30. September 2005: Hans hinter Gittern
Obwohl bis 4 Uhr morgens gefeiert wurde, erscheint das Team schon um 10 Uhr wieder auf dem Victoria Square. Die Batterien wurden gestern stark strapaziert und müssen dringend geladen werden. Der Chief Safety Officer hält es für angebracht, HansGo! für diese heikle Aufgabe ein wenig abseits von den anderen Wagen hinter Gittern aufzustellen. Begonnen wird mit einem niedrigen Ladestrom, um jede Gefährdung zu auszuschließen. Überzeugt vom deutschen Batterieüberwachungssystem, das den Vorgang natürlich überwacht, verabschiedet sich der Sicherheitsverantwortliche schnell und weiß die Batterien in guten Händen.
Die offiziellen Ergebnisse stehen fest: HansGo! hat im Schnitt mit 72,99 km/h den Stuart Highway bereist und dafür 41,05 Stunden gebraucht. Angesichts der Wetterbedingungen ein hervorragendes Ergebnis!
Alle Solarrennfahrer, die schon angekommen sind, treffen sich zum Ideenaustausch. Man präsentiert sich gegenseitig die neuesten Errungenschaften der Solarrennsporttechnologie und erzählt die erlebten Abenteuer aus dem Outback. Das wichtigste von allem aber ist der T-Shirttausch. Besonders die feuerroten HansGo!-Shirts sind heiß begehrt.
Immer wieder taucht in den Gesprächen die Frage auf, wie es weitergeht mit der World Solar Challenge. Man hört von offizieller Seite, dass es in zwei Jahren noch einmal so laufen soll, wie in diesem Jahr. Für 2009 soll aber alles anders werden. Offroad heißt das Zauberwort, man denkt ernsthaft über ein Rennen für solargetriebene Geländewagen nach...
Den Tag über kommen laufend neue Teams an, die begeistert begrüßt werden. Dabei ist vollkommen gleichgültig, auf welchem Platz man gelandet ist. Frenetischer Applaus empfängt den einlaufenden Solarrennwagen. Die Begeisterung für den Event schwappt im wahrsten Sinne des Wortes über und so landet auch der Chef des deutschen Teams Alexander Spoo neben vielen anderen im großen Springbrunnen.
Alle, die schon da sind, wissen, was es bedeutet, 3000 Kilometer mit dem Solarrennwagen durch den australischen Kontinent zu fahren: Jeder, der ankommt, hat gewonnen!


