ).

Der Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Bochumer Lokalredaktion.

Der Originalartikel kann nachfolgend abgerufen werden:

PDF-Dokument

Datum: 7.02.2012
Größe: 59 KB

Besonderes Ausbildungskonzept: Die Blue Box der Hochschule Bochum