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Von "Babuschkas" und Führungskompetenz

Deutsch-Russischer Wirtschaftsaustausch an der Hochschule Bochum

Meldung vom 14.10.10

Bilder zur Meldung:

Gute Stimmung im internationalen Masterseminar.

Der Russe blickt positiv in die Zukunft und neidet seinem Nachbar den Mercedes nicht, während sich der Deutsche mit einer weiteren Zusatzversicherung eindeckt und eifersüchtig die Beförderung des Kollegen zur Kenntnis nimmt. Über so manch ein Klischee wurde gemeinsam gelacht, bevor es von der Delegation junger russischer Führungskräfte und den Masterstudierenden des Studiengangs Internationales Management auf seinen Wahrheitsgehalt hin überprüft wurde.

In wenigen Stunden waren sich die Bochumer Studierenden und ihre Gäste nahe gekommen, hatten engagiert diskutiert und dabei auch eine Menge Spaß gehabt. Das Treffen war Bestandteil der Veranstaltung "Internationale Führungskompetenz" von Wirtschaftsprofessor Jürgen Bock. Er hatte die Mitarbeiter eines russischen Energieunternehmens eingeladen, sich mit den Bochumer Studierenden über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Länder und Wirtschaftssysteme auszutauschen.

"Eine tolle Sache", freute sich nicht nur Masterstudentin Susanne Schwach: „Wann hat man schon mal die Gelegenheit, so intensiv mit russischen Unternehmern in Kontakt zu kommen?" Auch die russische Delegation zeigt sich sehr angetan. Andrey Kasyanenko, stellvertretender Chefingenieur, lobte das "Engagement und den hohen Wissenstand" der Bochumer Studentinnen und Studenten. Sieben Wochen lang reisen die Nachwuchsmanager durch Deutschland und informieren sich bei verschiedenen Unternehmen über neue Technologien, Personalmanagement und Arbeitsorganisation.

"Wir können von unseren deutschen Partnern viel lernen", so Kasyanenko: "Und gerade die Studierenden bringen viele gute Ideen mit ein." Aber auch für die Bochumer Masterstudierenden gab es ungeahnte Einblicke in das russische Wirtschaftswesen. Dass die Hierarchien deutlicher ausgeprägt sind als hier, war nicht überraschend, dass die russischen Gäste aber die legendäre Babuschka, also die russische Großmutter ins Spiel brachten, um die guten Aufstiegsmöglichkeiten russischer Frauen zu erklären, war es umso mehr. "In der Tat erleichtert das Zusammenleben in Großfamilien und der enge Kontakt zu den Großeltern die Zeitplanung vieler Familien und insbesondere die der Frauen", so Andrey Kasyanenko: "Die Großeltern passen tagsüber auf die Enkel auf und die Mütter haben dadurch mehr Zeit, Karriere zu machen und Geld zu verdienen."

Text: Rüdiger Kurtz

 

Zusätzliche Information

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