FH Bochum weist den Weg ins Ausland
Go abroad: Großes Interesse am Infotag zur Qualifizierung im Ausland
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er viel erzählen. Zahlreiche Zuhörer lauschten gebannt, als Studierende der Fachhochschule Bochum ihre Erfahrungen mit dem Lernen und Arbeiten im Ausland schilderten. "Go abroad - Qualifizierung im Ausland" lautete der Titel des Informationstages, der von mehreren Fachbereichen der FH Bochum, dem Akademischen Auslandsamt und dem Institut für Zukunftsorientierte Kompetenzentwicklung (IZK) am 26. Oktober veranstaltet wurde. Ziel: die Studierenden auf die Chancen eines Auslandsaufenthaltes aufmerksam machen.
"Gehen Sie raus, sammeln Sie Erfahrungen", ermunterte der Rektor Prof. Dr. Reiner Dudziak die Studierenden zu Beginn von "Go abroad". Über 130 von ihnen waren in Hörsaal 7 erschienen, um sich bei der Veranstaltung aus erster Hand über die Möglichkeiten des Studierens und Arbeitens im Ausland zu informieren. Ein praxisorientiertes Programm erwartete sie den ganzen Tag lang: Zunächst berichteten Kommilitonen und Lehrkräfte über ihre eigenen Auslandsaufenthalte. Anschließend konnten sich die Bochumer Studierenden an Informationsständen, per Video, durch Broschüren und Handzettel, aber auch im persönlichen Gespräch ein eigenes Bild vom Nutzen, aber auch von den Anforderungen machen, die ein Aufenthalt im Ausland mit sich bringt.

In mehreren Workshops am Nachmittag vermittelten die Aus-landskoordinatoren der Fachbereiche beispielsweise den Ablauf von Vorstellungsgesprächen im Ausland. Aber auch Fragen rund um die Anerkennung von Studienleistungen und die verschiedenen Abschlüsse waren Themen der insgesamt acht Workshops beim Informationstag der Hochschule.
Gleichzeitig machte die FH Bochum ihren Studierenden Appetit darauf, auch die weniger bekannten Ziele anzusteuern. Schließlich hat sich die Hochschule mit ihrem Studienangebot in den vergangenen Jahren immer stärker zu einer Einrichtung mit internationalem Anspruch entwickelt. So war die Liste der vorgestellten Länder lang, darunter Südafrika, Schanghai und Japan. Sogar Usbekistan war bei dem erstmals angebotenen Infotag vertreten: Mehrere Studierende aus dem Masterprogramm des Fachbereichs Wirtschaft stellten, einer von ihnen sogar in Nationaltracht gekleidet, die Kultur ihrer Heimat vor und gaben Tipps für einen Aufenthalt. Ebenfalls dabei war Tschechien - ein Studierender spielte auf der Geige Stücke seiner Heimat.

Eingebettet in dieses Rahmenprogramm, stand die Informationsvermittlung und die Stärkung der Kompetenzen der Studierenden jedoch im Mittelpunkt. Junge Leute, die bereits einen Teil ihres Studiums im Ausland verbracht haben, schilderten die Studien- und Arbeitsbedingungen und gaben Tipps zur Freizeitgestaltung. Eines der wichtigsten Themen war die Vorbereitung eines Auslandsaufenthaltes: In welchem Land benötige ich eine Aufenthaltsgenehmigung? Wo und wie bewerbe ich mich? Wie bekomme ich eine Unterkunft? Welcher Versicherungsschutz ist notwendig? Zahlreiche Fragen sind zu klären - und das nicht erst eine Woche vor der Abreise. Ein Auslandsaufenthalt muss mindestens ein halbes Jahr im voraus geplant werden, besser sollten die Überlegungen schon ein Jahr vorher beginnen. Dazu zählt etwa das Sammeln von Informationen über das jeweilige Ziel, aber auch das Beantragen von Fördermitteln oder Stipendien.
Überhaupt: Das liebe Geld spielte natürlich eine große Rolle beim Infotag. Denn die Lebenshaltungskosten sind von Land zu Land unterschiedlich, die Reisenden in Sachen "Bildung" müssen oft die Fahrtkosten aus eigener Tasche finanzieren. Doch davon sollte sich niemand abschrecken lassen, beruhigte Petra Händler vom Akademischen Auslandsamt die Besucher der Infoveranstaltung. Sie erläuterte die einzelnen Förderprogramme und Möglichkeiten finanzieller Zuschüsse.
Und natürlich sollte ein Auslandsaufenthalt - gleich welcher Art - zum gewählten Studienschwerpunkt und zum künftigen Berufsziel passen. "Es macht wenig Sinn, mehrere Praktika nacheinander zu absolvieren, nur weil damit Auslandserfahrungen verbunden sind", warnte Edward Sodmann vom Fachbereich Wirtschaft. "Mit einem Studium oder Praktikum im Ausland sollte immer ein klares Ziel verbunden sein", verdeutlichte der Mit-Organisator von Go abroad. Der Infotag hat jedenfalls sein Ziel erreicht: Einige Workshops waren ausgebucht, bereits mittags waren die meisten Broschüren und Formulare vergriffen. Go abroad soll künftig einmal jährlich angeboten werden.

Erste Adresse für konkrete Informationen zu Förderprogrammen und Stipendien ist das Akademische Auslandsamt.
Dort hält Petra Händler umfangreiches Informationsmaterial bereit.

