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WiSe 16/17 FRIENDLY ALIEN - SCHINKEL WETTBEWERB

Dieses Semester bildet die Auslobung des Schinkel-Wettbewerbs die Grundlage unserer Aufgabenstellung. Der renommierte und mit 20.000 EUR dotierte Wettbewerb richtet sich an StudentInnen und AbsolventInnenn der Fachsparten Architektur, Städtebau, Landschaftsarchitektur und konstruktiver Ingenieurbau richtet. Dementsprechend sieht er drei unterschiedliche Aufgabenstellungen innerhalb des selben räumlichen Kontextes vor. Dieses Jahr konzentriert er sich auf das Berliner Westkreuz. Ziel ist es, Entwicklungspotentiale rund um den Verkehrsknotenpunkt zu erschließen. Einer der drei Schwerpunkte greift das Potential von Großformen im Umgang mit diesem schwierigen Ort auf. Historische Vorbilder dazu bilden Städtebau-Utopien der 1920er und 1960er Jahre, wie der ‘Wolkenbügel’ von El Lissitzky oder Archigrams ‘Walking City’. Aber auch heute sind Großformen, wie das Beispiel von BIGs ‘Mountain Dwelling’ zeigt, nach wie vor eine probate Strategie, jedoch mit anderen programmatischen Vorzeichen als die Vorgänger.

Das Westkreuz ist eine der prägnantesten Zäsuren im Berliner Stadtgefüge. Das Geflecht aus Rampen, Brücken und Böschungen gehört zu den Hinterlassenschaften der autogerechten Stadt der 1960er und 70er Jahre. Es ist ein Ort, wo so unterschiedliche programmatische Areale wie die Konversionfläche Verschiebebahnhof, Halensee, Messe, ICC, Olympiagelände, Ku’Damm, Funkturm und ZOB zusammenkommen. Einzig die Verknüpfungen untereinander funktionieren nicht.

Daher soll als Versuch eine Stadtmaschine entworfen werden - ein Gebäude, das neue Stadträume erschließt, bestehende Zäsuren überbrückt, Enklaven nutzbar macht, städtische Dichte und Mischung neu interpretiert.

Im Umfeld des Verkehrsknotens Westkreuz liegen zahlreiche Teil- und Restflächen als Enklaven, die sich als wertvolle innerstädtische Flächenressourcen wiedergewinnen lassen. Anknüpfend an bestehende Großformen am Westkreuz, wie das internationale Kongresszentrum ICC oder der Büroturm ‘Zitrone’ soll ein kompaktes Gebäudevolumen entwickelt werden, das einen Mix an unterschiedlichen Nutzungen ermöglicht, eine bessere Vernetzung der angrenzenden Stadtteile unterstützt und das Angebot an öffentlichen Räumen erweitern. Die Grundfläche ist dazu möglichst durchlässig zu belassen. Konstruktiv soll das Gebäudevolumen daher mit möglichst wenigen Auflagerpunkten auskommen.

Die drei zentralen Aspekte des Entwurfs-Studios sind die Auseinandersetzung mit dem Nicht-Ort, die experientelle Beschäftigung mit Konzepten von Dichte zur Nutzung von Flächenreserven in unmittelbarer Nähe von stark befahrenen Infrastrukturen, und der Einsatz von Modellen der Mischung durch das Verknüpfen von ungewöhnlichen Nutzungen und Milieus, die erst auf den zweiten Blick zusammenpassen. Bei der Behandlung dieser Kernaspekte bedienen wir uns zweier methodischer Werkzeuge: 1. mapping als Mittel zur komplexen und generativen Analyse des Ortes und 2. diagram als performatives Mittel zur Definition einer Entwurfsidee.

 

Das Mapping als Analyse des Ortes dient der Aufspürung von latenten räumlichen Potenzialen und Zusammenhängen durch eine präzise, subjektive Kartografie des Ortes. Die Charakteristik des Ortes und die urbanen Narrative werden so erfasst und zum Ausgangspunkt des Entwurfsdiagramms. Das Diagramm ist die performative Beschreibung einer materiellen Organisation. Es definiert Beziehungen, ohne die Festlegung einer vorgefassten Form. Es ist der Kern und rote Faden des Entwurfskonzeptes.

SoSe 16 DA CAPO - KONZERTSAAL IM WERKSVIERTEL

Der Konzertbesuch, der noch Anfang des letzten Jahrhunderts ein primär akustisches Erlebnis war, und traditionell zur Planung von akustisch optimierten Schuhschachtel-Sälen führte - Theophil v. Hansens Musikverein in Wien und das Concertgebouw in Amsterdam seien hier als Beispiele genannt - hat sich in der Zwischenzeit zu einem multi-sensorischen Erlebnis gewandelt, was sich beispielsweise in Sharouns Philharmonie in Berlin und ihrer typologischen Innovation durch die Positionierung des Orchesters in der Mitte des Saals (Weinberg-Schema) bei gleichzeitiger Inkaufnahme akustischer Abstriche, manifestiert.

Wir entwickeln dieses Semester, ausgehend von dem Spannungsfeld der typologischen Konzertsaal-Extreme „Schuhschachtel“ und „Weinberg“, einen Konzertsaal mit all seinen Nebenfunktionen, bei dem das Raumerlebnis nicht erst mit dem Betreten des Saals und dem Einsatz der Musik beginnt, sondern das bereits bei der Ankunft beginnt und erst bei der Abfahrt nach dem Konzert aufhört. 

Gesucht ist der Entwurf eines Konzertsaals mit herausragender architektonischer Qualität, einer guten Akustik, hohem Anspruch an die räumliche Ästhetik im Inneren und Äußeren und nicht zuletzt auch an die Umsetzung eines offenen Hauses. Traditionell war der Philharmoniebesuch bestimmten gesellschaftlichen Schichten vorbehalten. So soll der Entwurf und die Außenraumgestaltung des neuen Hauses nun einen auch im übertragenen Sinne niederschwelligen Zugang zur Konzertkultur schaffen und so ein offenes Haus für alle unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ermöglichen. 

Ein besonderer Fokus wird naturgemäß auch auf der räumlichen Organisation und Gestaltung des großen Saals als Herzstück des Gebäudes liegen. Hier werden wir mit der Arbeit an großmaßstäblichen Modellen versuchen, uns der räumlichen Lösung des großen Innenraums und seiner Foyers zu nähern.

Seit fast 15 Jahren diskutieren die Stadt München und das Land Bayern über den richtigen Standort für ein neues Münchner Konzerthaus. Die vor allem in den vergangenen Jahren intensiv geführte Diskussion über einen Standort hat erst kürzlich zu einer Entscheidung geführt, zugunsten des sogenannten Werksviertels und gegen die zuletzt auch noch diskutierte Neuhauser Paketposthalle als Standort. Der Neubau soll also in der Nähe des Münchener Ostbahnhofs auf dem ehemaligen Pfanni-Werksgelände realisiert werden. Er war notwendig geworden, da einerseits der Gasteig (in dem derzeit die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielen)  dringend saniert werden muss und dadurch auf Jahre hin unbenutzbar sein wird und zudem München keinen wirklichen Saal von Weltrang besitzt. Und das, obwohl die Münchner große Konzertliebhaber sind. Auf 1000 Einwohner kommen immerhin ca. 180 regelmäßige Konzertbesucher – mehr als beispielsweise in Berlin.

Auf dem Werksviertel-Gelände am Ostbahnhof wurden jahrzehntelang Kartoffeln zu Klößen verarbeitet (Firma Pfanni), Schmiermittel für Maschinen hergestellt etc. Bereits seit ein paar Jahren vollzieht sich seine Transformation zu einem Areal mit einem Schwerpunkt in der zeitgenössischen Kunst- und Musikszene. Nach dem Leitbild „kompakt – urban – grün“ beabsichtigt die Stadt München gemeinsam mit den Grundstückseignern, hier unter Einbindung des sich bereits entwickelnden besonderen Charakters ein lebendiges Stadtquartier entstehen zu lassen, das auf engem Raum alle Nutzungen des Täglichen Lebens vereint: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur und Freizeit. Steidle Architekten arbeiten derzeit an einem Bebauungsplan. Der mögliche Standort im Werksviertel liegt direkt im Herzen des Viertels in der Nähe zum WERK 3, dem gerade verpachteten und geplanten Hotel im Pfanni-Turm und zu dem zukünftigen Park. Im direkten Umfeld des Grundstücks gibt es schon jetzt mit der TonHalle und dem Technikum zwei innovative Bühnen für Musik und Kultur. Außerdem sieht die Planung bereits viel Raum für Proberäume, Kunstateliers und Musikfachhandel vor. Gemeinsam mit dem Konzertsaal kann ein Ensemble für alle Facetten und Aspekte der klassischen und populären Musik entstehen. Die verkehrliche Anbindung ist optimal: S-Bahn-Stammstrecke, Tram, U-Bahn und Bus. Durch die Nachbarschaft mit dem Ostbahnhof könnte der Konzertsaal mit allen ÖPNV-Mitteln erreicht werden und er wäre hier auch über das Straßenverkehrsnetz sehr gut erschlossen.

Das Raumprogramm umfasst ca. 8.500 Quadratmeter für einen Konzertsaal mit rund 1.800 Plätzen, einen kleinen Saal mit einer Kapazität von rund 300 Plätzen sowie für Foyer, Backstage, Gastronomie und andere Nebenräume. In dem neuen Konzertsaal soll zukünftig das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks residieren. 

WiSe 15/16 VERTIKALER KIEZ

Schon bald werden drei Viertel aller Menschen der Erde in Städten wohnen. Eine große Herausforderung für Architektur und Stadtplanung. Dem Wohnhochhaus wird in diesem Kontext eine immer wichtigere Rolle zukommen. Während sich das Wohnen in Hoch-häusern in vielen Teilen der Welt großer Akzeptanz erfreut, war es in Deutschland lange Zeit mit dem Makel der Anonymität und dem Beigeschmack des sozialen Brenn-punktes behaftet. Diese Wahrnehmung scheint sich in jüngster Vergangenheit zu verschieben. Aktuelle Projekte in Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Frankfurt stehen für diesen Trend und eine neue Generation von Wohnhochhäusern, die allerdings vor allem das Luxus-segment bedienen. Als Le Corbusier in der Nachkriegszeit mit den Unités d’Habitations eine neue vertikale Wohntypologie baute, stand weder eine bestimmte Klientel noch das bloße effiziente Stapeln von Wohnungen, sondern nichts weniger als eine neue Idee von Wohnen auf der Agenda: durch das Mischen von Wohnungen und anderen Funktionen in einem Hochhaus sollte das Leitbild der vertikalen Stadt realisiert werden.

Können wir uns heute die Realisierung der vertikalen Stadt in Deutschland vorstellen, vor allem in den stark wachsenden deutschen Großstädten, in denen sich u.a. aufgrund von Zuwanderung, steigenden Studentenzahlen und der Zunahme von Singlehaushalten die Nachfrage nach Wohnraum beständig vergrößert und damit Verdichtung gefragt ist? Wie wohnt es sich in einem vertikalen Kiez? Kann er mit Nutzungsmischung, Kleintei-ligkeit, einem sozialen Bezugssystem, heterogener Bewohnerschaft, nachbarschaftlicher Interaktion, alltäglicher Infrastruktur und einer räumlichen Bündelung familien- und pflegebezogener Dienstleistungen so gestaltet werden, dass der vertikale Kiez nicht nur dem menschlichen Maßstab, sondern auch der demographischen Entwicklung und der Stadt der kurzen Wege genügt? Kann der Wohnhochbau so entworfen werden, dass er weder auf den sozialen Brennpunkt noch auf den Luxusbau reduziert wird?

Die Neubauaktivitäten, die zum Beispiel in Berlin seit Anfang dieses Jahrzehnts wieder stark zunehmen, leisten in der Regel keinen ausreichenden Beitrag zur Deckung der Nachfrage nach Wohnraum. Die Wohnungsmieten steigen an und erreichen in manchen Wachstumsregionen bereits das Niveau von Büromieten. Gleichzeitig beobachten wir in denselben Städten, aus unterschiedlichen Gründen, eine starke Zunahme der Leer-stände bei Nichtwohngebäuden. Was liegt also näher, als über architektonische Konzepte zur Auffüllung dieser Leerstände und zum Umbau und zur Neuinterpretation bestehen-der Strukturen nachzudenken und damit zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen - Gewerbeleerstand und Wohnungsknappheit? 

Unser Entwurfsstudio wird sich dieses Semester prototypisch mit der Frage auseinandersetzen, wie eine solche Neuinterpretation bestehender Strukturen aussehen und der vertikale Kiez beschaffen sein könnte. Die entworfenen Prototypen werden schließlich in einem realen Kontext erprobt: Als Experimentierfeld dient das leersteh-ende Hochhaus Steglitzer Kreisel in Berlin. Es soll wiederbelebt werden. Das erfordert zum einen eine Auseinandersetzung mit der Wohntypologie des Hochhauses, zum anderen die räumliche Organisation eines gemeinschaftlichen Wohnens in der Vertikalen und den Umgang mit einer bestehenden, auf die Primärstruktur von Erschließungskern und Geschossplatten/ Stützraster reduzierten Bausubstanz

Das Hochhaus Steglitzer Kreisel im Berliner Ortsteil Steglitz ist Teil eines Gebäudekom-plexes aus den 1970er Jahren in unmittelbarer Nähe zur Einkaufsstrasse Schlosstrasse. Das Hochhaus selbst ist 118m hoch, 32-geschossig und besteht aus einem Stahltrag-werk mit Betondecken. Seit 2007 steht das Verwaltungsgebäude, das bis zu seiner Schließung von der Bezirksverwaltung genutzt wurde, leer. Mit seiner Lage direkt über einem Busbahnhof und einer S-Bahnhaltestelle sowie mit eigenem Parkhaus in der Sockelbebauung ist es infrastrukturell sehr gut angebunden. Das Hochhaus soll derzeit von der Stadt verkauft werden. Der gesamte Sockel befindet sich bereits im Besitz eines Immobilienentwicklers, er umfasst einen Hotelkomplex, Büros sowie Einzelhandel.

Zusätzliche Information

Entwurf WiSe 16/17

Exkursion

22.10.2016

Berlin

Entwurf SoSe 16

Final Review SoSe 16

Donnerstag, 15.9.2016

mit Gastkritikern: Daniel Dratz (Dratz+Dratz Architekten), Jaime Salazar und Philippe Rol (Atelier to the bone)

Midterm Review SoSe 16

Donnerstag, 2.6.2016

mit Gastkritikern: Jason Danziger (thinkbuild architecture) und Jaime Salazar

Entwurf WiSe 15/16

Final Review SoSe 16

Donnerstag, 16.03.16

mit Gastkritikern: Ayşin Ipekçi (STUDYO), Daniel Dratz (Dratz+Dratz Architekten), Christian Junge

Midterm Review WiSe 16/17

Donnerstag, 24.11.15

Gastkritiker: Daniel Lopez-Perez (University of San Diego), Daniel Dratz (Dratz+Dratz Architekten)

Exkursion

15.-16.10.2015

Berlin