13.07.08: Abgeschaltet
Trotz technischer Schwierigkeiten schafft das Team am ersten Tag Platz 4
Es ist Sonntag gegen drei Uhr morgens, als die letzten Teammitglieder erschöpft in ihre Betten fallen. Damit die Fahrer der Begleitfahrzeuge sowie des SolarCars genügend Schlaf bekommen, ist diese kleine Gruppe länger im Hangar geblieben, um SolarWorld No.1 noch einmal durchzuchecken und die komplette Ausrüstung auf die Begleitfahrzeuge und den Anhänger zu verteilen.
Um halb fünf Uhr morgens versammelte sich das Team an der Rezeption des Homestead Hotels, in dem die Bochumer die letzten Wochen residierten. Nach etwa 45 minütiger Fahrt erreichte man Plano, von wo aus die Challenge in wenigen Stunden starten sollte. Gegen halb acht versammelten sich die Teams zu einem gemeinsamen Teamfoto, um danach mit den Autos die Startreihenfolge einzunehmen. Punkt neun Uhr schwenkte die Bürgermeisterin von Plano die Flagge für die Universität von Michigan. Die übrigen Fahrzeuge starteten mit je einer Minute Abstand auf die 2400 Meilen (3862,43 km) lange Strecke von Plano nach Calgary.
SolarWorld No.1, mit viel Applaus auf die verregnete Strecke verabschiedet, blieb bereits nach wenigen Kilometern stehen. Der Wagen hatte sich selbst abgeschaltet. Erste Vermutungen, warum dies geschehen ist, besagen, dass durch die vollgeladenen Batterien beim regenerativen Bremsen Spannungen entstehen, die vom Batterie-Überwachungssystem als Überspannung erkannt werden. Insgesamt dreimal ist dieser Fehler aufgetreten und hat damit dem Principia College ebenso wie dem Red River College erlaubt, widerstandslos vorbei zu ziehen und Bochum auf den achten Platz zu versetzen.
Den ersten Checkpoint in Mc Alester, Oklahoma nach 153,9 Meilen haben die Bochumer um 13:55Uhr trotzdem als sechstes Team erreicht. Die Universität aus Calgary und auch das Red River College waren ebenfalls gezwungen anzuhalten. Neben der üblichen Austellung der Fahrzeuge war ein Wettrennen mit Solarfahrzeug-Bausätzen organisiert worden, um auch schon die kleinen für diesen aufregenden Ingenieursport zu begeistern. Nach einer 30 minütigen Pause durfte SolarWorld No.1 mit frischem Fahrer die Reise erneut aufnehmen. Brian Cole in seiner Funktion Scrutineer und verantwortlich für Body/Sizing und Beleuchtung schwenkte persönlich die Flagge, nachdem er SolarWorld No.1 vor dem Start in Plano noch einer erneuten, unangekündigten Prüfung unterzogen hatte.
Nach dem Stopp läuft alles besser, der Himmel klärt sich auf und die Systeme des Solarcars arbeiten stabil. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit voll ausnutzend, beginnt SolarWorld No.1 seine Aufholjagd. Die Universität Kentucky muss sich schnell geschlagen geben und auch Missouri S&T wird eingeholt. Anstatt bis zum Stagestop in Neosho, Missouri weiter zufahren, wird die Entscheidung getroffen, in einem Motel kurz vor Fairland, Oklahoma zu übernachten. Dies bringt Vorteile im Bezug auf die Ladezeiten. Erreicht ein Team einen Stagepoint, erhält es eine Rangierzeit von 30 Minuten zugebilligt, in der man die Batterien noch mit Sonnenenergie laden darf. Gefahren werden darf aber bis maximal 18:30Uhr. Erreicht ein Team nun einen Stagepoint kurz vor 18Uhr, fehlt ihm effektiv Zeit zum Laden der Batterien. Hinzu kommt das SolarWorld No.1 voraussichtlich gegen 10Uhr in Neosho ankommt und die Sonne zu dieser Zeit mehr Energie liefert als um 18Uhr abends.
Während der Vorbereitungen zum Abendessen checken zwei Teambetreuer von Missouri S&T im selben Motel ein. Dankbar nehmen sie die Einladung zum Abendessen an. Serviert werden frisch zubereitete Chicken Wraps.
Die Positionierung der Teams am Ende des ersten Tages: Michigan bleibt an der Spitze, gefolgt von Principia. Die Universität von Minnesota steht kurz vor Neosho und danach kommt schon SolarWorld No.1 dicht gefolgt von Missouri S&T. Damit schieben sich die Bochumer auf den vierten Platz vor. Hätten sie nicht etwa eine Stunde durch die selbstständige Abschaltung des Wagens verloren, wären sie ganz vorne mit platziert. Aber Teamchef Armin Nestler zieht auch so eine positive Bilanz des ersten Tages.



