28.09.09: Die Qualität zählt
Vom deutschen Team wird perfekte Ingenieursarbeit erwartet

- Stefan Benninghoff
Die Werkstatt ist eingerichtet, die Arbeit an den Fahrzeugen kann beginnen. Alle Komponenten werden noch einmal begutachtet, denn der Erwartungsdruck ist hoch. Alles soll nicht nur einwandfrei funktionieren, sondern auch noch perfekt aussehen. "German engineering" und "over-engineered": Das ist der Ruf, der den Bochumer Studierenden in der weltweiten Solarcar-Szene vorauseilt.
Stefan Benninghoff widmet sich dem Lenkrad des BOcruiser. In Composite-Technik aus Kohlefaser handgefertigt, finden sich hier alle wesentlichen Bedienelemente, die während der Fahrt gebraucht werden. Der Blickfang im Cockpit muss eine Augenweide werden. Extrem aufwändig sind diesmal die Radkästen konstruiert. Die vorderen gelenkten und angetriebenen Räder sollen aus aerodynamischen Gründen möglichst vollständig abgedeckt sein. In Kurven überragen die Reifen aber die Fahrzeughülle und so müssen die Radkästen bei extremen Kurvenradien mit lenken. Erst jetzt lässt sich bei beiden Solarcars das elektrische System unter Realbedingungen des Wettbewerbs testen. Die Messung der Leistung der Solargeneratoren unter australischer Sonne steht ganz oben auf der To-Do-Liste. Wegen der komplexen Form der Karbonkarossen sind viele Solarzellen nicht optimal, das heißt senkrecht zur Sonne, ausgerichtet. Der geschickten Verschaltung des Generators kommt deshalb besondere Bedeutung zu.

- Nils Stentenbach und Alex Taege
Die Erfahrung vergangener Jahre zeigt, dass die extremen klimatischen Verhältnisse alle elektronischen Module besonders belasten. Nils Stentenbach, der kurz vor der Reise noch seine Prüfung zum Diplom-Ingenieur abgelegt hat, kümmert sich vor allem um das Batteriesystem. Lithium-Ionen-Zellen in Reihe und parallel geschaltet, bilden den 25 kg schweren Energiespeicher der Sonnenwagen und ermöglichen ein Fortkommen bei Schatten und Dämmerung. Ein Mess- und Managementsystem überwacht den Zustand und protokolliert die Energiebilanz, zwingend notwendig für die Strategie und die Sicherheit im Wettbewerb.
Damit die Energiebilanz auch in Sachen Ernährung stimmt, kümmern sich Jennifer Ostermann und Philip Rösler um das leibliche Wohl. Schon der Einkauf wird zum logistischen Großunternehmen. 5 vollgepackte Einkaufswagen belegen im Supermarkt eine Kasse für längere Zeit. Frühstücksbuffet am Morgen, in der Mittagshitze leichte Speisen und Obst und abends eine "ordentliche warme Mahlzeit", der Speiseplan sorgt für gute Stimmung: Rinderroulade mit frischen grünen Bohnen, dazu 5 Kilo handgefertigter Kartoffelbrei, für die Vegetarier Fisch.
