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24.6.2010: Antriebsschwäche

SolarWorld No.1 mit Verfolgerfahrzeug
SolarWorld No.1 mit Verfolgerfahrzeug

Fehlstart für SolarWorld No.1. Ausgerechnet kurz vorm Start lässt ein nur noch zuckender Motor eine einzige Prognose zu: Probleme mit den Hall-Sensoren. Und da weder Stecker noch Motorcontroller defekt sind, muss der Fehler wieder direkt im Motor selbst liegen. Eine schnelle Reparatur ist also unmöglich. Einbau des anderen Motors, der wegen schlechtem Drehmoment auf der Bergetappe ausgebaut wurde. Mit 20 Minuten Verspätung geht es endlich los nach Alton.

Als fünfte erreichen die Bochumer den Checkpoint. Teamchef Julian Stentenbach erklärt das Motorproblem zur Chefsache. Eine Stunde Zwischenhalt reicht aber nicht, um den NGM-Motor wieder ans Laufen zu bekommen. Das antriebsschwache Aggregat muss drin bleiben. Hoffentlich kommen keine steilen Berge mehr.

Eigentlich waren die Deutschen ohne allzu große Erwartungen ins Rennen gegangen. Ein über drei Jahre alter Sonnenwagen zählt zu den Oldtimern der Szene und daher war "Dabei sein ist alles!" zunächst die Devise. Der zweite Platz beim Formula Sun Grand Prix hat das Team ehrgeizig gemacht. Offensichtlich zählt bei diesem Wettbewerb nicht nur die allerneuste Technologie, sondern auch Zuverlässigkeit, Strategie und gute Navigationskenntnisse. Die Strecke führt abseits der Hauptverkehrswege über Landstraßen niedriger Kategorie und das Roadbook des Veranstalters ist nicht immer eindeutig zu lesen. Eigentlich müsste der zweite Platz noch zu schaffen sein, denn Minnesota fährt mit Siliziumzellen und muss daher mit deutlich weniger Energie aus der Sonne auskommen.

Motor-Reparatur
Motor-Reparatur

Die Sympathien der anderen Wettbewerbsteilnehmer für den gelben Solarboliden sind eindeutig. Teams wie Kentucky und Texas räumen kurzzeitig, ganz ohne Zwang, die teils engen Straßen, um das Überholen zu ermöglichen.

Neben der Landschaft verändern sich auch ein wenig die Menschen. In den Südstaaten kam von Zuschauern und Passanten oft als erstes die Frage, ob das interessante Gefährt denn eine Klimaanlage besäße. In Illinois, wo es immer noch an Fußgängerwegen mangelt, aber Menschen sich zumindest häufiger auf Radfahrwegen betätigen können, kommen deutlich differenziertere Fragen zu den Konzepten der klimaschonenden Fortbewegungsmittel. Aus den entgegenkommenden Autos jubeln einem immer häufiger Menschen zu. Man hat sich offensichtlich bereits über die Medien zu dem Rennen informiert.

Zum Tagesende hin gibt es zumindest ein etwas besseres Resümee. Von Platz 5 auf Platz 3. Kurz vor Springfield fährt SW No.1 an einem bereits leer gefahrenen Minnesota-Wagen vorbeifahren. Das Team von Stanford liegt auf dieser Etappe an zweiter Stelle. Halb volle Batterien  bei Sonnenuntergang geben Hoffnung für den morgigen Tag. Der Motor bleibt die Achillesferse bei diesem Wettbewerb...

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