23.10.11: Bochum Beauty
Was Observer Rick schon ganz am Anfang des Rennens wusste, ist nun offiziell: Der schönste Sonnenwagen der Welt kommt wieder aus Bochum. Während der Awards Ceremony bekam Tim Skerra den Design Award stellvertretend für das ganze Team überreicht.
37 Teams aus 31 Nationen hatten sich im Adelaide Convention Centre eingefunden, um den Abschluss der World Solar Challenge zu feiern. Veranstaltungsdirektor Chris Selwood wies in seiner Rede noch einmal auf die außergewöhnlichen Umstände des diesjährigen Wettbewerbs hin. Nur 7 Sonnenwagen haben die komplette Distanz von 3.000 Kilometern geschafft, alle anderen mussten für mehr oder weniger viele Teilstücke ihr Solarcar auf den Anhänger laden, um in der vorgeschriebenen Zeit nach Adelaide zu kommen. In der Wertung landet SolarWorld GT dabei mit solar gefahrenen 1454 Kilometern nur auf Platz 26. Erstaunlich bleibt bei näherem Hinschauen auf die Liste, dass sich Solarcars wie das der Philippinen und von Umicore aus Belgien, die aufgrund von Batterieschäden ihre Energiespeicher komplett getauscht haben und vermutlich durch vollgeladene Sätze ersetzt haben, vor den deutschen platzieren konnten. Ein bisschen Enttäuschung ist bei den Studierenden zu spüren. Für den gebotenen Einsatz hatten sich viele von ihnen einen Listenplatz deutlich weiter vorne erhofft...
Die Veranstaltung beginnt traditionell mit einer Demonstration von Aborigines-Kultur. Vier australische Ureinwohner zeigen rituelle Tänze begleitet von einem Didgeridoo, ein Blasinstrument aus dem ausgehöhlten Holz von Eukalyptus.
Ein Video fasst in knapp 15 Minuten die Höhepunkte des Rennens zusammen. Immer wenn ein Solar-Fahrzeug im Bild zu sehen ist, ertönt Applaus und Geschrei von den jeweiligen Machern.
Ein bewegender Höhepunkt des Abends wird die Verleihung des Awards "Spirit of the Event", benannt nach David Fewchuck, dem langjährigen Teammanager von Aurora aus Australien. Er starb letztes Jahr überraschend. Lang anhaltender, stehender Applaus würdigt die Verdienste dieses Solarcar-Pioniers, den viele gut kannten. Erster Preisträger dieses neu benannten Awards wird zu seiner großen Überraschung Chris Selwood. Damit würdigt das Komitee die langjährigen Verdienste von Chris, der das Ereignis World Solar Challenge zu dem gemacht hat, was es jetzt ist.
Nachdem die ersten drei platzierten Teams ihre Trophäen überreicht bekommen haben, geht es zum Abschieds-Umtrunk in die Bar des Kongresszentrums.
Zum dritten Mal in Folge nimmt das deutsche Team der Hochschule Bochum den Design Award für das schönste und innovativste Solarcar der Welt mit nach Hause. Seit dem Jahr 2007 wird der Preis vergeben, immer ging er bisher nach Bochum. Schon lange vor dem Wettbewerb war den Sonnenwagenbauern aus der Revierstadt klar, dass SolarWorld GT nicht vorne mitfahren konnte. Trotzdem stand das gelbblaue Beispiel deutscher Ingenieurskunst in Australien immer im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Ein Botschafter für die nachhaltige Mobilität der Zukunft will SolarWorld GT sein. Der Designpreis der WSC beweist, dass die Bochumer Elektromobilität weltweit Zeichen setzt. Beste Voraussetzungen für eine in diesem Sinne erfolgreiche Umrundung der Erde!



