18.07.08: Ausgebremst
SolarWorld No.1 startet erfolgreich in die 3. Stage der NASC 2008
Für den Beginn der dritten Stage wird die Ziellinie in Sioux Falls kurzerhand in die neue Startlinie umgewandelt. Wie zuvor in Plano und Neosho starten die Solarboliden entsprechend ihrer Platzierung ab neun Uhr im Abstand von einer Minute. Zac, der neue Fan und Hotelnachbar der Bochumer hat es sich nicht nehmen lassen, SolarWorld No.1 zu verabschieden. Gerne würde er die Startflagge schwenken, aber diese Ehre fällt zu seinem Bedauern dem Bürgermeister aus Sioux Falls zu. Viele der übrigen Teams schaffen es kaum aus dem Falls Park heraus, bevor sie am Straßenrand anhalten. Ob es technische Probleme, oder zu leere Batterien sind, die sie zum Anhalten zwingen, ist unklar. Das Team der Hochschule Bochum setzt seinen Weg jedenfalls mit der durch die Strategie errechneten Geschwindigkeit fort.
Die Etappe von Sioux Falls nach Fargo ist mit 274 Meilen nicht sonderlich lang, aber aufgrund der vielen kleinen Nebenstraßen, die zu bewältigen sind, ist sie eine der zeitintensivsten. Um die maximal zulässige Lenkzeit für SolarCarfahrer von sechs Stunden pro Tag nicht zu überschreiten, wechselt Jennifer Ostermann nach vier Stunden mit Marius Kotyga. Der Wechsel dauert knapp zwei Minuten. Zu diesem Zeitpunkt hat die Universität aus Waterloo die Bochumer erneut überholt. Der Checkpoint in Fargo wird kurz vor Minnesota und Calgary erreicht. Marius Kotyga hat fast einen Krampf im Bein, da er längere Zeit über das Bremspedal hochhalten musste. Sonst hätten permanent die Bremslichter geleuchtet. Das alleine wäre nicht tragisch, aber an dasselbe Signal ist auch der Tempomat gekoppelt, welcher dadurch deaktiviert wird. Provisorisch wird ein Handtaster eingebaut, um wieder volle Funktionalität zu gewährleisten. Der Umbau kostet das Team 5:18 Minuten.
Das nächste Ziel ist der Stage Stop in Winnipeg, der sich bereits in Kanada befindet. Da dieser am heutigen Tage unmöglich erreicht werden kann, werden neue Wetterinformationen eingeholt, um einen geeigneten Rastplatz für die Nacht zu finden. Die Wahl fällt auf Reynolds, ca. 200 Meilen vor der kanadischen Grenze. Hier, so hofft das Team, befindet es sich weit genug vor dem drohenden Unwetter, das ihnen schon den ganzen Tag folgt, um bis morgen früh trocken zu bleiben. Und tatsächlich kann am Abend noch deutlich länger geladen werden als es Waterloo kann, die eine Ausfahrt früher angehalten haben.



