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24. September 2005: Hans im Stress

Die Reifen quietschen, Hans steht

Der Tag beginnt früh um 5:30 Uhr, alle sind müde von den arbeitsreichen Tagen, aber entspannt, denn HansGo! ist gut vorbereitet für das "dynamically scrutineering", wie die Tests zur Fahrsicherheit hier genannt werden. Auf dem Hidden Valley Race Track findet neben Brems- und Lenkungsprüfung auch das Rennen um die schnellste Runde statt, bei dem der Startplatz für die morgen beginnende WSC 2005 ermittelt wird. Wenn man vorne mitfahren will, sollte man Rundenzeiten um 2 Minuten schaffen. Hans gehört nicht zu den Sprintern unter den Solarmobilen. Mit 2 Minuten und 31 Sekunden fährt Ralf Hoffmeister persönliche Bestzeit für diesen Kurs. Die Testkurvenstrecke zur Stabilitätsprüfung stellt für den deutschen Sonnenrenner überhaupt kein Problem dar. Showtime beim abschließenden Bremstest: Ralf geht "voll in die Eisen", mit quietschenden Reifen kommt Hans unter tosendem Beifall in kürzester Strecke zum Stehen.

 

Der in zahlreiche Kurzstreckenrennen erfolgreiche japanische Tiga-Flitzer rast mit 1’59 auf die Poleposition, Nuna beendet mit 2’25 seine schnellste Runde. Auch Aurora aus Australien und die Studenten aus Michigan werden vor HansGo! starten.

 

Der Fahrer und das angebrochene Rad

Die Spannung steigt, als der schwarze Renner vom MIT durch die Bahn schießt. In einer starken Rechtskurve passiert es: Der Wagen scheint vorne einzuknicken, überschlägt sich, bleibt auf dem Dach liegen! Entsetzen auf den Zuschauerrängen, fast eine Minute vergeht bis die ersten Helfer an der Unfallstelle eintreffen. Glück im Unglück – dem Fahrer ist nichts passiert, aber der Solargenerator ist an vielen Stellen völlig verkratzt. Ob dieses Fahrzeug morgen am Start sein wird? Eine Vorderradfelge aus Karbonfiber, die den hohen Kurvenkräften nicht Stand gehalten hat und gebrochen ist, hat den Unfall verursacht.

 

Glücklich über die Straßenzulassung

Der Stress fängt für die HansGo!-Studenten erst mit dem Ende der Veranstaltung an. Einer der Telemetrierechner, verantwortlich für den Empfang und die Visualisierung aller Daten aus dem HighTech-Renner, stürzt immer wieder ab. "Die Festplatte macht Probleme", so die erste Diagnose von Benjamin Hase. Zusammen mit Prof. Dr. Nied-Menninger, Teamspitzname "Nied for speed", und Richard, vor 40 Jahren aus Österreich eingewandert und Fan der deutschen Solarteams, geht es in die Stadt, um einen Computerladen aufzutreiben. Nach 2 Versuchen und dank der exzellenten Ortskenntnis von Richard ist ein entsprechender Fachhandel schnell gefunden, der zum Glück gute Tipps und Notebook-Festplatten auf Lager hat.


Bleibt zu hoffen, dass das wirklich der Fehler war. Denn ohne funktionierende Telemetrie gestaltet sich das Rennen nahezu zum Blindflug. Nur der Fahrer selbst kann dann noch die Betriebsparameter überwachen und per Sprechfunk durchgeben. Keine rosigen Aussichten für die erste Etappe der 3000 Kilometer nach Adelaide.

 

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