Wie Lehre, Studium und Lebensraum für Menschen mit Demenz unter einem Dach in Einklang gebracht werden könnten
Architekturstudenten der FH Bochum präsentieren ihre Modelle für eine virtuelle Erweiterung des Gebäudes der Universität Witten/Herdecke, bei dem die Integration einer Demenzwohngruppe in den Kontext des Institutes für Pflegewissenschaft eine besondere Herausforderung darstellt.
Von der Lehrbeauftragten Dipl. Ing. Cornelia Neubürger hatten 12 Architekturstudenten der Fachhochschule Bochum im Oktober die Aufgabe bekommen, unter Berücksichtigung detaillierter Vorgaben ein Gebäude zu entwerfen, dass sowohl das Institut für Pflegewissenschaft mit Büros und Seminarräumen wie auch Studentenunterkünfte und eine Wohngemeinschaft für demenziell erkrankte Menschen und ein Restaurant unter einem Dach vereint.
Am 10.07.2006 werden im grossen Hörsaal der Universität Witten/Herdecke ab 16:00 Uhr ihre Entwürfe auf Papierplänen bis max. DIN A0 und als Modelle im Maßstab 1:200 präsentieren. In der Halle der Universität werden die Modelle noch bis zum 13.07. ausgestellt sein. Eine Jury wird in diesem Zeitraum die Entwürfe begutachten und prämieren. Für den besten Entwurf hat die Stiftung Pflege e.V. ein Preisgeld bereitgestellt.
Auch wenn Studenten weder planende Aufgaben der freien Berufe übernehmen können und dürfen und es sich um eine theoretische Studienaufgabe handelt, so ist der Hintergrund zu dieser Aufgabe durchaus real. Die Universität kann eine Erweiterung gut vertragen. Die Entwürfe der Studenten leisten hierzu Ideenstiftende Beiträge.
Eine große Praxisnähe, verbunden mit wissenschaftlicher Arbeit, ist grundlegende Arbeitsweise der Universität Witten/Herdecke. Durch das Leben von alten Menschen mit Demenz an der Uni und der damit verbundenen Begegnung bekommt dieser Ansatz einen besonderen Ausdruck. Es wäre die erste Einrichtung der Pflege, die, ähnlich einer Klinik, Versorgung und Forschung zum Wohle der Betroffenen unter einem Dach vereint. Bedürfnisse der Pflegebedürftigen und der Pflegenden können ortsnah aufgegriffen werden und in der Wissenschaft entwickelte Konzepte zur Versorgung altersverwirrter Menschen können vor Ort überprüft werden. Die gewonnenen Erkenntnisse würden helfen, dem wachsenden Bedarf an Versorgung pflegebedürftiger Menschen zu begegnen.
Noch ist die Realisierung dieser Idee in weiter Ferne, doch könnten die präsentierten Modelle nicht zuletzt für Investoren ein Anstoß sein, dieses Model zum Leben zu erwecken. Ansprechpartnerin ist Prof. Christel Bienstein am Institut für Pflegewissenschaft pflegewissenschaft@uni-wh.de
