11.6.2010: Abspecken
Nach den letzten Testwochen steht fest: SolarWorld Nr.1 ist renntauglich. Die Erwartungen im Team sind hoch. Nils Stentenbach ganz verhalten: "Also einen Platz unter den ersten Drei möchte man ja schon …, ne?". Doch die Studenten wissen, dass es um viel mehr geht als nur Geschwindigkeit. Die letzten beiden Tage auf der Ranch werden nicht allein mit Packen und Aufräumen von Haus und Begleitfahrzeugen verbracht. Alle Bemühungen gelten einem effizienten Interieur des Solarcars. Ein wenig Material an mechanischen Hebeln abgenommen, den Kabelbaum im Array vereinfacht. Dazu neue Öffnungen in den Innenwänden für kürzere Lüfterschläuche. Schon ist das Auto wieder ein ganzes Kilogramm leichter.
Letzte Maßnahmen müssen noch für das Scrutineering getroffen werden. Für die Mechanik gehört dazu das Absichern jeglicher Schrauben mit Draht. Ein zeitraubender Aufwand, dem noch viele 1,6mm-Bohrer zum Opfer fallen.
Größte Mühe an den Begleitfahrzeugen geben sich Michael Düde und der ihm zur Hand gehende Thomas Fröbrich. Die Aufkleber von der Hochschule und des Hauptsponsors SolarWorld sitzen gut und glänzen in der untergehenden Sonne. Im Chase baute Mechaniker Sebastian Gajda eine klappbare Tischkonstruktion für die hintere Sitzreihe ein. Hier finden nun die Laptops der Strategie sicheren Halt. Ein vernetzter Monitor zwischen den Fahrersitzen versorgt den Teamchef und den jeweiligen Funker mit Streckeninformationen.
Am Freitagnachmittag geht es dann los, Aufbruch zum Ort des Scrutineering. Das Support-Team fährt voraus um mit einen Umweg über den Flughafen in Fort Worth beim Sponsor DHL, die von SolarWorld zugesendete Teamkleidung abzuholen. Langärmelige, gelb-weiß gestreifte Rugby-Shirts und blaue Hoodies. Der Unterschied zu den bisherigen Designs ist bemerkenswert und das überraschte Team muss sich erst einmal an Form- und Farbgebung gewöhnen.
Abends um sieben erreicht das Team den kleinen Ort Cresson einige Meilen südlich von Dallas. Bevor aber die Betten in der neuen Unterkunft bezogen werden, geht es noch einmal an die Arbeit: Letzte Änderungen an der Lenkradverdrahtung und der Vorderradlenkung. Wer weiß, wie viel Zeit noch am nächsten Tag bleibt. Denn am Samstag beginnt bekanntlich das Scrutineering. Zufrieden mit ihrer Arbeit und nach einem letzten kompletten Mechanik- und Elektrik-Check gehen die letzten Studenten morgens um zwei ins Bett. Noch ein paar letzte Stunden Schlaf vor dem großen Tag...



