Workshop 15: Der Goldstandard der Evidenz: Netzwerk-Metaanalysen lesen, verstehen und bewerten
Inhalt des Workshops:
Dieser Workshop führt Nachwuchswissenschaftlerinnen fundiert in die Welt der Netzwerk-Metaanalysen (NMA) ein - fortgeschrittene Statistikkenntnisse sind nicht erforderlich, da wir uns auf die Konzepte und Interpretation von NMAs konzentrieren. Teilnehmerinnen lernen, NMAs sicherer zu interpretieren (Was sind SUCRA und P-Scores? Wie lese ich League Tables? Ist Transitivity wirklich so kompliziert?) und deren klinische Anwendung für die Physiotherapie aus einer NMA abzuleiten. Wir klären, wie man die methodische Zuverlässigkeit einer NMA erkennt und wenn eine NMA-Publikation für die klinische Anwendung besser geeignet ist. Ziel ist es, die Teilnehmenden zu befähigen, höchste Evidenzstandards sowohl in der Praxis als auch in der eigenen Forschung souverän umzusetzen.
Lernziele:
1) Ergebnisse von NMAs sicherer interpretieren, (2) methodische Qualität bewerten, (3) Nutzung von NMAs für Praxis und Forschung
Zielgruppe:
Personen, die sich für Metaanalyse und Netzwerkmetaanalyse interessieren; fortgeschrittene Statistikkenntnisse sind nicht erforderlich.



Informationen zu den Referent*innen:
Prof. Dr. Daniel Belavy: Prof. Dr. habil. Daniel Belavy ist Professor für Physiotherapie an der Hochschule Bochum und leitet eine Forschungsgruppe für muskuloskelettale Gesundheit. Er ist ein international anerkannter Experte für Rückenschmerzforschung; sein methodischer Fokus liegt auf der Evidenzsynthese und Metaanalyse, womit er die Optimierung therapeutischer Strategien vorantreibt. Mit über 165 Publikationen und seiner Tätigkeit als Editor bei BMJ Open Sports & Exercise Medicine und JOSPT prägt er die aktuelle wissenschaftliche Debatte und setzt methodische Standards in seinem Fachgebiet. Seine Arbeit verbindet biomechanische Forschung mit modernster Statistik, um die Prävention und Behandlung muskuloskelettaler Erkrankungen wissenschaftlich fundiert voranzutreiben
Tobias Saueressig: Tobias Saueressig, M.Sc., ist Physiotherapeut und Wissenschaftler an der Deutschen Sporthochschule Köln sowie der Hochschule Bochum. Als Experte für Evidenzsynthese und Metaanalysen (>30 Publikationen) spezialisiert er sich auf die methodische Bewertung therapeutischer Interventionen. Sein Forschungsschwerpunkt, insbesondere im Rahmen seines PhD-Projekts, liegt auf dem Einfluss von Kontextfaktoren (wie Placebo- und Nocebo-Effekten) auf den Behandlungserfolg. Als Mitbegründer der Plattform „Physio Meets Science“ und erfahrener Dozent schlägt er die Brücke zwischen komplexer Forschung und klinischer Anwendung. Sein Ziel ist die Förderung einer evidenzbasierten Praxis durch die verständliche Aufbereitung wissenschaftlicher Daten für den therapeutischen Alltag.
Rebekka Döding: Rebekka Döding, M.Sc., ist Physiotherapeutin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Bochum sowie Doktorandin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Nach ihrem Masterstudium in Musculoskeletal Physiotherapy Sciences an der VU University Amsterdam untersucht sie im Rahmen ihres Promotionsstudiums, warum Schmerzen chronisch werden und wie verschiedene, insbesondere biologische, psychische und soziale Faktoren bei muskuloskelettalen Beschwerden zusammenwirken. Mithilfe netzwerkbasierter Ansätze analysiert sie zentrale Einflussfaktoren unterschiedlicher Schmerzzustände, bewertet deren relative Bedeutung und identifiziert klinisch relevante Subgruppen, um daraus gezielte und personalisierte Behandlungsstrategien abzuleiten. Neben ihrer Forschung ist sie in der Lehre tätig und an Projekten zur evidenzbasierten Physiotherapie beteiligt. Ihr Anliegen ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich aufzubereiten und in die klinische Praxis zu übertragen.