29. September 2005: Hans im Ziel!
Alle sind frühauf an diesem Morgen. Die Spannung und die Hoffnung auf den Zieleinlauf treibt das Team aus den Schlafsäcken. Die Temperaturen sanken unter 10 Grad in der letzten Nacht, der Sturm hat nachgelassen und der Himmel verspricht Sonne. Angela Lohberg beginnt den Fahrerreigen bis zum ersten Medienstopp in Glendambo. Vor 2 Jahren noch kostete hier im Roadhouse ein Fax nach Deutschland noch über 10 Euro, an einen Internetanschluss war nicht zu denken. Der technische Fortschritt hat auch das Outback erreicht: völlig selbstverständlich darf der Berichterstatter den Büro-Internetanschluss kostenfrei benutzten, um die Bilder vom gestrigen Tage abzuschicken und die neuesten Wetterinformationen einzuholen.
In Adelaide hat es geregnet, Wolken hingen am Himmel, die Hände werden feucht. Bis Port Augusta segelt HansGo! in einem Wolkenloch. "Nied for Speed" meldet in 10 Kilometer Entfernung einen entgegen kommenden Schwertransport mit Überbreite: Ein komplettes Haus wird spazieren gefahren. Hart links für HansGo!, die fahrende Wohnstätte passiert ohne Probleme. Boxenstopp in Port Augusta, letzter Medienstopp vor Adelaide. Noch 280 Kilometer bis zum Ziel. Nach der obligatorischen halben Stunde, während der nicht am Auto gearbeitet werden darf, wird zur Sicherheit noch ein Reifen gewechselt. Drei Minuten später startet HansGo! zur letzten Etappe nach Adelaide. Am Steuer der Teamchef Alexander Spoo. Endlich hat Petrus ein Einsehen mit dem roten Solarflitzer, die Sonne lacht vom Himmel, Adelaide meldet "sunny day, no clouds". Es muss einfach klappen...
Funkspruch aus dem hinteren Begleitfahrzeug: wieder ist ein Radwechsel nötig, der rechte Vorderreifen aufgeschlitzt. Sollte Hans das Glück verlassen? Nach vier Minuten zurück auf den Highway. Inzwischen hat Peter, der Chief-Safety-Officer, mit seinem Wagen zur SolarCar-Kolonne aufgeschlossen und wird uns bis ins Ziel begleiten. Ein gutes Gefühl!
30 Kilometer vor der Finish-Line, 16.10 Uhr: Geschwindigkeit hoch auf 100 km/h. Nur so kommen wir noch rechtzeitig über die Ziellinie.
16.35 Uhr: Hans hat's geschafft! Die Batterien sind leer, der Solarrennwagen schleicht zum Victoria Square durch den dichten Feierabendverkehr. Hier endet das Rennen und HansGo! wird eingereiht an achter Stelle in die Ausstellung der weltbesten Solarmobile. Hans Gochermann lässt es sich natürlich nicht nehmen, allen Studierenden persönlich zu gratulieren. Eine tolle Leistung, so findet er.
Die Sonne lachte leider nicht immer für HansGo! bei dieser World Solar Challenge. Ein Studententeam mit höchstem Engagement fährt im härtesten Solarrennen der Welt auf Platz acht. Ein voller Erfolg gegen die starke internationale Konkurrenz.





