Workshop 9: Eine Schmerzedukation starten – Inhalte auswählen und Gespräch beginnen
Inhalt des Workshops:
Pain (Neuro-)Science Education (PSE) ist ein edukativer, biopsychosozial ausgerichteter Therapieansatz, der Patient*innen unterstützt, Schmerz besser zu verstehen, Bewegungsangst abbauen und Patient*innen dabei helfen kann, besser mit Schmerzen umzugehen. Obwohl der Ansatz in Deutschland zunehmend bekannter wird, stellt sich in der Praxis häufig die Frage, wie Therapeut*innen konkret in eine solche Behandlung einsteigen und wie die erste Gesprächssituation sinnvoll gestaltet werden kann. Im Workshop werden zunächst in einem kurzen Vortrag grundlegende Aspekte des Therapieansatzes sowie der Schmerz-Phänotypisierung vorgestellt. Dabei wird thematisiert, wie sich Hinweise auf vorherrschende Schmerzmechanismen klinisch einordnen lassen und warum diese Einordnung für Sprache, Erklärung und Gesprächsaufbau relevant ist. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Frage, wie eine Schmerzedukation beginnt: Wie eröffne ich das Gespräch? Wie knüpfe ich an die Geschichte der Patientin bzw. des Patienten an? Wie schaffe ich Sicherheit und wähle verständliche, kultursensible Geschichten oder Metaphern? In Kleingruppen üben die Teilnehmenden anhand von Fallvignetten den Einstieg in die PSE im Rollenspiel. Die Erfahrungen werden abschließend im Plenum gebündelt und in einer kurzen Ergebnissicherung festgehalten.
Lernziele:
Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen der Pain (Neuro-)Science Education kennen, können Hinweise auf unterschiedliche Schmerzmechanismen klinisch einordnen und einen patientenzentrierten Einstieg in die Schmerzedukation gestalten. Sie üben den Einsatz verständlicher, kultursensibler Kommunikation sowie den Aufbau von Sicherheit und therapeutischer Allianz anhand praxisnaher Fallbeispiele.
Zielgruppe:
Physiotherapeut*innen in Praxis, Klinik, Lehre und Forschung sowie Studierende mit Interesse an Schmerztherapie und patientenzentrierter Kommunikation.


Informationen zu den Referent*innen:
Andrea Pfingsten ist seit September 2016 Professorin für Physiotherapie an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg, seit 2020 Gründungsmitglied der Gemeinsamen Ethikkommission der Hochschulen Bayerns (GEHba), seit 2018 2. Vorsitzende des Hochschulverbundes Gesundheitsfachberufe und Sprecherin der Fachkommission Forschung und seit 2016 Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft. Ihre wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Digitalisierung, der Versorgungsforschung zu ambulanter Physiotherapie und der Adaptation und Implementierung von Pain Neuroscience Education.
Johannis Mertens ist seit 2018 Physiotherapeut, schloss 2020 den Studiengang B.Sc. angewandte Therapiewissenschaften und 2022 seinen M.Sc. Neurorehabilitation für Therapeuten ab. Seit 2023 arbeitet er in einem EU-geförderten Projekt als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor für Physiotherapie des Research Centers of Health Sciences and Technology sowie als Lehrbeauftragter im Studiengang Physiotherapie an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg.