Erneut Medaille für Bochumer Professorin
Wirtschaftsprofessorin Margit Geiger gewinnt in Kroatien Bronze bei den Senioren-Europameisterschaften im Tischtennis
Im Seebad Porec an der kroatischen Adriaküste nahmen 2500 Teilnehmer aus 36 Nationen an den diesjährigen Senioren-Europameisterschaften teil. Gespielt wurde in vier Hallen an über 100 Tischen. Einen Beitrag zum erfolgreichen Abschneiden der deutschen Mannschaft steuerte auch Margit Geiger, Wirtschaftsprofessorin der Hochschule Bochum, bei.
Nachdem sie im letzten Jahr bei den Weltmeisterschaften in Brasilien überraschend eine Bronzemedaille im Doppel geholt hatte, nahm Margit Geiger nun auch erstmalig an einer Europameisterschaft teil. Keine leichte Aufgabe: "Die sportliche Herausforderung ist bei der EM höher als bei der WM", so die sportliche Dozentin: "Das Teilnehmerfeld in Porec war fast doppelt so groß wie das in Brasilien und es waren viele Spielerinnen und Spieler aus Osteuropa vor Ort, die ihren Lebensunterhalt immer noch mit Tischtennis verdienen."
Da sie im Vorfeld zudem kaum Zeit zum Trainieren gefunden hatte, wollte die Bochumer Professorin sich nicht unter Druck setzen: "Wie schon in Brasilien lautete die Zielsetzung: Spaß haben und möglichst viele Sätze gewinnen." Die für den TTS Duisburg in der Oberliga aktive Spezialistin für Personalmanagement reiste dementsprechend locker mit ihrem siebenjährigen Sohn Marcel und Freundin Marianne Blasberg, mehrfache Europameisterin und Vizeweltmeisterin bei den über 70jährigen, an.
Während Hotels, Gastronomie und die Freundlichkeit der Einheimischen von Anfang an positiv auffielen, ließ die Organisation zu wünschen übrig. "Offensichtlich waren die Veranstalter mit dem großen Teilnehmerfeld überfordert, Spielansetzungen erfolgten teilweise zu spät. Gewöhnungsbedürftig war auch das teilweise fanatische Publikum: "Normalerweise stehen bei professionellen Turnieren keine Zuschauer direkt an der Box", so die 43jährige.
Die Bochumer Professorin nahm es gelassen und versuchte sich auf den sportlichen Teil zu konzentrieren. Im Einzel fand sie sich gleich in einer starken Gruppe wieder, konnte sich aber durch einen guten zweiten Platz für die Endrunde qualifizieren. Dort musste sie sich dann knapp mit 2:3 der Tschechin Ilona Longinova geschlagen geben. Kein Grund enttäuscht zu sein: "Bei dem extrem hochklassigen Teilnehmerfeld, kann ich mit meiner Platzierung sehr zufrieden sein", so Margit Geiger. Bezeichnend für die sehr starke Besetzung in ihrer Altersklasse war der Sieg der mehrfachen deutschen und Europameisterin Olga Nemes.
In der Doppelkonkurrenz lief es dann noch besser. An der Seite von Doppelpartnerin Claudia Piccu wurde ein Paar nach dem anderen besiegt. „Wir hatten einen guten Lauf und standen schließlich – wie auch schon in Brasilien – im Halbfinale". Damit war die Bronzemedaille bereits gesichert. Für das Endspiel reichte es leider nicht. Zwei starke tschechische Doppelspezialistinnen besiegten das deutsche Duo. "Mehr war nicht drin", so Wirtschaftsprofessorin Margit Geiger, die mit dem erneuten Gewinn der Bronzemedaille mehr als zufrieden war: "Nach der Medaille bei der WM nun auch eine bei der EM zu gewinnen ist eine tolle Sache!"

