Erfolg und Zufriedenheit durch Wertschätzung
Der Mittelstand braucht kluge Köpfe und innovative Ideen. Was liegt da näher als ein Blick in die umliegenden Hochschulen ...
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Diskutierten angeregt über Instrumente der Mitarbeiterbindung und des Wissensmanagements: Prof. Dr. Rudolf Staiger und Prof. Dr. Jürgen Bock von der Hochschule Bochum sowie die Unternehmer Matthias Kraemer und Gunnar Lohmann-Hütte. Moderiert wurde die spannende Veranstaltungsreihe von Dr. Katja Fox (v.l.n.r.).
Von Rüdiger Kurtz
Wer ein mittelständisches Unternehmen erfolgreich führen kann, hat Wirtschaftsstudierenden sicherlich eine Menge Interessantes zu berichten. Diese Annahme wurde eindrucksvoll durch das „Gesprächsforum Hochschule-Mittelstand“ bestätigt. Studierende aus den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften sowie angehende Bauingenieure und Architekten trafen dabei auf Führungskräften aus mittelständischen Unternehmen. Gemeinsam organisiert und durchgeführt wurde die Veranstaltungsreihe von der IHK Mittleres Ruhrgebiet und Prof. Dr. Jürgen Bock, Vizepräsident für Hochschulentwicklung und Marketing an der Hochschule Bochum.
Das Themenspektrum reichte von den Erwartungen mittelständischer Unternehmen an Hochschulabsolventen über die Unterschiede zwischen Mittelstand und Konzernen bis hin zu den Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung und des Wissensmanagements. Entsprechend groß war das Interesse. Neben den Studierenden besuchten auch Dozenten und Unternehmensvertreter aus der Region die von Dr. Katja Fox (IHK) moderierten Gesprächsrunden. "Das Konzept ist sehr erfolgreich", freute sich Wirtschaftsprofessor Jürgen Bock: "Die Nachfrage bei unseren Studierenden war von Anfang an sehr groß und der Austausch zwischen Hochschulen und Unternehmen kommt letztlich allen zugute."
Auch auf der Abschlussveranstaltung zum Thema: "Wissen managen, Talente fördern, Organisation verändern!" erhielten die interessierten Nachwuchskräften einen guten Einblick in die täglichen Herausforderungen, denen sich das Führungspersonal eines mittelständischen Unternehmens stellen muss. Insbesondere ging es dabei um organisatorische Modelle zur Aktivierung und gezielten Nutzbarmachung des vorhandenen Wissens in Unternehmen. Matthias Kraemer, Vorstand der SchürmannSpannel AG, erläuterte die Vorteile des sogenannten "Wissensmanagements", das unter anderem dazu führe, dass Wissen gezielt in schriftliche Standards umgesetzt wird: "Früher ist viel von unserem Know-how in irgendwelchen Schubladen verschwunden, heute ist es in übersichtlicher und digitaler Form für unsere Mitarbeiter abrufbar." Prof. Jürgen Bock wies in diesem Zusammenhang auf die generelle Notwendigkeit der Vernetzung von Mitarbeiten hin: "Im heutigen wissens- und innovationsorientierten Kommunikationszeitalters wird das im Unternehmen vorhandene Wissenskapital immer mehr zum entscheidenden Produktionsfaktor."
Gunnar Lohmann-Hütte, Mitglied der Geschäftsführung der Friedrich Lohmann GmbH, vertraut in seinem Unternehmen auf Methoden des Wissenstransfers: "Wir arbeiten mit einem Tool, das neben den wirtschaftlichen Fakten die immateriellen Vermögenswerte wie etwa das Know-how der Mitarbeiter oder gute Beziehungen zu Lieferanten und Kunden berücksichtigt." Die "Wissensbilanz" sei eine Methode zur systematischen Erfassung von Stärken und Schwächen und ermögliche so gezielte Verbesserungen in der Organisationsentwicklung. Einig waren sich die beiden Unternehmer darin, dass alle Mitarbeiter und Ebenen eines Unternehmens am Wissensmanagement beteiligt werden sollten. "Besondere Lösungen erzielt man nur gemeinsam", so Matthias Kraemer: "Mitarbeiter an der Entscheidungsfindung zu beteiligen und ihnen Verantwortung zu übertragen ist eine Form der Wertschätzung, die zur Zufriedenheit führt." Und dieses Miteinander jenseits von Hierarchieebenen sei in überschaubaren mittelständischen Unternehmen natürlich leichter umzusetzen als in großen Konzernen.
Gunnar Lohmann-Hütte und Matthias Kraemer riefen die Studierenden zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal dazu auf, sich auch weiterhin über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen zu informieren. Bei der Vermittlung von Abschlussarbeiten in Unternehmen habe man bislang "hervorragende Erfahrungen" gemacht. Prof. Dr. Rudolf Staiger, Vizepräsident für Forschung und Transfer an der Hochschule Bochum, stimmte dem gerne zu: "Der Kontakt zur Wirtschaft ist für uns als Hochschule natürlich sehr wichtig und die erfolgreiche Zusammenarbeit von Theorie und Praxis zeigt sich insbesondere auch in der Vergabe von Forschungsaufträgen sowie der Kooperation bei Bachelor- und Masterarbeiten."
