Projekt SolarCar

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07.07.08: Kurzgeschlossen

Team rettet totzdem Scrutineering

Auf dem Weg zur ersten Prüfung

War das Team zur Zeit des letzten Newseintrages noch frohen Mutes und zuversichtlich am nächsten Tag beim Scrutineering zu brillieren kam kurz darauf die Ernüchterung. Die Verkettung zweier unglücklicher Umstände führte zu einem katastrophalen Kurzschluss, der einen großen Teil der Elektrik von SolarWorld No.1 zerstörte. Neben der Beleuchtung funktionierte die Niederspannung nicht mehr zuverlässig, welche aus den 110V Bordspannung 8V, 12V und 24V erzeugt und damit sämtliche Elektrik neben dem Antrieb versorgt. Am schwersten aber wiegt der Verlust eines Motorcontrollers. Er setzt sich zusammen aus Regelungs- und Leistungselektronik für Antrieb und regenerativer Bremse.

Nach einer kurzen aber intensiven Krisensitzung bewies das Team seine Stärke in Krisensituationen und bewältigte in beispiellosem Teamwork den Kraftakt, den entstandenen Schaden rechtzeitig zu beheben. In nur einer Nacht wurde die Beleuchtung repariert, die Niederspannung in Stand gesetzt und die gesamte Elektrik auf einen anderen Motorkontroller umgestellt. Vorher ausgestattet mit einem Komplettsystem, bestehend aus Motor und Controller der Firma NGM (New Generation Motor) wird SolarWorld No.1 jetzt durch das Zusammenspiel des NGM Motors und einem Motorcontroller Typ „Wavesculpture“ aus dem Hause Tritium angetrieben. Dieser Controller erfreut sich immer größerer Beliebtheit bei SolarCar-Teams überall auf der Welt und wird nun voraussichtlich auch von der Hochschule Bochum eingesetzt.

SW No.1 und Zuschauer

Die Mechanikabteilung zeigte sich solidarisch, half, wo sie nur konnte und stellte sicher, dass keine weiteren Probleme mehr auftreten würden. Und so erreichte das Team tatsächlich in letzter Minute aber immer noch pünktlich den Racetrack in Cresson mit einem funktionierenden Solarrenner. Zu diesem Zeitpunkt war die Hälfte des Teams bereits 26 Stunden im Einsatz und einigen war die Müdigkeit deutlich anzumerken. Trotzdem wurde jeder Interessierte freundlich empfangen, Fotos geschossen und Fachgespräche geführt.

Als erstes Team standen die Bochumer dann um neun Uhr Ortszeit bereit, um den Sonnengenerator genehmigt zu bekommen. Leider aber war die Ausrüstung des zuständigen Scrutineers auf postalischem Wege verschollen und so wurde die Abnahme auf den nächsten Tag verschoben.

Marius Kotyga bekommt sein Fahrerbändchen

Durchlaufen werden konnten die Stationen „Driver“ und „Body/Sizing“. Hier werden neben den Solarfahrzeugen die Fahrer überprüft, welche sich ebenfalls qualifizieren müssen. Es wird sichergestellt dass jeder Fahrer im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis der Klasse B oder vergleichbarem ist. Außerdem wird jeder Fahrer gewogen und soweit mit Ballast ausgestattet, dass er auf ein Gewicht von mindestens 80kg kommt, so schreiben es die Regularien vor. Der erste Gang nach dem Wiegen ist meist auf kürzestem Weg zur Toilette, da vorher mehrere Liter Wasser getrunken werden. Dies dient der Gewichtersparung, da so weniger Ballast mit dem Solarfahrzeug mitgeführt werden muss. Ein Unterschied zu dem Rennen in Australien ist, dass in Amerika die Funkgeräte mit gewogen werden.

Das Team beobachtet den Notausstieg

Eine der spannendsten Stationen ist die Überprüfung des Notausstieges. Der Fahrer darf angeschnallt, mit Helm, angeschlossenem Funksystem und nicht betätigter Feststellbremse maximal zehn Sekunden brauchen, um das Fahrzeug zu verlassen. In Australien reichen den Verantwortlichen fünfzehn Sekunden. Um auch die amerikanischen Vorgaben erfüllen zu können, waren weitreichende konstruktive Maßnahmen erforderlich. Die Anstrengungen haben sich aber ausgezahlt denn alle vier Bochumer Fahrer standen nach weniger als acht Sekunden neben dem Fahrzeug.

Weiter noch zu durchlaufende Stationen sind die mechanische sowie elektrische Abnahme, Fahrstabilitätsprüfung und die Vorführung der Begleit- und Supportfahrzeuge, bevor SolarWorld No.1 zum Qualifier zugelassen wird.

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