Auch Studierende profitieren
Ehemaligen-Netzwerk der Hochschule Bochum nimmt Fahrt auf / Infoabend zur Wirtschaftskrise
Bilder zur Meldung:

Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsmitglied der Nord LB, erläutert die Hintergründe der Finanzkrise. Foto und Text: Rüdiger Kurtz
Netzwerke, das lernt man in Zeiten von Facebook und XING, sind für das berufliche Weiterkommen wichtig. Zielstrebig Kontakte mit fremden Menschen knüpfen und pflegen ist aber nicht jedermanns Sache. Angenehmer ist es da, bestehende Verbindungen zu erhalten oder ehemalige wieder zu aktivieren. An Hochschulen wird diese Aufgabe immer häufiger von Alumninetzwerken erfüllt, die den Kontakt zwischen den Absolventen und "ihrer" Alma Mater intensivieren. So war es kein Zufall, dass am Fachbereich Wirtschaft der Hochschule Bochum vor zwei Jahren mit BOwal eine Alumnivereinigung für die Wirtschaftsabsolventen ins Leben gerufen wurde, die sich den Austausch zwischen Ehemaligen, Fachbereich und aktuellen Studierenden zum Ziel gesetzt hat.
"Wir hatten vermehrt Anfragen unserer Absolventen, ob man nicht ein entsprechendes Netzwerk gründen könne", erzählt Wirtschaftsdekan Prof. Jürgen Bock. So wurde Anfang des letzten Jahres BOwal ins Leben gerufen und eine eigens aufgebaute Internet-Plattform freigeschaltet. "Bis heute haben sich bereits über 400 Ehemalige angemeldet", freut sich Alumnikoordinator Rüdiger Kurtz. Eine stattliche Zahl, zumal am Fachbereich von vielen Ehemaligen weder aktuelle Post- noch Mailadresse vorlagen.
Ein erstes Alumnitreffen fand nun an der Hochschule statt. Der Fachbereich Wirtschaft hatte zu einer Abendveranstaltung mit Dr. Jürgen Allerkamp, Vorstandsmitglied der Nord LB, geladen. Der Bankenfachmann analysierte präzise die Hintergründe der Finanzkrise und benannte am Ende seines Vortrags auch die Schuldigen. "Das sind an erster Stelle die Banken und an zweiter und dritter auch", bekannte Allerkamp selbstkritisch, obschon die Nord LB durch eine vergleichsweise solide Strategie die Krise relativ unbeschadet überstehen konnte.
Allerdings, so Allerkamp, könne man auch anderen "Mitspieler" eine Teilschuld nicht absprechen. So bekamen neben Analysten, Rating-Agenturen, Wirtschaftsprüfern, Politikern und Aufsichtsräten auch die Aktionäre ihr Fett weg: "Wer durchschnittlich Renditen von 15% im Jahr erwartet, sollte sich über die Möglichkeit großer Verluste nicht wundern."
Im Anschluss an seinen Vortrag stellte sich Jürgen Allerkamp den Fragen der Anwesenden. Gemeinsam mit den gut 30 Bochumer Alumni diskutierte er bei einem Glas Wein noch lange und intensiv. Am Ende der Veranstaltung zeigten sich alle Seiten sehr zufrieden. "Ich freue mich, dass unsere erste Veranstaltung so gut angekommen ist", so Prodekanin Eva Waller: "Wir bieten erst einmal einige kürzere Veranstaltungen an, die natürlich eher für die Alumni aus der Region interessant sind. Bei entsprechendem Interesse werden wir demnächst umfangreichere Treffen organisieren."
Und daran, dass Interesse besteht, ließen die Ehemaligen keinen Zweifel: "Eine sehr gut organisierte Veranstaltung und ein spannender Vortrag", lobte Heidemarie Türksch: "Es hat Spaß gemacht, sich mit den anderen Alumni auszutauschen." Im November steht eine Werkbesichtigung bei OPEL auf dem Programm und im April 2010 soll dann das erste "große" Alumnitreffen stattfinden, eine zweitägige Veranstaltung mit Fachvorträgen, Diskussionen, kulturellem Rahmenprogramm und geselligem Beisammensein.
