Denkmäler 3.de – Kolloquium zur Industriearchäologie
Hochschule Bochum ist Mitinitiator für Tagung auf dem Gelände der Zeche Zollverein in Essen
Es ist höchste Zeit, dass die industrielle Vergangenheit des Ruhrgebiets dokumentiert wird", so fasst Heinz-Jürgen Przybilla, Professor für Photogrammetrie und digitale Bildverarbeitung an der Hochschule Bochum, die Ziele der regionalen Industriearchäologie zusammen. Auf dem dreitägigen Kolloquium "denkmäler3.de", das heute zu Ende geht, haben Experten aus aller Welt die Möglichkeit sich fachlich auszutauschen. Zahlreiche Vorträge und Diskussionen bieten hierfür eine gute Gelegenheit, neue Ziele und Methoden dieser relativ jungen Fachrichtung zu erörtern.
Passender Veranstaltungsort für die Tagung ist der Kubus auf dem Gelände der Essener Zeche Zollverein, wo die jüngste Industriegeschichte greifbar wird. "Oberirdisch ist die industrielle Vergangenheit im Ruhrgebiet recht gut dokumentiert, aber wichtig ist auch was das, was sich im Boden befindet" sagt Prof. Przybilla. Gemeint sind damit die archäologischen Funde, die beim Bau der neuen Hauptverwaltung des Thyssen-Krupp Konzerns zu Tage kamen. Denn durch die Baumaßnahmen konnte die Entwicklung einer im Jahr 1819 errichteten Gussstahlfabrik erstmals großflächig dokumentiert werden. Dabei waren die Archäologen und Denkmalpfleger gezwungen ihre Arbeitsmethoden den Gegebenheiten auf der Baustelle anzupassen. Es galt die industriearchäologischen Relikte zu sichern, bevor die voranschreitenden Arbeiten sie zerstörten. Auch neue Methoden, Funde zu sichern, z. B. mit Laservermessungstechnik, werden auf dieser Fachtagung vorgestellt.
Veranstaltet wird dieses Kolloquium u. A. von der Hochschule Bochum und der Fachhochschule Mainz.
Weiteren Informationen im Internet unter der Adresse
www.denkmaeler3.de
Jens Wege
