14.07.08: Angehalten
Der erste gemeinsame Haltepunkt in Neosho, Missouri, wird erreicht
Halb sechs Uhr morgens. Die ersten verschlafenen Teammitglieder verlassen ihre Motelzimmer und beginnen, das SolarCar aus dem Anhänger zu entladen. Ab halb sieben erlauben es die Regularien die Batterien zu laden, auch wenn das Team erst eine Minute nach acht weiter fahren darf. Bis Cloe, die Observerin, die das Team seit dem letzten Check Point begleitet, die Batterien freigibt, muss noch das Array auf den dafür vorgesehenen Ständer montiert und optimal zur Sonne ausrichtet werden. Als es dann soweit ist, geht das Hauptschütz nicht in die Selbsthaltung. Das heißt, das Auto bleibt nicht an und kann nicht selbstständig die Batterien laden. Der Fehler, eine defekte Spannungsversorgung für den CAN-Bus, ist schnell gefunden.
Der normale Renntag geht von acht Uhr morgens bis sechs Uhr abends. Da das Team tags zuvor eine Minute länger gefahren ist als vorgesehen, muss es heute eine Minute später starten. Insgesamt ist eine halbe Stunde als Puffer erlaubt, um einen geeigneten Platz zur Übernachtung zu erreichen. Mit Geschwindigkeiten nahe der erlaubten Höchstgeschwindigkeit startet SolarWorld No.1 in den zweiten Tag, um möglichst schnell den etwa 30 Meilen entfernten Stage Stop zu erreichen. Leider ist das Team schon nach kurzer Zeit gezwungen anzuhalten. Die Spannungsversorgung des Motorcontrollers ist defekt. Umrüstung auf den NGM-Controller ist die schnellste Reparatur-Methode und so kann SolarWorld No.1 nach knapp 30 Minuten seinen Weg fortsetzen. Als um 09:27:26 Uhr der Stage Stop in Neosho erreicht wird, steht fest, dass die vorrausgegangene Reparatur des Controllers erfolgreich war (siehe Bildergalerie vom 12.07.2008). Eine Reparatur wohlgemerkt, zu der NGM nach eigener Aussage nicht in der Lage war.
Der Sinn der Stage Stops ist es, das Feld auf der langen Reise zusammen zu halten. Positiver Nebeneffekt: Ein wesentlich stärkerer Austausch zwischen den Teams. Die Hilfsbereitschaft untereinander ist erfreulich hoch. So hatte Principia Probleme beim Wechseln ihrer Bremsbeläge, da dazu eine metrische Schraube zu lösen war. Das Bremsenteam der Bochumer, bestehend aus Dave Wiechmann und Michael Roch, war gerne bereit, die nötigen Werkzeuge bereitzustellen. Die Universität von Minnesota hat kurz vor dem Rennen durch einen Defekt alle ihrer Tracker verloren, die das Solararray mit der übrigen Spannungsversorgung des Solarcars verbinden. Principia konnte eine ausreichende Anzahl an Ersatztrackern ausleihen, den nötigen Programmieradapter zur Anpassung der Kennlinien steuerten die Bochumer bei.
Nach einem von Missouri S&T gesponserten Abendessen versammelten sich am Abend die Teams zu einer gemeinsamen Besprechung. Angesprochen wurden einige Punkte, die den Observern aufgefallen waren, sowie eine Änderung der Route. Auf dem Weg nach Omaha war ursprünglich ein steiler Berg zu überwinden, jetzt wurde eine Umgehung gewählt. Auf Nachfrage wurden auch die vergebenen Penalties bekannt gegeben. Bis jetzt fährt das Bochumer Team noch ohne jegliche Zeitstrafe.



