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KONZERTSAAL IM WERKSVIERTEL MÜNCHEN

Der Konzertbesuch, der noch Anfang des letzten Jahrhunderts ein primär akustisches Erlebnis war, und traditionell zur Planung von akustisch optimierten Schuhschachtel-Sälen führte - Theophil v. Hansens Musikverein in Wien und das Concertgebouw in Amsterdam seien hier als Beispiele genannt - hat sich in der Zwischenzeit zu einem multi-sensorischen Erlebnis gewandelt, was sich beispielsweise in Sharouns Philharmonie in Berlin und ihrer typologischen Innovation durch die Positionierung des Orchesters in der Mitte des Saals (Weinberg-Schema) bei gleichzeitiger Inkaufnahme akustischer Abstriche, manifestiert.

Wir entwickeln dieses Semester, ausgehend von dem Spannungsfeld der typologischen Konzertsaal-Extreme „Schuhschachtel“ und „Weinberg“, einen Konzertsaal mit all seinen Nebenfunktionen, bei dem das Raumerlebnis nicht erst mit dem Betreten des Saals und dem Einsatz der Musik beginnt, sondern das bereits bei der Ankunft beginnt und erst bei der Abfahrt nach dem Konzert aufhört. 

Gesucht ist der Entwurf eines Konzertsaals mit herausragender architektonischer Qualität, einer guten Akustik, hohem Anspruch an die räumliche Ästhetik im Inneren und Äußeren und nicht zuletzt auch an die Umsetzung eines offenen Hauses. Traditionell war der Philharmoniebesuch bestimmten gesellschaftlichen Schichten vorbehalten. So soll der Entwurf und die Außenraumgestaltung des neuen Hauses nun einen auch im übertragenen Sinne niederschwelligen Zugang zur Konzertkultur schaffen und so ein offenes Haus für alle unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen ermöglichen. 

Ein besonderer Fokus wird naturgemäß auch auf der räumlichen Organisation und Gestaltung des großen Saals als Herzstück des Gebäudes liegen. Hier werden wir mit der Arbeit an großmaßstäblichen Modellen versuchen, uns der räumlichen Lösung des großen Innenraums und seiner Foyers zu nähern.

 

KONTEXT

Seit fast 15 Jahren diskutieren die Stadt München und das Land Bayern über den richtigen Standort für ein neues Münchner Konzerthaus. Die vor allem in den vergangenen Jahren intensiv geführte Diskussion über einen Standort hat erst kürzlich zu einer Entscheidung geführt, zugunsten des sogenannten Werksviertels und gegen die zuletzt auch noch diskutierte Neuhauser Paketposthalle als Standort. Der Neubau soll also in der Nähe des Münchener Ostbahnhofs auf dem ehemaligen Pfanni-Werksgelände realisiert werden. Er war notwendig geworden, da einerseits der Gasteig (in dem derzeit die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks spielen)  dringend saniert werden muss und dadurch auf Jahre hin unbenutzbar sein wird und zudem München keinen wirklichen Saal von Weltrang besitzt. Und das, obwohl die Münchner große Konzertliebhaber sind. Auf 1000 Einwohner kommen immerhin ca. 180 regelmäßige Konzertbesucher – mehr als beispielsweise in Berlin.

Auf dem Werksviertel-Gelände am Ostbahnhof wurden jahrzehntelang Kartoffeln zu Klößen verarbeitet (Firma Pfanni), Schmiermittel für Maschinen hergestellt etc. Bereits seit ein paar Jahren vollzieht sich seine Transformation zu einem Areal mit einem Schwerpunkt in der zeitgenössischen Kunst- und Musikszene. Nach dem Leitbild „kompakt – urban – grün“ beabsichtigt die Stadt München gemeinsam mit den Grundstückseignern, hier unter Einbindung des sich bereits entwickelnden besonderen Charakters ein lebendiges Stadtquartier entstehen zu lassen, das auf engem Raum alle Nutzungen des Täglichen Lebens vereint: Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Kultur und Freizeit. Steidle Architekten arbeiten derzeit an einem Bebauungsplan. Der mögliche Standort im Werksviertel liegt direkt im Herzen des Viertels in der Nähe zum WERK 3, dem gerade verpachteten und geplanten Hotel im Pfanni-Turm und zu dem zukünftigen Park. Im direkten Umfeld des Grundstücks gibt es schon jetzt mit der TonHalle und dem Technikum zwei innovative Bühnen für Musik und Kultur. Außerdem sieht die Planung bereits viel Raum für Proberäume, Kunstateliers und Musikfachhandel vor. Gemeinsam mit dem Konzertsaal kann ein Ensemble für alle Facetten und Aspekte der klassischen und populären Musik entstehen. Die verkehrliche Anbindung ist optimal: S-Bahn-Stammstrecke, Tram, U-Bahn und Bus. Durch die Nachbarschaft mit dem Ostbahnhof könnte der Konzertsaal mit allen ÖPNV-Mitteln erreicht werden und er wäre hier auch über das Straßenverkehrsnetz sehr gut erschlossen.

Das Raumprogramm umfasst ca. 8.500 Quadratmeter für einen Konzertsaal mit rund 1.800 Plätzen, einen kleinen Saal mit einer Kapazität von rund 300 Plätzen sowie für Foyer, Backstage, Gastronomie und andere Nebenräume. In dem neuen Konzertsaal soll zukünftig das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks residieren. 

Zusätzliche Information

Thesis SS 16

1.Treffen

Di, 22.3.16, 14 Uhr, Blue Box 1.OG