Modellrennbahn motiviert zur Freude an sparsamen Autos
Hochschule Bochum auf der IAA in Frankfurt
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Auch Ex-Umweltminister Jürgen Trittin gab sein Bestes beim Rennen an der Modellbahn auf der IAA.
Autofahren macht frei. Das jedenfalls ist für viele Fans spritbetriebener Fahrzeuge ein Lebensgefühl, das Umweltbedenken nur wenig trüben kann. Zusammen mit der Verbraucherzentrale versuchen jetzt Ingenieure der Hochschule Bochum den Besuchern der 63. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt bewusst zu machen, wie unterschiedlich verschiedene Autos mit ihrem CO2-Ausstoß die Umwelt belasten.
Um sinnlich erfahrbar zu machen, welche Autotypen wie viel Kohlendioxyd beim Fahren erzeugen, haben sie eine Modellrennbahn so eingerichtet, dass einzelne Fahrspuren jeweils durch ein normales Fahrrad über eine Trainingsrolle angetrieben werden. Vier "Rennfahrer" können dabei gegeneinander antreten. Im Bochumer Labor für Softwaretechnik und Rechnernetze von Prof. Jörg Wollert wurde eine Steuerung entwickelt, die je nach Fahrzeugtyp und Trittfrequenz des jeweiligen Fahrrades die Geschwindigkeit der Modellautos regelt: "Die Trainingsrollen der Fahrräder erzeugen Geschwindigkeitssignale, die von einem PC ausgewertet werden. Der PC gibt die Daten weiter zu einer Steuerung und die Steuerung erzeugt die Signale für die Rennbahn – und schon fahren die Autos.", erklärt Prof. Wollert. Wenn die Spieler stärker in die Pedalen treten, fahren auch die Autos schneller. Der Kohlendioxydausstoß der Automodelle wird auf ganz besondere Weise in das Rennen einbezogen: Je höher die Schadstoffbelastung, desto schwerer wird es zu treten. "Wir können eine Wirbelstrombremse über den PC steuern", erklärt Wollert. "Damit können wir eine Bremsleistung erzeugen, die es letztendlich für den Fahrradfahrer schwieriger macht, in die Pedale zu treten." So wird es schwerer, Automodelle mit hohem Benzinverbrauch genauso schnell wie sparsame Wagen ins Ziel zu bringen.
Diese spielerische Art, für klimaverträglichere Fahrzeuge zu werben, ist ein Konzept der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), das die Hochschule Bochum und insbesondere Mitarbeiter Norman Palmhof nur allzu gern umgesetzt haben. Schließlich setzt sich die Hochschule als Entwickler von solarbetriebenen Fahrzeugen auch für die weitere Entwicklung der umweltfreundlicheren Elektromobilität ein.
Den Klimastand der Verbraucherzentrale in Halle 8 der IAA können Interessierte noch bis Sonntag (27. September) besuchen.
