Viele Persönlichkeiten. Zwei Standorte. Eine BO.

Offener Brief vom Präsidenten und Kanzler zum Coronavirus

v.l. Präsident Prof. Dr. Jürgen Bock und Kanzler Markus Hinsenkamp richten sich mit einem offenen Brief an alle Hochschulangehörige.

29. Oktober 2020

Liebe Studierende, liebe Beschäftigte, liebe Freunde der Hochschule Bochum,

jetzt sind wir schon im zweiten Semester, in dem wir den Auswirkungen der Corona-Pandemie Rechnung tragen müssen – und der Campus in Bochum und der in Heiligenhaus wirken immer noch kaum belebt. Und doch hat sich etwas verändert: Die Hochschulen Nordrhein-Westfalen haben aufgrund der Erfahrungen des Sommersemesters beschlossen, sich nicht mehr vollkommen zu schließen, sondern vorsichtig auch wieder dort die Präsenz ihrer Studierenden zu ermöglichen, wo dies für die Art der Lehrveranstaltungen oder Prüfungen wichtig erscheint. So soll dem vollständig digitalen Semester ein gemischtes, also ein „Hybridsemester“, folgen …

Nun zeigen die Entwicklungen im Herbst aber auch, wie schnell sich das Infektionsgeschehen ändern kann und wie behutsam wir uns bei der Annäherung an die frühere Lehr-, Lern- und Forschungspraxis bewegen müssen. Wieder sind wir herausgefordert, unsere direkten persönlichen Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren und so die Ausbreitung des gefährlichen Virus zu bremsen. Gleichzeitig haben wir in den letzten Monaten den Wert persönlicher Begegnungen und Kommunikation wohlmöglich noch mehr schätzen gelernt.

Das Präsidium und die Fachbereiche der Hochschule haben die Bedingungen für den Hochschulbetrieb vor Ort gegenüber den bisherigen Beschlüssen weiter geschärft ohne gänzlich auf die Anwesenheit von Studentinnen und Studenten auf dem Campus verzichten zu wollen. So ist die Zahl persönlich anwesender Teilnehmer*innen bei Veranstaltungen auf 25 begrenzt und das Tragen von Mund-Nase-Bedeckung ist sowohl auf den Verkehrsflächen der Hochschule als auch in den Präsenzveranstaltungen Pflicht. Außerdem sind die Dozentinnen und Dozenten angewiesen zu prüfen, ob eine Lehrveranstaltung nicht doch rein digital stattfinden kann.

Wer erwartet haben sollte, dass in Anbetracht dieser erheblich erschwerten Studienbedingungen die Zahlen der Erstsemester an der Hochschule Bochum zum Wintersemester 2020/21 gesunken wären, wird überrascht sein: Sie sind, bis auf wenige Ausnahmen, auf dem Niveau des letzten Jahres oder übersteigen wie bei den Masterprogrammen die Vorjahreszahlen. So bleibt die Studiensituation eine große Herausforderung für die Lernenden, die sich vielfach erst in einer neuen Umgebung zurechtfinden müssen, wie für die Lehrenden.

Sie, liebe Beschäftigte, Kolleginnen und Kollegen, halten auch weiterhin unter erschwerten organisatorischen und persönlichen Bedingungen auf dem Hochschulcampus oder im Homeoffice von zu Hause aus den Betrieb aufrecht. Dafür möchten wir uns bei Ihnen herzlich bedanken! Und unser Dank gilt auch allen, deren Verständnis und Geduld dazu beiträgt, mit der aktuellen Situation positiv und menschenfreundlich umzugehen.

Wie an vielen Stellen in unserer Gesellschaft, so hat die Corona-Krise auch bei uns zu neuen kreativen Ansätzen und Strategien motiviert, insbesondere in der Lehre. Die digitalen Lernmittel haben dabei eine zentrale Rolle übernommen und werden das auch weiterhin tun. Deshalb hat die Hochschule ihre diesbezüglichen Ressourcen und Einrichtungen weiter ausgebaut und wird die Digitalisierung auch zukünftig als Chance begreifen. Denn nur dann, glauben wir, können wir auch die größere Distanz, die durch die digitale Technik aufkommt, verringern und überwinden.

Rücksichtnahme, Geduld und die Zuversicht, dass wir bald auch wieder zusammen arbeiten, forschen und lernen können, das wünschen wir Ihnen!

Bleiben Sie gesund!

Ihr Prof. Dr. Jürgen Bock, Hochschulpräsident,

Ihr Markus Hinsenkamp, Hochschulkanzler