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13.10.11: It’s a statement

Nuna6 fährt zur Abnahme
Nuna6 fährt zur Abnahme

Zweiter Tag der technischen Abnahmen des Wettbewerbs. Heute stehen die Wagen in der Halle, die vermutlich um Platz 1 fahren werden. Vorjahressieger Japan von der Tokay Universität überzeugt mit einem extrem aufgeräumten Fahrzeug, das auf den Namen Toray hört. Technisch perfekt bis ins Detail bleibt nur noch die Frage, ob das alles von den japanischen Studierenden selber gebaut worden ist. Skurril ist die DIN A6 große handgeschriebene Bedienungsanweisung, die im Cockpit klebt. Kleine Shinto-Zeichen verzieren außerdem den Fahrerplatz und zeigen die Religiosität des Fernostteams.

Die Konkurrenz kommt aus Holland. Das Nuon-Team steht unter Erfolgsdruck. Nach 4 Siegen in Folge haben sie 2009 den Titel an die Japaner abgegeben und wollen jetzt wieder gewinnen. Technisch genauso elaboriert wie das Sonnenauto von der fernöstlichen Insel überzeugt Nuna6 mit deutlich mehr aerodynamischer Entwicklung. Dagegen soll der Solargenerator der Japaner leistungsfähiger sein. Beide Teams gehen mit 6 qm Siliziumzellen an den Start, bei dem gewählten flachen Design die einzig sinnvolle Entscheidung. Die Regelalternative 3 qm Gallium-Arsenid haben die Bochumer gewählt, da eine größere Fläche nicht senkrecht zur Sonne auf SolarWorld GT zu plazieren gewesen wäre. Um die vorderen Ränge wird es für den deutschen Wettbewerbsbeitrag nicht gehen. Die Alltagstauglichkeit und der dadurch nötige große Fahrzeugquerschnitt - "projezierte Frontfläche" genannt - bedingt trotz hervorragendem cw-Wert von 0,138 einen Windwiderstand, der in Verbindung mit der zur Verfügung stehenden Energie eine Durchschnittsgeschwindigkeit um die 55 km/h erzwingt.

Der Kommentar einer Holländerin fasst die Intention von SolarWorld GT kurz und knapp zusammen: "It's a statement!"

innovativ: ein Schiebedach
innovativ: ein Schiebedach

Aus aller Welt kommen Solarcars nach Australien. In diesem Jahr zählen u.a. Korea, Italien, die Schweiz und Chile zu den Teilnehmerländern, die seltener auf der WSC zu sehen sind. Die Koreaner von der Kookmin University haben offensichtlich ein sehr kleines Budget zur Verfügung. Dementsprechend rudimentär zeigt sich der Fahrzeugaufbau, der in wesentlichen Teilen aus Sperrholz gemacht ist. Ungewöhnlich auch der Antrieb: 6 Motoren sind über ein Getriebe zusammengeschaltet, das über eine Kette das Hinterrad antreibt. Sowohl das italienische als auch das Schweizer Team besteht aus Privatleuten, die von Firmen unterstützt werden. "Emilia2" aus Italien zeigt als Innovation im Starterfeld ein Schiebedach. Der Ein- und Ausstieg wird dadurch nicht unbedingt schneller oder einfacher. Das Fahrzeug soll aber vom Know How der Ingenieur-Fakultät der Universität Bologna profitiert haben…

In der Werkstatt der deutschen Studierenden wird heute aufgeräumt. Morgen früh um 8 Uhr holt Logistik-Sponsor DHL den Container ab, der am Zielort in Adelaide auf die Ankunft von SolarWorld GT warten wird. Am Abend sind die lokalen Unterstützer als kleines Dankeschön zum Grillen geladen. Dazu gehören die Werkstatt-Mitarbeiter, in deren Halle die Deutschen arbeiten durften und Richard Summerauer, der sich schon viele Jahre für die Bochumer um die Logistik in Darwin kümmert. Auch Hans Gochermann wird erwartet, der nicht nur SolarWorld GT mit seinen Solarzellenlaminaten ausstattet. Viele der Top-Teams setzen auf Solargeneratoren von Gochermann - made in Germany.

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