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Bochum wächst weiter zum Geothermiezentrum Europas

Neue Graduiertenschule für die Spitzenforschung gegründet

Hochschule Bochum und Ruhr-Universität Bochum bündeln Expertisen

Meldung vom 22.11.12

Bilder zur Meldung:

Die High-Tech-Bohranlage „BOREX“, ist eines der Forschungsgeräte des Geothermierzentrums. Einigen Doktoranden der Graduiertenschule wird sie ein vertrauter Anblick werden. Im September 2011 wurde die Anlage offiziell getauft.

Gemeinsame Pressemitteilung der Ruhr-Universität und der Hochschule Bochum

Von Dr. Josef König

Der Standort Bochum entwickelt sich weiter zu dem Zentrum für die Geothermieforschung in Europa. Mit der soeben gegründeten "Bochum Graduate School Applied Research on Enhanced Geothermal Energy Systems (AGES)“ bündeln die Ruhr-Universität Bochum (RUB) und die Hochschule Bochum (HS-BO) zudem ihre wissenschaftlichen Kräfte und ermöglichen herausragenden Absolventen beider Hochschulen die strukturierte Promotion auf einem Forschungsgebiet, dem weltweit eine große Bedeutung für die zukünftige Versorgung von Ballungsgebieten mit regenerativer Energie zugesprochen wird. Das Land NRW unterstützt die AGES mit rund 1,5 Mio. € in den nächsten drei Jahren aus dem aus Programm „NRW.Forschungskooperationen“. Die Graduiertenschule wird im ersten Schritt zehn Doktoranden aufnehmen; sie werden in neun Arbeitsgruppen von elf Professoren betreut. Sprecher der neuen Schule sind die Professoren Dr. Jörg Renner (RUB, Institut für Geologie, Mineralogie und Geophysik / Experimentelle Geophysik) und Dr. Rolf Bracke (HS BO, International Geothermal Center / Bohrtechnik und Geothermische Systeme).

„Die gemeinsame Graduiertenschule verstärkt ein wichtiges Forschungsgebiet, in das beide Partner komplementäre Expertisen einbringen“, freut sich RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler: „Sie könnte sich zu einem Modellfall für solche Forschungskooperationen entwickeln, für die Universitäten und Fachhochschulen ihre jeweils besonderen Erfahrungen in die Waagschale legen.“ Und sein Kollege von der Hochschule Bochum, Prof. Dr. Martin Sternberg, ergänzt: „Mit ihren unterschiedlichen Profilen, Größen und Hochschultypen bringen die Ruhr-Universität und die Hochschule Bochum ergänzende Kompetenzen in diese Forschungsplattform ein. Die Förderung der gemeinsamen Plattform zur wissenschaftlichen Nachwuchsförderung und Forschung durch das Land erkennt in besonderer Weise die Forschungsstärke der Hochschule Bochum auf dem Gebiet der Erdwärmenutzung und den Mehrwert der wissenschaftlichen Zusammenarbeit der beiden größten Bochumer Hochschulen an.“

Geothermie zeigt ihr großes Potenzial in der Kraft-Wärme-Kopplung. Sie soll aufgrund ihrer hohen Grundlastfähigkeit bei der Fernwärmeversorgung großer Ballungsräume eine zentrale Rolle spielen. 2050 werden ca. 80 Prozent der der Menschen in Ballungsräumen und Mega-Cities leben. Mit dieser umweltfreundlichen Energie könnte ein überwiegender Teil der Wohnungen und Gebäude mit Elektrizität und Wärme versorgt werden. Auch die Industrie zeigt einen großen Bedarf an Wärme, der von dieser regenerativen Energiequelle gespeist werden könnte. Dafür müssen neue Technologien entstehen, die nahezu überall auch außerhalb geologischer Vorzugsregionen einsetzbar und gesellschaftlich akzeptiert sind. So etwa Enhanced Geothermal Systems (EGS), mit denen Energie aus trockenen, sehr tiefen warmen Steinschichten erschlossen wird, indem man sie anbohrt, Wasser in die Steinkammern hineinpumpt, das dort erwärmt und an die Oberfläche wieder gepumpt wird und hier entweder Turbinen betreibt oder Gebäude mit Wärme versorgen kann. Die Entwicklung solcher Systeme steckt weltweit noch in den Anfängen und soll an der neuen Einrichtung führend erforscht werden.

An beiden Hochschulen in Bochum beschäftigen sich seit vielen Jahren Arbeitsgruppen von Ingenieuren, Geo- und Gesellschaftswissenschaftlern mit den unterschiedlichen Aspekten geothermaler Systeme. 2007 haben sie den „GeothermieCampus Bochum“ gegründet, den sie zusammen mit der Stadt Bochum, dem Internationalen Geothermiezentrum und der rubitec, Gesellschaft für Innovation und Technologie der Ruhr-Universität Bochum mbH, betreiben. Auf diesem errichtet die HS-BO gegenwärtig mit Mitteln des Landes NRW, der EU und der Industrie das „International Geothermal Center“, eine der größten Forschungsinfrastrukturen für die Geothermie in Europa. Zu ihr gehört unter anderem das ca. 50 Quadratkilometer große bergrechtliche Erlaubnisfeld und in-situ Labor „Zukunftsenergie“. Mit der der neuen AGES sollen nun die grundlagen- und anwendungsbezogenen Arbeiten an der RUB und an der HBO weiter zusammengeführt werden. Bereits jetzt gilt Bochum als Hochburg der Geothermieforschung. Die Stadt Bochum selbst hat sich - nicht erst mit der Ansiedlung des geothermischen Weltverbandes (International Geothermal Association – IGA) im Jahr 2011 - zur Geothermiestadt erklärt.

Zusätzliche Information

Pressesprecher

Dipl.-Journ. Detlef Bremkens

Raum: C 1-27
Tel.: +49 234 3210702
Fax: +49 234 3214312
detlef.bremkens@hs-boc...

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