Workshop 20: Rückbildungskurs für alle? Was die Evidenz dazu sagt.

Inhalt des Workshops:
Postpartale Beckenbodenrehabilitation beginnt in der Praxis oft mit einer Standardempfehlung: die Teilnahme am Rückbildungskurs. Doch was sagt die Evidenz dazu – zur Prävalenz von Harninkontinenz, zu den Kontinenzmechanismen und zu dem, was eine wirksame Beckenbodentherapie ausmacht?

Dieser Workshop lädt ein, die gängige Praxis auf den Prüfstand zu stellen – und evidenzbasierte Alternativen aufzuzeigen. Anhand interaktiver Lernmodelle, Selbsterfahrung im Workshop und gestützt auf aktuelle Studien wird analysiert, warum die Teilnahme an Rückbildungskursen nicht für alle Frauen gleichermaßen empfohlen ist und welche Voraussetzungen eine Beckenbodenkontraktion erfüllen muss, um Kontinenz tatsächlich sichern zu können.

Besonders die Ansteuerung des M. Transversus abdominis – als zentraler Bestandteil einer physiologischen Beckenbodenkontraktion – wird in der Praxis häufig falsch vermittelt und in den sozialen Medien vielfach unkritisch verbreitet. Daher ist die Selbsterfahrung der Teilnehmer:innen zentrales Element des Workshops: Sie erleben, worauf es bei der Ansteuerung wirklich ankommt und erlernen die korrekte Aktivierung des M. Transversus abdominis in Partnerarbeit. Damit wenden sie einen zentralen Baustein evidenzbasierter Beckenbodentherapie unmittelbar an.

Lernziele:
Der Workshop verbindet wissenschaftliche Fundierung mit praktischer Erfahrung und richtet sich an alle, die ihre Versorgung auf eine solide Evidenzbasis stellen möchten.

Zielgruppe:
Der Workshop richtet sich an Interessierte aller Erfahrungsstufen. Keine Vorerfahrungen in der Beckenbodentherapie notwendig.

Dr. rer. medic. Bärbel Junginger, B.Sc., MT (OMT)
Joy Herzig, B.Sc., M.A.

Informationen zu den Referent*innen:

Dr. rer. medic. Bärbel Junginger, B.Sc., MT (OMT). Selbständige Physiotherapeutin und Dozentin (internat. Masterstudiengänge), Founder der Evidenz-basierten Fortbildungen „Junginger-Baessler-Konzept“ und der Fortbildungsserie: „Blasenhals-effektive, kontrollierte, integrative Beckenbodentherapie“ – www.beckenbodenfortbildung.de

Gastwissenschaftlerin Charité Universitätsmedizin Berlin; dort 2011-2018 wissenschaftl. Mitarbeiterin, 2019 Promotion (Medizin. Fakultät) - „Evaluation funktioneller Beckenbodenstrategien und deren Einsatz in der konservativen Therapie von weiblichen Beckenbodenstörungen“ https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/25592/diss_baerbel_junginger.pdf?sequence=1&isAllowed=y

Editorin des International Urogynecology Journal (IUJ)

IUGA - International Urogynecological Association: „Editorial Board Member – 5 Jahre“, “Educational Committee Member – 3 Jahre”, „Scientific committee Member - 6 Jahre; Reviewertätigkeit für >15 wissenschaftl. Journals; Autorin diverser Buchkapitel und Publikationen (siehe Pubmed/ Researchgate). 

Leitlinienmitarbeit (Harninkontinenz und Genitaldeszensus) als Mandatsträgerin von IFK e.V. (2015) und DGPTW - Deutsche Gesellschaft für Physiotherapiewissenschaft e.V. (aktuell)

Forschungsschwerpunkte:Evaluation von Beckenboden-Mechanismen bei gesunden Frauen sowie von Pathomechanismen bei Frauen mit Symptomen durch Dysfunktionen des Beckenbodens; bildgebender Ultraschall als Untersuchungs- und Behandlungsmedium (Dynamik des Beckenbodens/ visuelles Biofeedback); Validierung von Fragebögen; Motor learning/ Motor control.

Hauptinteresse: Evaluation des Verhaltens des Beckenbodens bei Alltagsbewegungen, bei Sport und nach Therapien; Professionalisierung der Physiotherapie v.a. durch Implementierung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die PT-Praxis und Qualitätsverbesserung von PT-Studien.

 

Joy Herzig, B.Sc. Physiotherapie, M.A. Gesundheitsfördernde Organisationsentwicklung. Physiotherapeutin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Junginger-Baessler-Konzept. Mitarbeit an den Forschungsprojekten von Dr. Bärbel Junginger und PD Dr. med. Kaven Baessler am Beckenbodenzentrum Charité Berlin in 2013. Masterarbeit zur Prävention von Postpartaler Harninkontinenz.