Workshop 17: Pacing bei Post-Covid-Patient*innen – Bedeutung und Strategien aus physiotherapeutischer Perspektive
Inhalt des Workshops:
Das Post-Covid-Syndrom (PCS) ist durch vielfältige Symptome geprägt, insbesondere Fatigue und post-exertionelle Malaise (PEM). Diese Symptome stellen etablierte physiotherapeutische Vorgehensweisen infrage, da körperliche Belastung häufig zu einer Symptomverschlechterung führt. Der Workshop führt in das Konzept des Pacing aus physiotherapeutischer Perspektive ein. Dieses verfolgt die Idee einer individuellen Steuerung von Aktivität und Erholung, um PEM und/oder Fatigue zu vermeiden und den Energiehaushalt zu stabilisieren.
Im Rahmen des Workshops wird die Bedeutung individueller Teilhabeziele als Ausgangspunkt für das Pacing herausgearbeitet. Es werden kommunikative Strategien zur Entwicklung dieser Ziele thematisiert, sowie standardisierte Erhebungsinstrumente, digitale Tools und Aktivitätstagebücher näher vorgestellt. Gemeinsam sollen so wesentliche Herausforderungen in der physiotherapeutischen Versorgung identifiziert und konkrete Lösungsansätze erarbeitet werden.
Lernziele
- Die Teilnehmenden verstehen die Bedeutung von Fatigue und PEM für die Therapieplanung.
- Sie können Pacing als Behandlungsansatz in der Physiotherapie erklären und begründen.
- Sie formulieren patienten- und teilhabeorientierte Therapieziele.
- Sie wenden Instrumente zur Einschätzung von Belastbarkeit an.
- Sie entwickeln Strategien zur patientenzentrierten Beratung und Anleitung im Selbstmanagement.
Zielgruppe:
Offen für alle.


Informationen zu den Referent*innen:
Marion Grafe ist Professorin für Physiotherapie an der FH Münster und leitet den Studiengang Therapie- und Gesundheitsmanagement mit der Fachrichtung Physiotherapie. Darüber hinaus ist sie eine von zwei Begründerinnen und Leiterinnen des Zentrums für interprofessionelle Therapie und Prävention (ZiTP) der FH Münster, in dem Patient*innen mit komplexen Versorgungsbedarfen interprofessionell versorgt werden. Ein Schwerpunkt stellt die Versorgung von Patient*innen mit Post-Covid-Syndrom dar. Sie selbst ist im Rahmen ihrer Praxisprofessur in der Versorgung dieser Patient*innen tätig.
Judith Maas ist Physiotherapeutin und Berufspädagogin (M.A.). Sie ist fachliche Leitung der Physiotherapie im ZiTP und verantwortet die interprofessionelle und monoprofessionelle therapeutische Versorgung, sowie die didaktische Planung und Umsetzung eines hochschulischen Anleitungskonzepts für Studierende. Darüberhinaus ist sie in der Lehre tätig und ist Mitglied des deutschen Critical Physiotherapy Networks.