Projekt SolarCar

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12.07.08: Aufgestellt

Das Bochumer Hochschulteam trifft kurz vor dem Start letzte Vorbereitungen

Verladen nach einer Testfahrt

Nachdem am zweiten Tag des Scrutineerings alle Stationen bestanden waren, verließ das Team Cresson und fuhr zurück nach Arlington. Dort hat man sich ein Neubaugebiet ausgesucht, um die Fahrer unter realen Bedingungen trainieren zu lassen. In dem mehrere Blocks großen Gebiet steht zurzeit nur ein Haus, aber die Straßen sind bereits fertig asphaltiert. Ideal also, um sich an das amerikanische Straßenbild zu gewöhnen, ohne den übrigen Gefahren des Verkehrs ausgesetzt zu sein. Unentdeckt blieb das Team nur bis nach kurzer Zeit eine Polizeistreife anhielt. Kein Grund zur Besorgnis, der Ordnungshüter war nur interessiert und wollte ein Foto schießen. Über Funk verständigte er noch seine Kollegen, die kurz darauf erschienen und ebenfalls großes Interesse zeigten. Wenig später stellte sich sogar der Bürgermeister von Arlington ein.

Am späten Freitagnachmittag sowie am Samstagmorgen wagt man den nächsten Schritt und fährt im Konvoy, um neben den Fahrern auch die Besatzung der Begleitfahrzeuge zu trainieren. Der komplette Tross wird angeführt von dem Fahrzeug „Wetter fern“, das zwei Stunden vor dem SolarCar fährt sowie „Wetter nah“, das nur eine Stunde voraus ist. Sie sammeln in regelmäßigen Intervallen Informationen über Wetter und Sonneneinstrahlung, um diese an „Chase“, das Fahrzeug direkt hinter Solarworld No.1 zu melden, damit diese Informationen für die Strategie genutzt werden können. Als nächstes Fahrzeug folgt „Scout“, welches die übrigen Teams im Auge behält. In einem Abstand von mindestens einem Kilometer folgen „Lead“, das SolarCar und „Chase“. Lead übernimmt die Navigation und hält Ausschau nach Schlaglöchern sowie sonstigen Gegebenheiten, die den Fortschritt des Sonnenracers beeinflussen können. Als letztes Fahrzeug folgt „Trailer“, der Vito, der den Anhänger mit zusätzlicher Ausrüstung und dem Campingequipment zieht.

In eben dieser Aufstellung ist jeder Fahrer eine vorher ausgearbeitete Strecke abgefahren. Die etwas über 20km lange Route wurde von Martin Grünkemeier und Annika Bishop erstellt und in der Art des NASC-Roadbook aufbereitet. Neben dem von der NASC zur Verfügung gestellten Roadbook in Papierform wurde die Route mit derselben Software abgebildet, die auch von den NASC Routenplanern genutzt wurde. Ausgestattet mit GPS-Empfängern bietet diese Software eine sichere Art der Navigation, da zum Beispiel nicht mehr abgeschätzt werden muss, wann der nächste Wegepunkt erreicht wird. Zusätzlich sind die Fahrzeuge noch mit den ausführlichen Notizen des Streckenabfahrtsteam ausgestattet.

Auch an diesem Morgen gab es wieder eine Begegnung mit der Polizei. Nach der Übung eines Nothaltemanövers wendete ein Streifenwagen, der dieses beobachtet hat. Die Befürchtung war, dass man sich nicht ordnungsgemäß verhalten hat und nun zumindest eine Verwarnung bekommen würde. Grundlos, wie sich herausstellte, der Polizist wollte nur ein Foto mit seiner Handykamera schießen und hatte dabei beinahe selbst die nächste Abbiegung verpasste.

SW No.1 wird bestaunt

Gegen Mittag brach ein Teil des Teams auf nach Plano zu einer Ausstellung aller teilnehmenden Solarfahrzeuge. Kaum entladen, war SolarWorld No.1 erneut Zentrum des Interesses der Anwesenden.

Intensiv diskutiert wird der Einsatz der Reifen bei den Solarcar-Teams. Neben dem Rollwiderstand zählen auch die Kriterien Laufleistung und Sicherheit zu den Auswahlparametern. Das Bochumer Team bringt bei diesem Wettbewerb zum ersten Mal Reifen des Herstellers Schwalbe zum Einsatz. Der deutschen Zweirad-Reifenspezialist hat speziell für SolarWorld No.1 einen neuen Reifen entwickelt, der optimale Leicht- und Langlaufeigenschaften hat,  denn ein Reifenwechsel während des Rennens kostet wertvolle Zeit und stellt je nach Verkehrssituation eine ernste Gefahrensituation dar.

Andere Teams haben bereits reges Interesse gezeigt und werden die Erfahrungen der Bochumer mit diesem neuen Reifen genauestens beobachten.

Im Anschluss an die öffentliche Präsentation der Solarboliden waren alle Teams zu einem gemeinsamen Dinner und Infoabend eingeladen, das ebenfalls in Plano direkt neben dem Ort des morgigen Starts der Challenge stattfand. Nach dem sehr guten Essen wurde die Startaufstellung bekannt gegeben. Obwohl die Bochumer nur einen der zwei Tage des Qualifiers genutzt haben, hat es noch für Startplatz sechs gereicht. Leider haben es nicht alle Teams geschafft sich zu qualifizieren und können so nun nicht an der Challenge teilnehmen. Außerdem wurden noch Preise für folgende Kategorien vergeben:

Best Prepared: University of Minnesota
Best Braketest: Red River College
Best Figure 8: University of Minnesota
Fastest Lap 2:19min (SWNO.1 2:39min): University of Minnesota
Pole Position: University of Michigan
Das schuldige Megafon

Am Abend, als die letzten Dinge zusammengepackt und der Hangar gereinigt wird, ertönt unverhofft ein sehr lauter Signalton im Büro des Teams. Unschlüssig, woher der Ton kommt, verlässt das Team den Hangar und sichert das Auto. Telefonisch wird Herr Saupe verständigt, der sich ebenfalls nicht erklären kann, woher der Ton kommt. Es stellt sich heraus, dass der Bochumer Sicherheitschef Marcus Ellinghaus ein Megafon dabei hat, das unbewusst ausgelöst wurde.

Startreihenfolge Startnr. Team Name Anzahl gefahrener Runden
1 2 University of Michigan 241
2 35 University of Minnesota 211
3 42 Missouri S&T 166
4 65 University of Calgary 112
5 3 University of Kentucky 109
6 1 FH Bochum 81
7 95 Red River 79
8 32 Principia 79
9 8 University of Arizona 79
10 100 Queen's 79
11 11 Northwestern 71
12 24 Waterloo 62
13 256 Oregon State 49
14 175 Durham University 46
15 9 Iowa State 27

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