Schnelle Daten für den Ernstfall
Diplomant installiert spezielles Informationssystem bei der Berufsfeuerwehr Mülheim
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Schneller und besser vorbereitet: so kann die Mülheimer Feuerwehr dank des Systems von Steffen Dannenberg (rechts) jetzt bei ihren Einsätzen agieren – dank der Nutzung eines Geographischen Informationssystems.

Die mobile Einsatzzentrale. Fotos und Text: Vicki Marschall
Diplomarbeiten müssen nach ihrer Veröffentlichung nicht als Staubfänger enden – das zeigen die Abschlussarbeiten der Hochschule Bochum. Der angehende Vermessungsingenieur Steffen Dannenberg hat für die Berufsfeuerwehr Mülheim ein Informationssystem weiterentwickelt und installiert, das für den Notfall unverzichtbare Informationen über Hydranten, Gasleitungen oder Zufahrten jederzeit bereitstellt. Der Vorteil: Das System greift auf vorhandene Daten der Stadt zurück, spart Zeit und verursacht keine zusätzlichen Kosten.
Der Feuerwehr ist Steffen Dannenberg schon lange verbunden und will es auch bleiben. Der gebürtige Bottroper gehört in seiner Heimatstadt den freiwilligen Brandschützern an und kann sich seine berufliche Karriere bei der Feuerwehr sehr gut vorstellen. "Es ist eine sehr abwechslungsreiche Arbeit und der Zusammenhalt geht über das normale kollegiale Verhältnis in anderen Berufen hinaus", schwärmt der 25-Jährige. Was lag also näher, als sich auch in der Diplomarbeit mit dem Thema zu beschäftigen?
Der Einsatz hat sich für Dannenberg gelohnt, denn die Berufsfeuerwehr Mülheim arbeitet bereits mit dem von ihm kürzlich installierten System. Er greift dabei auf das sogenannte Geografische Informationssystem (GIS) zurück, das einige Ämter der Stadt Mülheim schon länger nutzen. "Die Kunst ist, relevante Daten einzelner Ämter zusammenzustellen und für die Feuerwehr aufzubereiten", so Prof. Dr.-Ing. Walter Rocholl, der Dannenberg bei seiner Diplomarbeit betreut hat. Gerade bei Großeinsätzen brauchen die Einsatzkräfte schnell Informationen über die Umgebung: Wo sind Hydranten und Abwasserleitungen? Wo liegen Gas- oder Gefahrstoffleitungen? Welche Zufahrtswege gibt es?
Bisher lag für jedes Gebäude eine Akte vor, die bei Einsätzen herausgesucht wurde. Das neue, digitale System greift direkt auf die Informationen der Ämter oder der Versorgungsbetriebe zurück – sowohl von der Leitstelle als vom speziell ausgerüsteten Einsatzfahrzeug aus. Da die Daten der Stadtverwaltung speziell konfiguriert werden mussten, entstanden auch keine weiteren Kosten. "Um keine Datenflut zu verursachen haben wir unwichtige Daten herausgefiltert", erklärt Dannenberg. Allerdings musste der erste Diplomant der Feuerwehr Mülheim häufig zwischen den Ämtern vermitteln, vorhandene Bedenken ausräumen. Nun gilt es noch die Kinderkrankheiten des Systems zu beheben. Doch Pläne zur Erweiterung hat Dannenberg schon: "Im Falle einer Evakuierung wäre es hilfreich sofort zu wissen, wie viele Menschen überhaupt im Einsatzgebiet wohnen."
