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16.07.12: Nach Wolgograd

Startvorbereitungen am Morgen
Startvorbereitungen am Morgen

7:30 Uhr: Esther Heilgenberg, Tim Skerra und Matthias Drossel schmeißen den Herd an und bereiten Rührei mit Brot und leckeren Kaffee für das Team zu. Um 8 Uhr beginnt die gemeinsame Frühstücksrunde, um 8:45 Uhr stehen bereits die ersten mit gepackter Tasche am kleine Anhänger zum Einladen des Privatgepäcks. Eine halbe Stunde später ist das Team auf der Straße. Per Trailer geht es zurück zum letzten Punkt des ersten Solartages in Russland. Über die M21 geht es zunächst nach Belaya-Kalitva. Einen Reifen muss das Team auf der Autobahn wechseln. Nach gut 1.500 km macht der raue Straßenbelag dem Leben des Gummis ein Ende. Nach nur 12 Minuten geht es weiter. Kurios: Bei der Auffahrt auf dem Beschleunigungsstreifen stoppt ein 40-Tonner und setzt auf der Autobahn gut 100m zurück, um vor dem Team anzuhalten und sich das Schauspiel besser ansehen zu können.

Nach dem Laden der Batterien am Nachmittag geht es zum Einchecken vom Ladeplatz per Vito samt Anhänger zum Hotel.  Als Abkürzung wird ein kleiner Feldweg genommen. Leider ist der Anhänger nicht ganz verschlossen und ein kleiner Tagesrucksack fällt vom Team unbemerkt auf die Straße. Eine Anwohnerin vermutet einen geplanten Bombenanschlag und alarmierte die Polizei. Inzwischen wird der Verlust auch bei den Bochumern bemerkt. Man versucht die ältere Dame davon zu überzeugen, dass es sich nicht um einen Bombenanschlag handle. Die Polizei kommt kurze Zeit später an und befragt den Teamkollegen. Wenige Minuten später kommt ein ziviles Fahrzeug dazu, zwei nicht uniformierte Herren steigen aus. Mitglieder einer 20-köpfigen SOKO, die einen Taschendieb in dieser Stadt suchen. Die Täterbeschreibung samt Kleidung passt gut. Nach einigem Palaver können die Umstände geklärt werden, die den Rucksack auf die Straße brachten und wer sein rechtmäßiger Eigentümer ist. Zu guter Letzt unterhalten sich Polizisten und Teammitglieder gemeinsam am SolarCar, man bekommt wertvolle Tipps zum Straßenverkehr und zum generellen Verhalten in Russland. Abschließende Fotos am SolarCar dürfen nicht fehlen.

Feierabend für heute
Feierabend für heute

Strahlender Sonnenschein am nächsten Morgen. Das muss ausgenutzt werden. Schon um 6 Uhr beginnen die Startvorbereitungen. Arne Austing soll heute ans Steuer, ein SolarCar-Veteran, der schon bei SolarWorld No.1 mit dabei war und das Team bei dieser Etappe unterstützt. Die Reiseverpflegung wird von Esther Heilgenberg verantwortet, die bereits die komplette USA Tour des Teams begleitet hat und schon dort die Moral des Teams immer im grünen Bereich halten konnte. Die Laune eines Solarcarianers geht durch den Magen!

Die Fahrt heute wegen der energetisch perfekten Wetterverhältnisse mit 60 km/h Richtung Wolgograd. Lange schöne Strecken, guter bis mäßiger Asphalt, angenehmer Verkehr. Gegen 12:30 Uhr Mittagsstopp bis 15Uhr. Das leergefahrene Batteriepack wird zu ¾ wieder aufgeladen. Das Thermometer zeigt inzwischen 34°C. Ein neuer Tagesstreckenrekord wird eingefahren. 311 Kilometer stehen auf dem Tacho, als Wolgograd, das ehemaligen Stalingrad erreicht wird. Diese Stadt war im 2. Weltkrieg einer der strategisch wichtigen Punkte und Schauplatz der entscheidenden Schlacht des Deutsch-Sowjetischen Krieges. Nun kommen deutsche Studierende an diesen Ort mit einer ganz anderen Botschaft. Das Team macht auf der Weltumrundung immer wieder die Entdeckung, den eigenen Geschichtsunterricht zu durchfahren.

Kurz vor Wolgograd stockt der Verkehr. Rauch steigt am Straßenrand auf, ein größerer Feld- und Waldbrand wird von mehreren Löschzügen bekämpft. Am Abend findet man ein sehr einfaches „Hotel“, eine Unterkunft, die allerdings einen guten Ausgangspunkt für den kommenden Tag bietet. Der Sonnenuntergang, leckere Nudeln mit Oliven-Tomatensauce und ein kühles Bier beschließen den Tag.

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