7.6.2010: Stürmische Zeiten
Wie in einem Katastrophenfilm wird das Team am Mittwochnachmittag von örtlichen Radiosendern vor einem aufkommenden Sturm mit Windgeschwindigkeiten von 100 km/h über Nordtexas gewarnt. Schnell wird beschlossen, dass es das Sicherste sei, das 300.000 Euro teure Solararray im Container zu verstauen, um eventuellen Schäden durch den Sturm vorzubeugen. Zum Glück stellte sich jedoch kurze Zeit später bereits heraus, dass der Sturm westlich von Anna an der Ranch vorbeiziehen wird, und das Team somit doch keine abgedeckten Dächer oder herumfliegende Kühe zu erwarten hat.
Am letzten Donnerstag war das Team beim Besitzer der Ranch in Richardson nördlich von Dallas zum Abendessen eingeladen. Das Gastgeschenk in Form eines Pflaumenkuchens wurde von Mischa Schleimer zubereitet und stieß sowohl beim Team als auch beim Gastgeber auf große Begeisterung. Nach dem Essen wurden die Möglichkeiten, die ein großer Pool bietet, sowohl von den Mitgliedern des SolarCar_Teams als auch von unserem Gastgeber und dessen Familie genutzt. Alles in allem bot dieser Abend eine entspannende Zeit in der anstrengenden Vorbereitung für das bereits ab dem 12.06.2010 stattfindende Scrutineering, der technischen Abnahme des Veranstalters.
Nachdem bereits am Dienstag die letzten drei Mitglieder des SolarCar-Projekts eintrafen und die lange erwarteten Ersatzteile im Koffer mit nach Dallas brachten, konnten in den letzten Tagen auch die letzten Änderungen in Angriff genommen werden, um den strengen Regeln der American Solar Challenge gerecht zu werden.
Nun heißt es Testkilometer abzuspulen, um auch die letzten Fehler noch zu finden und die Feineinstellung an Fahrwerk, Bremsen und Elektronik vorzunehmen und so erfolgreich und ohne Probleme durch das Scrutineering zu kommen. Besonders im Fokus der Bochumer Entwickler stehen dabei die Bremsen, die komplett neu installiert wurden, und die diversen Notabschaltungs- und Batterieüberwachungsschaltkreise. Diese Elektronik wird im Gegensatz zur australischen WSC bei der amerikanischen Abnahmeprüfung durch simulierte Über-und Unterspannungen im Betrieb getestet. Neben den funktionalen Aspekten muss auch die Optik des Fahrzeuges überzeugen.
Ganz weit vorne in dieser Hinsicht ist die neu gefertigte Felge des Vorderrades, die auch den Motor aufnimmt. Aus dem Vollen aus hochfestem Aluminium bei Rosink gedreht, wurde sie bei der Fischer Oberflächentechnik GmbH schwarz eloxiert. Damit passt sie perfekt zu den Kohlefaserfelgen der Hinterräder.



