Projekt SolarCar

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23.07.12: Nach Ufa

Straßenwerkstatt
Straßenwerkstatt

Nach einer erholsamen Nacht in der fantastischen Unterkunft gibt es „Arme Ritter“ zum Frühstück. Um halb zwölf beginnt der solar gefahrene Teil des Tages. An diesem Tag scheint das Team im Fokus der Straßenwächter zu stehen. Zweimal wird der SolarCar-Konvoi angehalten. Jedes Mal muss erklärt werden, was man denn macht, was das für ein Spezialauto sei. Die Kennzeichen des GTs, hinten ein durchleuchtetes Kunststoffkennzeichen und vorne ein Klebekennzeichen, sorgen für Gesprächsstoff, da diese hier noch nie gesehen wurden. Auch eine Taschenkontrolle auf Drogen und Waffen müssen die Teammitglieder über sich ergehen lassen. Am Ende aber sind alle Ordnungshüter vom SolarCar begeistert, und wünschen eine gute Fahrt.

Dann ein unplanmäßiger Stopp: Tim Skerra, heute am Steuer des SolarCars, hat plötzlich keine Anzeige der Geschwindigkeit mehr und die Motoren reagieren kurze Zeit später auch nicht mehr. Sofort wird angehalten. Glücklicher Weise ist gerade eine Autowerkstatt am Straßenrand, die genügend Platz bietet. Etwa eine Stunde dauert der erzwungene Halt. Ein Defekt in der Niederspannungsbox hatte das Fahrzeug zum Stillstand gebracht.

Am Ende des Tages findet sich in der nun hügeligen weiten Landschaft Russlands ein wunderbarer Haltepunkt, an dem bis zum Sonnenuntergang geladen werden kann. In der Zwischenzeit baut ein Teil des Teams am nahegelegenen See das Zeltlager auf und bereitet leckeres asiatisches Hühnchen zu. In geselliger Runde lässt man den Abend beim Sternegucken auf einem nahegelegenen Hügel ausklingen und genießt die Ruhe in der Einsamkeit. Nicht einmal Handyempfang hat man hier. Eine Wohltat, um mal gänzlich abschalten zu können.

Dämpferbruch
Dämpferbruch

6:00 Uhr Der Wecker klingelt. Heute will das Team nach einer wunderbaren klaren Nacht am See schon die ersten Sonnenstrahlen zum Laden mitnehmen. Die Sonne steht bereits deutlich über dem Horizont. Aber warum? Eine weitere Zeitzone wurde auf dem Weg nach Osten passiert, ohne dass die Uhren umgestellt wurden. Eigentlich ist es bereits 8 Uhr! Alle Panels werden schnell aufgebaut, die Sonne scheint bereits kräftig. Eine Herde Rinder kommt vorbei und schaut sich die merkwürdigen Besucher am See einmal genauer an.

Um 10:30 Uhr geht es dann los. Gut 2 km Offroad-Strecke sind bis zur Straße zu bewältigen. Kein Problem für den GT mit seinen drehmomentstarken Motoren aus der Bochumer Solarwagenmanufaktur. Etwa 250 km werden an diesem Tag dank der guten Straßenverhältnisse abgespult. Am Abend wird Ufa erreicht.

Ein schwerwiegender Defekt der hinteren Zugmaschine fällt bei der Inspektion des Fahrwerks auf: Ein vorderer Stoßdämpfer ist gebrochen! Damit es schnell weitergehen kann, muss eine Lösung her. Zufällig fährt ein Geländewagen vorbei, der sofort gestoppt wird. Nach einem klärenden Gespräch und mehreren Anrufen ist eine passende Werkstatt für Offroadfahrzeuge gefunden. Langsam geht es zur Werkstatt. Der Dämpfer ist nicht zu retten. Ersatz muss aus Deutschland bestellt werden. Das kostet im schlimmsten Fall wertvolle Fahrtage! Der findige Werkstattmeister weiß eine Lösung. Gebrauchte Stoßdämpfer, die etwas zu lang sind, werden gekürzt und für die Aufnahme im  Fahrzeug umgebaut. Nach sechs Stunden hat es die Werkstatt geschafft, der Wagen fährt wieder wie eine Eins! Umgerechnet 150 € haben Material und Arbeit gekostet. Dann die Mitteilung per Email: Die Ersatzdämpfer sind per Express schon unterwegs und sollen in 3 Tagen da sein. Ein sehr langer Tag, der für das Team erst gegen 2 Uhr morgens zu Ende geht. Dennoch kann es am nächsten Tag weitergehen!

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